Noch dümmer geht immer.

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Review | Kritik | Bewertung
Dumm und Dümmehr (2015)

Bewertung: 4 von 6
Studio: Universal Pictures
www.facebook.com/dumm.DE

Ich kann es gar nicht so richtig glauben, dass es schon über zwanzig Jahre her sein soll, seit ich mich in meiner frühpubertären Phase das erste Mal über die chaotischen Vollidioten von Dumm und Dümmer (1994) köstlich amüsierte… 2003 gab es zwar ein Prequel mit anderem Cast, mit einer richtigen Fortsetzung rechneten jedoch zugegeben nur die wenigsten unter uns. Umso neugieriger war ich auch im Vorfeld, was sich die Farrelly-Brüder (Drehbuch/Regie) diesmal haben einfallen lassen, um den Geschmack des Publikums dort zu treffen, wo es nicht selten schmerzt – und zwar tief unter der Gürtellinie angesetzt. Die Protagonisten von Dumm und Dümmehr befanden sich in der Zwischenzeit in einer Art Dämmerungszustand, zumindest was Lloyd Christmas (Jim Carrey wirkt erstaunlicherweise kaum gealtert) betrifft.


Seit zwanzig Jahren wird er jeden Tag von seinem besten Freund Harry Dunne (Jeff Daniels, inzwischen 60) in der örtlichen Irrenanstalt besucht. Wie sich noch herausstellen soll ein schlechter Scherz, denn Lloyd war dem Grunde nach kaum weniger geistesabwesend als sonst. Warum auch immer spielte er nur den apathischen Dauerpatienten. Er gibt seine Haltung auf, als Harry ihm von dessen medizinischer Notlage erzählt. Harry benötigt ganz dringend eine Spenderniere, sonst ist es bald um seine Gesundheit geschehen. Weil Lloyd angeblich kein passender Spender wäre (wie er selbst zu Protokoll gibt) oder einfach seine Organe behalten möchte, schmieden die beiden fragwürdigen Genies alternative Pläne in ihrer alten Bude, die von einem neuen Mitbewohner mittlerweile als Meth-Labor zweckentfremdet wird. Weil Harry’s Eltern ganz offensichtlich nicht seine leiblichen sind, sondern den dümmlichen Knaben einst bei sich aufgenommen haben, scheiden auch diese als mögliche Spender aus.

movie-dummundduemmehrImmerhin drücken sie ihm alte Post in die Hand, in der sich eine Karte aus dem Jahr 1991 befindet. Die Absenderin ist eine gewisse Fraida Felcher (Kathleen Turner), als junges Ding von beiden Freunden und zahlreichen anderen Männern heiß umworben. Sie schreibt, sie wäre schwanger… Harry reagiert aufgeregt und stolz zugleich. Kann es wirklich sein…? Er und eine inzwischen erwachsene Tochter. Das macht wieder Hoffnung auf eine passende Niere aus dem familiären Kreis, also stattet man der alten Flamme einen Besuch ab. Fraida gesteht, sie habe die kleine Penny mangels finanzieller Grundlagen bereits als Baby zur Adoption freigegeben, kenne die neue Adresse, nur wolle ihr Kind keinen nachträglichen Kontakt mehr zur „Rabenmutter“. Lloyd und Harry bekommen einen Leichenwagen ihres Bestattungsunternehmens zur Verfügung gestellt, um nach Oxford, Maryland zu fahren und vermittelnden Kontakt herzustellen. Ein zweckdienliches Mittel, allerdings werden sie Penny nicht dort antreffen.

Augenscheinlich mit dem Intellekt ihres bis dato unbekannten biologischen Herrn Papa gesegnet, fährt diese stellvertretend für den kranken Ziehvater Dr. Pinchelow (ein genialer Wissenschaftler) zu einer Forschungskonferenz in El Paso. Sie soll dort ein Päckchen mit „der wichtigsten Entdeckung der Menschheitsgeschichte“ abgeben, vergisst selbiges jedoch zusammen mit ihrem Handy zuhause. Was den wertvollen Inhalt betrifft, wird eine Person besonders hellhörig: die aktuelle Lebensgefährtin Adele (Laurie Holden), die auf eine millionenschwere Erbschaft scharf ist und ihren Gatten heimlich vergiften möchte. Der Hausmeister des luxuriösen Anwesens ist ihr Komplize. Travis (Rob Riggle) soll Harry und Lloyd nach El Paso begleiten. Dr. Pinchelow vertraut ihnen das ominöse Päckchen an und auf einem gefährlichen Road Trip wird noch das eine oder andere Gag-Feuerwerk gezündet, darauf kann man sich bei Dumm und Dümmehr verlassen.



redakteur-alex

Zusammenfassung Review | Kritik | Bewertung

Alexander Riede ist der Meinung...
Selbst wenn die Farrelly-Brüder bewusst den einen oder anderen Erinnerungspunkt setzen, dürfte es schwerfallen, das Original aus den Neunzigern mit seiner Fortsetzung zu vergleichen. Ich möchte jetzt nicht behaupten, der Sinn für Humor habe sich inzwischen verändert. Dumm und Dümmehr beschert uns einige echt witzige Momente, nur reagiert man als Zuschauer Mitte Dreißig höchstwahrscheinlich anders als ein 13-jähriger Dreikäsehoch, der ich damals wohl gewesen sein muss. Wenn sich diese beiden Geistesblitze demnächst mit Knoxville’s Bad Grandpa zusammenschließen würden, bliebe unter Garantie kein Auge mehr trocken. Ich sehe schon den Titel: Dumb And Slumber … oder so ähnlich.

Preisvergleich: Dumm und Dümmehr