Die letzten 12 Stunden der Menschheit.

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Review | Kritik | Bewertung
These Final Hours (2015)

Bewertung: 4,5 von 6
Studio: Studiocanal
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Die Welt geht langsam aber sicher unter. Es gibt kein Zurück mehr und große Teile der Erde sind bereits unter einer riesigen Feuerwalze begraben, die gerade unaufhaltsam auf Australien zurast. Viele Landstriche sind dem Erdboden gleich gemacht worden. Wie würdet ihr also reagieren mit der Gewissheit, dass ihr und der gesamte Rest der Menschheit wohl nur noch wenige Stunden zu leben habt? Ob wenig eleganter Freitod, bewusste Einsamkeit oder eine gigantische Party... in Zak Hilditch's Vision vom Untergang der Menschheit gehen alle gezeigten Protagonisten gänzlich verschieden mit der anstehenden Apokalypse um. Im Zentrum der Geschichte stehen dabei der attraktive Draufgänger James (Nathan Phillips) und die kleine Rose (Angourie Rice).


Sie beide sind in diesen letzten Stunden Getriebene, die eher zufällig aufeinandertreffen und abweichende Motive haben. Während Rose einfach nur zu ihrem Vater möchte, um in seinen Armen behütet zu sterben, steuert James eine gigantische „Weltuntergangs-Party“ an. In einer Ekstase aus Drogen, Sex und Alkohol will er sich dort so lange betäuben, bis er absolut nichts mehr verspürt. Keine Verzweiflung, keine Angst, keine Reue. Die Bilder von Regisseur Zak Hilditch sind durchweg von einem gelblich hellen Sepia-Filter überzogen (anders als bei Til Schweiger, bei dem dieser Effekt schon zum weichen Markenzeichen geworden ist, macht der Einsatz hier tatsächlich auch storytechnisch Sinn), welche dem Geschehen auf der Leinwand den nötigen Nachdruck verleiht. Man schwitzt förmlich mit den Hauptfiguren und spürt die zunehmend trocken werdende Kehle, die nicht nur dem Mangel an Wasser, sondern auch dem bevorstehenden Weltuntergang geschuldet ist. Wer bei dem gezeigten Szenario nicht nur der vordergründigen Handlung folgt, sondern zudem einmal aufmerksam nach links und rechts schaut, wird besonderes viel Spaß an dem Film These Final Hours haben.

movie-thesefinalhoursGanz ohne große Spezialeffekte und mit einem guten Riecher in Sachen Atmosphäre skizziert Hilditch das Chaos rund um die letzten Stunden dieser Welt in wenigen starken Bildern. Ob ein Leichnam von der Ampel baumelt oder eine ältere Frau, die verwirrt und mit biblischen Worten beschriftet durch die ansonsten menschenleeren Straßen irrt. Sofort bekommt man als Zuschauer ein Gefühl für die brenzlige Situation und diese fühlt sich bei näherer Betrachtung sogar unbehaglich echt an. Neben diesen eher ruhigen Spitzen ist besonders die Party ein optisches Highlight. Die letzte Sause auf Erden ähnelt einem aus dem Ruder gelaufenen Festival, bei dem Hemmungen keine Rolle mehr spielen und Drogen im Überfluss konsumiert werden. Auch an dieser Stelle fragt man sich, ob die Drehbuchidee wirklich so weit weg von der Realität wäre... Vermutlich nicht. Neben Action und dynamischen Bildern ist in These Final Hours immer wieder Zeit für große Gefühle. Besonders mit seinem finalen Tusch unterstreicht der Regisseur dabei die sanfte Seite des Weltuntergangs. Schauspielerisch wird den mitwirkenden Darstellern zwar keine außergewöhnliche Leistung abverlangt, die beiden Hauptrollen, besetzt mit Nathan Phillips und Angourie Rice, machen ihren Job jedoch glaubwürdig und grundsolide.



redakteur-thilo

Zusammenfassung Review | Kritik | Bewertung

Thilo Podann ist der Meinung...
These Final Hours ist eine dystopische Vision der letzten Stunden unserer Menschheit, bei der trotz Gewalt, Kontrollverlust und Ekstase immer noch die Liebe im Zentrum des Handelns aller Figuren steht. Als Zuschauer wird man unweigerlich mit der Frage konfrontiert, wie man wohl selbst in jener unausweichlichen und zutiefst beklemmenden Situation reagieren würde. Kein schönes, aber ein unglaublich spannendes Gedankenspiel, das uns Zak Hilditch (Drehbuch/Regie) in seinem rasanten Action-Drama so famos bebildert.

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