Mit Tapferkeit gegen übermächtige Gegner.

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Monsters: Dark Continent (2015)

(2/6) Der Trailer zu Monsters: Dark Continent sieht durchaus vielversprechend aus. Nach 119 Minuten macht sich allerdings große Ernüchterung breit, weil Tom Green (Drehbuch/Regie), der sich dem Sequel zum 2010 erschienenen Science-Fiction Streifen Monsters annahm, einfach zu viele Fragezeichen beim Zuschauer hinterlässt. Er verschiebt das Setting von Mexiko in den Mittleren Osten – ein Kampfgebiet, in das sich wohl nur die wenigsten US-Soldaten freiwillig versetzen lassen... Michael Parkes (Sam Keeley) und seine Kameraden sind alle in der gleichen Nachbarschaft (Detroit) aufgewachsen. Am letzten Tag vor ihrem Einsatz hinter feindlichen Linien lassen sie es mit Alkohol, Drogen und Prostituierten noch einmal so richtig krachen. Denn kaum in der Wüstengegend angekommen, erblicken die Soldaten eine ungewöhnliche Bedrohung. Eigentlich sollen sie Kontakt zur einheimischen Bevölkerung aufbauen, aufständische Individuen unter Kontrolle bekommen. Alltag im Dienst der US Army, würden im Hintergrund nicht gigantische Aliens durch die Gegend stampfen.


Wie sie auf die Erde gekommen sind und was sie hier wollen, bleibt bis zum Schluss ein Rätsel. Dem Grunde nach werden die feindlichen Wesen von Green zu simplen Statisten degradiert. Bezeichnenderweise würde Monsters: Dark Continent, wie der Film letztlich konzipiert und umgesetzt wurde, auch locker ohne sie auskommen. Unter dem Deckmantel der Science-Fiction Referenz versteckt sich eine mittelmäßige Kriegsepisode, so sinnlos wie bewaffnete Auseinandersetzungen eben sein können. Das Kommando führt ein gewisser Staff Sergeant Noah Frater (Johnny Harris). Eine heroische Rettungsmission geht ordentlich schief: die acht Mann starke Truppe fährt durch ein Minenfeld und dezimiert sich locker um die Hälfte. Der Rest wird heftig unter Beschuss genommen (mitunter von Scharfschützen), muss aufgeben und landet ebenfalls in Gefangenschaft. Die Situation scheint ausweglos und der sichere Tod lässt nicht mehr lange auf sich warten. Zwischendurch stiften die Aliens etwas Chaos, sorgen für eine dringende Ablenkung, wodurch die noch verbliebenen Frater und Parkes die Flucht vor ihren Peinigern ergreifen können. Der Staff Sergeant besteht auf der Fortführung der ursprünglichen Mission, nur was sollen zwei total entkräftete Militärs mitten im Nirgendwo großartig reißen...?
- Alexander Riede | www.universumfilm.de

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Brotherhood of Blades (2015)

(3/6) „Ist es nicht immer wieder anregend zu sehen, wie eine Dynastie zu Grunde geht?“ Was die Übertragung dieses Filmzitats aus Riddick: Chroniken eines Kriegers auf den historischen Kontext des Wuxia Genrevertreters (populäre chinesische Form von Martial Arts Produktionen, Anm. der Red.) Brotherhood of Blades angeht, trifft es einen ziemlich wunden Punkt. Denn bei aller Ehre drehte sich doch vieles wieder einmal primär um Reichtum und die damit verbundene Macht. Auf Befehl ihrer Majestät durchsuchen die kaiserlichen Assassinen das gesamte Land nach Mitgliedern eines Geheimbundes. Insbesondere sind sie am Versteck des einstigen Anführers Wei Zhong Xian interessiert und befragen potentielle Informanten mit gewissem Nachdruck. Ihre Methoden kann man durchaus infrage stellen. Mit bemerkenswerter Loyalität lassen sich drei Schlüsselfiguren unter den Assassinen von einem hinterlistigen Zhao Jing Zhong (Nie Yuan), ohne eine leise Vorahnung zu haben, in den vermeintlich sicheren Tod schicken – mehr als einmal. Shen Lian (Chen Chang) plagen aufgrund seiner Taten Gewissensbisse.

