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Das Glück an meiner Seite (2015)

(5/6) Kate (Hilary Swank) und Evan (Josh Duhamel) sind seit 15 Jahren ein glückliches und der gemeinsamen Immobilien nach zu urteilen beruflich erfolgreiches Paar. Anlässlich Kate's 35. Geburtstag sitzen sie mit Freunden gemütlich bei sich Zuhause, als der Pianistin während eines Stücks plötzlich die Finger verkrampfen. Eineinhalb Jahre später ist sie bereits in einem solchen Ausmaß pflegebedürftig, dass ihr Mann dies neben seinem Job nicht mehr alleine stemmen kann. Kate leidet unter der schwer degenerativen Erkrankung ALS und benötigt zur Bewältigung ihres Lebensalltags professionelle Unterstützung einer anderen Person. Sie kann zwar nicht mehr alleine auf die Toilette gehen, ihre letzte Pflegerin kündigte sie allerdings, „weil diese sie wie eine Patientin behandelte“. Evan zeigt Verständnis. Was die Begeisterungsfähigkeit seiner Frau für den chaotischen Ersatz Bec (Emmy Rossum) betrifft, kann er nur noch mit dem Kopf schütteln. Die vorlaute Bummelstudentin verfügt über keine relevanten Qualifikationen, kümmerte sich in jungen Jahren lediglich um ihre Großmutter. Kate scheint das zu reichen, weshalb sie auch über permanente Verspätungen und weitere Unzulänglichkeiten hinweg sieht.


Bec ist gewissermaßen der charakterliche Gegenentwurf, selbst mit genügend Problemen belastet, geht aber zunehmend in ihrer verantwortungsvollen Rolle auf. Anfangs schläft sie noch ohne ein schlechtes Gewissen mit ihrem (verheirateten) Professor und übt sich auch sonst nicht gerade in Zurückhaltung, was die Männerwelt betrifft. Zu Kate baut sie aber eine ganz besondere Beziehung auf, steht ihr bei, als herauskommt, dass Evan seine schwer kranke Frau mit der Sekretärin betrügt. Der Verlust seines Heiligenscheins zwingt ihn zum Auszug beziehungsweise folgt er damit dem durch Bec gestärkten Selbstbewusstsein von Kate. Diese war nämlich schon kurz davor, ihre ohnehin nicht lange Lebenserwartung auf dramatische Weise zu verkürzen. Bec wäscht ihr gehörig den Kopf und zieht zu ihrer Arbeitgeberin/Freundin in das nicht gerade barrierefreie Luxushaus. Es folgen einige lustige, aufmunternde Filmszenen. Als Zuschauer muss man jedoch darauf gefasst sein, sämtliche Stadien der Krankheit ALS visuell zu begleiten und am Ende Taschentücher zu benötigen. Das Glück an meiner Seite (OT: You're Not You) durchläuft zahlreiche Höhe- wie Tiefpunkte und zeigt einmal mehr, wie sehr man ein (gesundes) Leben zu schätzen wissen sollte. Hilary Swank glänzt mit schauspielerischem Talent, was im englischen Originalton noch deutlicher hervortritt.
- Alexander Riede | www.dasglueckanmeinerseite-film.de

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Superfast! (2015)

(2/6) Eigentlich dauerte es ganz schön lange, bis sich jemand an eine Persiflage in Spielfilmlänge wagte. Immerhin gibt es bereits sieben Teile des erfolgreichen Fast & Furious Franchise. Mit Superfast! erhält der neugierige Zuschauer exakt jenes Klamauk-Programm, das man anhand des Covers erwartet... Warum auch nicht, schließlich wurden Hot Shots, Scary Movie oder Die nackte Kanone einst Kult. Neben der groben Rahmenhandlung blieb vom Original wenigstens Ludacris' deutsche Synchronstimme übrig, die man dem Vin Diesel Look-alike Dale Pavinski zuordnete. Dieser spielt einen gewissen Vin Serento, seines Zeichens Automechaniker bulliger Statur, der ganz nebenbei sein Taschengeld mit illegalen Straßenrennen und anderen kriminellen Aktivitäten aufbessert. Zum Duell gefordert von Lucas White (gespielt von Alex Ashbaugh), der nach einem peinlichen Fehlstart mit dem abgefüllten Urin von Lance Armstrong (statt der obligatorischen Nitro-Einspritzung) den Sieg nur knapp verpasst und Vin damit ein 10 Sekunden Auto schuldet.

