Vergeltung hat ihren Preis.

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Review | Kritik | Bewertung
John Wick (2015)

Bewertung: 5 von 6
Studio: Studiocanal
www.johnwick.de

Sein altes Leben als gefürchteter Auftragsmörder in der Stadt New York ließ John Wick (was für ein „Comeback“ von Keanu Reeves in der Erfolgsspur) eigentlich vor fünf Jahren bewusst hinter sich. Er lernte mit Helen (Bridget Moynahan) die Liebe seines Lebens kennen, heiratete sie und stieg mit gewissem Wohlstand aus den blutigen Geschäften aus. Das gemeinsame Glück währte allerdings nicht allzu lange... Helen erliegt einer schweren Erkrankung und hinterlässt einen Abschiedsbrief für ihren trauernden Gatten: er soll die emotionale Leere mit einem treuen vierbeinigen Freund füllen. Die süße Hündin Daisy erobert als Paketlieferung sein schmerzerfülltes Herz auch im Sturm und macht den Tagesablauf halbwegs erträglich. Wick wird an einer Tankstelle von Iosef Tarasov (Alfie Allen) auf seinen 69er Ford Mustang angesprochen, möchte das rasante Schmuckstück aber nicht spontan verkaufen, was dem offensichtlich kriminellen Individuum überhaupt nicht schmeckt.


Noch am gleichen Abend bricht der starrköpfige Iosef mit zwei Handlangern in John's Designerhaus ein, bearbeitet ihn mit einem Baseballschläger, tötet kaltschnäuzig den Hundewelpen und klaut den Boliden. Da der selbst nicht ganz saubere Werkstattbesitzer Aurelio (John Leguizamo) bemerkt, wessen Auto der Sohn des russischen Mafiabosses Viggo Tarasov (Mikael Nyqvist) gerade anschleppt, weigert er sich vehement, dem Diebesgut (wie sonst üblich) neue Seriennummern zu verpassen. Auch Viggo erteilt seinem Sprössling eine Lektion, weil er Mist gebaut hat. John Wick arbeitete früher im Dienst von Tarasov und war als „Schwarzer Mann“ (oder auch „Babaj“ genannt) kaum zu stoppen. Er weiß um seine Gefährlichkeit, versucht ihn mit einem Telefonanruf noch milde zu stimmen, doch der Racheplan steht fest. John Wick wird nicht eher ruhen, bis er Iosef ins Jenseits befördern konnte.

movie-johnwick2Daran ändert ein mehrköpfiges Killerkommando herzlich wenig und der „Auserwählte“ ist zurück in spektakulären Actionsequenzen, die auf den Zuschauer fast so wirken, als wären sie direkt der Matrix entsprungen. Das kommt wohl nicht von ungefähr, schließlich führten mit den Herren Chad Strahelski und David Leitch Reeves' Stuntdoubles der Science-Fiction Trilogie hierbei Regie. Wie zu erwarten, lässt der diesmal darauf vorbereitete John den Eindringlingen in sein Anwesen keine Chance, agiert phasenweise mit der gnadenlosen Präzision einer Maschine und „Cleaner“ Charlie darf mit seinem Team das entstandene Chaos beseitigen. Das war zu erwarten, weshalb Viggo zum Schutz seines Sohnes John's Freund und ehemaligen Mentor Marcus (Willem Dafoe) die stolze Summe von 2 Millionen US-Dollar anbietet, wenn er ihn liquidiert. Der Auftrag ist keineswegs exklusiv, Wick muss sich also auch vor anderen Profikillern in Acht nehmen. Nun wäre es anscheinend viel zu einfach, sich mit einem Scharfschützengewehr in sicherer Distanz auf die Lauer zu legen.

John Wick pflegt einen wesentlich offensiveren Stil und einmal abgesehen von Iosef Tarasov, der seelenruhig in einem Club feiert, haben zahlreiche Bewacher einen enormen Respekt vor dem Schwarzen Mann. Als Iosef's persönlichen Bodyguard Kirill bekommen Matrix-Fans mit dem Schweizer Schauspieler Daniel Bernhardt ein weiteres bekanntes Gesicht zu sehen; er verkörperte Agent Johnson. Zu guter Letzt bewohnt unser Rache-Engel in eigener Sache mit dem Continental ein recht ungewöhnliches Etablissement für die Zeit, in der er „seinen Geschäften nachgeht“. Hier gibt es feste Regeln und der Inhaber Winston (Ian McShane) legt großen Wert auf die Einhaltung eines gewissen Ehrenkodex unter Profis, die man besser nicht brechen sollte. Für besondere Bedürfnisse verfügt das Continental selbstverständlich über einen diskreten Reinigungsdienst sowie einen hausinternen Arzt, der einen nach einem anstrengenden „Arbeitstag“ wieder zusammenflickt.



redakteur-alex

Zusammenfassung Review | Kritik | Bewertung

Alexander Riede ist der Meinung...
Die stilsichere Umsetzung beeindruckender Leinwandpräsenz der titelgebenden Hauptrolle macht John Wick gerade für Action-Fans extrem unterhaltsam. Keanu Reeves darf einen verdammt coolen Charakter mimen, mal mit mehr, mal mit weniger Tiefgang ausgestattet, der vor allem aber den bösen Buben ordentlich zusetzt. Letztlich zeigt sich John für den Aufstieg und Fall eines ganzen Verbrechersyndikats verantwortlich. Wie viel Schicksal und schlechtes Karma darin steckt, bleibt Interpretationssache. Es wird übrigens eine Fortsetzung geben, worauf ich mich jetzt schon riesig freue.

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