Er besucht beinahe täglich ein und dieselbe Kurtisane und lässt das meiste seines Lohns bei ihr, allerdings nicht für sexuelle Dienste. Irgendwann möchte Lian sie freikaufen, doch woher eine enorme Summe nehmen, wenn nicht stehlen? Sein Kollege Jin Yi Chuan (Ethan Li) besitzt eine solche kriminelle Vergangenheit, die er um jeden Preis verschwiegen haben möchte. Ein kampfstarker Erpresser nutzt diesen Umstand schamlos aus und früher oder später muss es zu einem Zweikampf bis zum bitteren Ende kommen. Der Dritte im Bunde ist Lu Jian Xing (Wang Quianyuan), dem die eigene Mutter schon seit geraumer Zeit in den Ohren liegt, wann er denn endlich von seinem Vorgesetzten befördert wird. Bestechung funktioniert ausnahmsweise nicht oder reicht besser gesagt nicht aus an dieser Stelle. Jedenfalls begibt sich das ungleiche Trio, das im Schlachtengetümmel zu Brüdern im Geiste zusammenwächst, auf eine gefährliche Mission. Sie sollen Meister Wei finden, was ihnen trotz zahlenmäßiger Überlegenheit der Gegner auch gelingt. Nur macht der pfiffige Eunuchengreis dem ins Grübeln kommende Shen Lian ein Angebot, das er nicht ausschlagen kann. Für reichlich Silber wird einfach eine andere verkohlte Leiche als jene von Wei ausgegeben. Eine Täuschung, die früher oder später auffliegen muss und noch folgenschwere Konsequenzen nach sich zieht. Brotherhood of Blades von Regisseur Lu Yang bietet ordentliche traditionelle Kampfkunst und satte Actionsequenzen, das Ganze jedoch mit hektischer Kameraführung sowie einer unnötig in die Länge gezogenen Story.
- Alexander Riede | www.edel.com

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Robot Overlords (2015)

(2/6) Die Menschheit steht unmittelbar vor ihrer Vernichtung und weiß es noch nicht einmal. Wir befinden uns im Science-Fiction Setting der britischen Filmproduktion Robot Overlords: es sind drei Jahre vergangen, seit der feindlichen Invasion durch künstliche Intelligenz. Gigantische Roboter, Flugdrohnen und wandelnde Kampfgeschütze sorgen seitdem mit Nachdruck für Hausarrest. Der Widerstand dauerte nicht allzu lange. Wer sich unerlaubt im Freien aufhält, bekommt eine minimale Zeitspanne, um sich sofort wieder in ein Gebäude zu begeben. Anderenfalls wird man eliminiert! Wie die Maschinen das kontrollieren können? Jeder Mensch trägt am Hals einen von ihnen implantierten Chip zur besseren Ortung. Die Drohnen fliegen aber auch so regelmäßig Patrouille. Leichtsinn macht den schmächtigen Knaben Connor (Milo Parker) zum Vollwaisen. Die fürsorgliche Nachbarin Kate Flynn (Gillian Anderson, bekannt aus Akte X) nimmt ihn zu sich auf. Der eigene Sohn Sean (Callan McAuliffe) ist schon etwas älter und soll noch zur Schlüsselfigur im Kampf gegen die Maschinen werden.

Sean sucht verzweifelt nach Hinweisen auf den Verbleib seines vermutlich bei Rebellen untergetauchten Vaters. Was einer Person überhaupt nicht gefallen dürfte: dem skrupellosen und zu hundert Prozent loyalen „Kollaborateur“ der Maschinen Robin Smythe (Ben Kingsley). Der schon früher unbeliebte, ehemalige Lehrer möchte um jeden Preis das Herz der attraktiven Kate für sich gewinnen. Eine eventuelle Familienzusammenführung passt also kaum ins Konzept. Durch einen glücklichen Zufall entdeckt Connor eine Möglichkeit zur Störung des Sendesignals der implantierten Chips und so machen sich er, das Geschwisterpaar Nathan (James Tarpey) und Alexandra (Ella Hunt) sowie Sean auf nächtliche Erkundungstour. Sie stoßen auf eine heiße Spur zu Sean's Dad, leider eben auch auf Roboter und Smythe möchte mit einem tödlichen Apparat das Gedächtnis der Kids durchleuchten. Jener „Deep Scan“ erwartet im übrigen jeden Menschen, wie sich noch herausstellen wird. Die Maschinen verfügen einfach nicht über ausreichende Kapazitäten, um ihn in der Kürze der Zeit abzuwickeln. Deshalb der verordnete Hausarrest, damit niemand etwas mitbekommt. Robot Overlords klingt jetzt vielleicht düsterer, als vom Regie führenden Jon Wright tatsächlich umgesetzt. Kinder werden zu Helden, während die Erwachsenen sich einem fragwürdigen System unterordnen. In der FSK 12 Fassung also ähnlich harmlos wie Transformers Spielzeugfiguren.
- Alexander Riede | www.kochmedia-film.de