Als verdeckter Polizeiermittler soll er in Wahrheit Vin's Vertrauen gewinnen und die Verbindung zu Juan Carlos de la Sol (Omar Chaparro) überprüfen, dem angeblich größten Verbrecher von Los Angeles. Serento nimmt White auch prompt zur „Feuertaufe“ mit und die beiden geraten in einen Hinterhalt, als sie einen teuren Superwagen überführen. Es kommt zu einer wilden Schießerei, Lucas knallt aus Versehen ausgerechnet seinen Vorgesetzten ab - steht von nun an auf der Fahndungsliste der Polizei hoch im Kurs. Der tote Cop war nämlich der Einzige, der seine wahre Identität kennt. Mit Dio Johnson trifft am Tatort ein herrlich überzogen dargestellter Detective „Rock“ Johnson ein, der Gestik und Mimik seiner Charaktervorlage (inklusive physischer Verfassung) wohl wie kein Zweiter imitieren kann. Während Johnson nun versucht, mit zynischer Scharfsinnigkeit den Fall aufzuklären, plant Serento's bunt zusammengewürfelte Crew dem üblen Gangsterboss de la Sol das angehäufte Vermögen zu stehlen, mit dem sie dann für immer untertauchen wollen. Klingt nach mehr Action, als letzten Endes auf der Leinwand dargestellt. Für ein paar dezente Schmunzler ist Superfast! trotzdem gut.
- Alexander Riede | www.universumfilm.de

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Dark Alien (2015)

Seit Jahrzehnten stellt die Menschheit kühnste und doch immer gleiche Überlegungen an, wie es wohl wäre, wenn fremde Wesen aus dem Weltall die Erde heimsuchen. Welchem wahren Zweck wird ihr Besuch letztlich dienen? Können wir dann mit einer Verbesserung oder Verschlechterung der allgemeinen Lebensumstände rechnen? Gibt es eine friedliche Koexistenz oder sind wir machtlos ihrer überlegenen Technologie ausgeliefert? Alles Fragen, die der Film Dark Alien eben nicht beantwortet. Stattdessen wird die tragische Lebensgeschichte der an Brustkrebs erkrankten Valerie Dreyfuss (Rochelle Vallese) erzählt. Ihre Schwester Melissa steht der geschwächten Patientin bis zum bitteren Ende bei, denn es ist keine Chemotherapie mehr möglich laut Aussage des behandelnden Arztes. Eine nächtliche Autofahrt soll die Ausgangslage verändern... Helles Licht am Horizont, ein unbekanntes Flugobjekt, 12 Stunden Filmriss, die Schwester seitdem spurlos verschwunden. Keine Indizien für die Polizei und quälende Albträume. Immerhin geht es gesundheitlich aufwärts. Der Krebs ist wie durch ein Wunder anscheinend ebenfalls verschwunden.

Val verteilt auf der Suche nach Melissa Flugblätter in der gesamten Stadt, wird in einer Seitenstraße von zwei Kerlen überfallen und wie der Zufall (oder das dürftige Drehbuch) es so will, ausgerechnet von ihrem Ex gerettet. Carter (Luke Goss) ist Detective, tappt im Fall der Vermissten allerdings genauso im Dunklen. Letzte Hoffnung auf die Beantwortung brennender Fragen sieht die mit der Gesamtsituation unzufriedene Valerie in den Ausführungen des prophetischen Buchautors Dr. Xavier Reed (Robert Davi), der in seinem von der Außenwelt abgeschnittenen Refugium eine Selbsthilfegruppe mit posttraumatischen Stresssymptomen betreut. Ihre Teilnahme ist angeblich freiwillig, wie sich noch herausstellen soll, schwebt Val in dieser seltsamen Umgebung aber in großer Lebensgefahr. Die Story von Dark Alien ist ohne Umschweife ziemlich langweilig, die Schauspieler mehr bemüht denn glaubwürdig und dann noch dieses dreiste Szenen-Recycling im Science-Fiction Teil. Das ist einfach zu viel des Guten und ich würde von einem spontanen Griff zur Blu-ray eher abraten.
- Alexander Riede | www.tiberiusfilm.de