Cutscene

Wer sich seiner Angst stellt...

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The Dead Lands (2015)

(3,5/6) Die relativ unberührte, vielfältige und teilweise einzigartige Vegetation von Neuseeland eignet sich hervorragend für einen nicht ganz unkritischen Blick auf die Tradition der Maori-Krieger vergangener Tage. Ruhm und Ehre spielten einst eine große Rolle, jedoch wurden diese Handlung leitenden Motive unterwandert von Machtstreben, territorialer Ausweitung und anderen niederen Bedürfnissen. Regisseur Toa Fraser lässt uns gemeinsam mit dem 17-jährigen Hongi (James Rolleston) das Unheil bringende Gebiet von The Dead Lands durchstreifen. Der törichte Träumer muss schnell zu einem Mann werden bei dem Versuch, die Vernichtung seines Stammes und den Tod seines Vaters (dem Häuptling) zu rächen. Eigentlich herrschte Frieden mit dem langjährigen Feind, doch der Sohn des anderen Häuptlings sucht mit seinen Kriegern bewusst den Konflikt. Wirepa (Te Kohe Tuhaka) scheißt im wahrsten Sinne des Wortes auf Traditionen und versucht, die Entweihung eines heiligen Ortes in die Schuhe des jungen Hongi zu schieben.

Weiterlesen: Cutscene: The Dead Lands, The Saints, Debug

Die dunkle Seite der Menschheit.

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Dark House (2015)

(4/6) Nick Di Santo (Luke Kleintank) besucht anlässlich seines 23. Geburtstages die Frau Mama in einer Nervenanstalt. Diese hatte sich bereits in seiner Kindheit selbst dort eingewiesen, weshalb ihr Sohn von einem Pflegeheim zum nächsten gereicht wurde. Er ist nicht gekommen, um ihr deshalb weitere Vorwürfe zu machen, flüchtet aber vor einem unangenehmen Gespräch über seinen Vater, den er nicht kennt. Nick verfügt über eine mysteriöse Gabe: wenn er andere Menschen berührt, kann er in der Regel deren schrecklichen Todesmoment visualisieren, was ihn zu einem nur bedingt beneidenswerten Sonderling werden lässt. Immerhin schreckt diese weder seine Freundin Eve (Alex McKenna) noch den besten Kumpel Ryan (Anthony Rey Perez) ab, mit denen er sich eine Wohnung teilt, acht Monate nach besagtem Geburtstag. Die Mutter starb unmittelbar nach dem Gespräch, weil ein Großbrand die Anstalt abfackelte. Zur Testamentseröffnung wird dem generell neugierigen jungen Mann eine Mappe mit sämtlichen von ihm gezeichneten Kinderbildern überreicht. Darauf ist jedes Mal dasselbe Motiv zu sehen: ein Haus.

Weiterlesen: Cutscene: Dark House, Wrong Turn 3, The Canal

Innere Mauern einreißen.

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Das grenzt an Liebe (2015)

(4,5/6) Oren Little, hervorragend verkörpert von US-Schauspieler Michael Douglas, ist Immobilienmakler mit festen Verkaufsprinzipien und nur noch einen erfolgreichen Abschluss von seinem wohlverdienten Ruhestand entfernt. 8,6 Mio. US-Dollar ist das Objekt wert und für Oren geht es nicht einfach nur um die Provision. Das Haus ist sein Eigentum, in dem er die letzten beiden Jahre fürsorglich seine inzwischen verstorbene Frau Sarah pflegte. Mit ihr ist jedes Leben ausgezogen und der mürrische Zeitgenosse wohnt übergangsweise inmitten gepackter Kartons in einer Mehrparteien-Anlage namens „Little Shangri-La.“. Bei den unmittelbaren Nachbarn nicht sonderlich beliebt, prallen sämtliche Beschwerden an ihm ab, denn wie man sich denken kann, gehört ihm auch diese Immobilie. Neben ihm wohnt die ebenfalls verwitwete Blues-Sängerin Leah (Diane Keaton), die während ihrer abendlichen Auftritte in Restaurants und Clubs jedes Mal in Tränen ausbricht, wenn ein Lied sie an ihren verstorbenen Gatten erinnert. Etwas mehr Schwung in die Geschichte bringt Orin’s „verlorener Sohn“ Luke (Scott Shepherd), der dem Vater schon immer reichlich Kummer und Sorgen bereitete.

Weiterlesen: Cutscene: Das grenzt an Liebe, Der letzte Kaiser, Frankie und Alice

Manche nehmen ihr Schicksal selbst in die Hand.

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Predestination (2015)

(3/6) Wer war zuerst da? Das Ei oder das Huhn? Und könnte dieses durch Zeitreisen zu seinem Ursprung zurück, würde es dann dem Hahn begegnen? Der Großteil unserer Leser wird mich vermutlich für verrückt halten oder sagen wir besser verwirrt… Das immerhin haben die Spierig Brothers mit ihrem Paradoxon in Filmform geschafft. Predestination ist inspiriert durch die Kurzgeschichte von Robert A. Heinlein und steckt voller Überraschungen. Wir beobachten einen namenlosen Agenten (Ethan Hawke), wie er im Auftrag eines gewissen Mr. Robertson (Noah Taylor) vergeblich versucht, den ominösen „Fizzle Bomber“ daran zu hindern, in den 70er Jahren einige verheerende terroristische Anschläge in New York zu verüben. Er ist seinem Zielobjekt sehr nahe und verliert im letzten Moment sprichwörtlich sein Gesicht. Die Wunden heilen langsam und mithilfe einer portablen Zeitmaschine (getarnt als Geigenkasten) muss ein anderer Lösungsansatz gefunden werden. Mit dem Wissen um bestimmte Geschehnisse könnte der Agent leicht die Vergangenheit zu seinen Gunsten verändern, doch er hält sich strikt an ein fest vorgegebenes Protokoll.

Weiterlesen: Cutscene: Predestination, Exists, I Am Soldier

Exzentrische Persönlichkeiten.

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Saphirblau (2015)

(2/6) Es ist die Fortsetzung des 2013 erschienenen Rubinrot und damit die zweite Filmadaption der Fantasy-Trilogie Liebe geht durch alle Zeiten der Jugendbuchautorin Kerstin Gier. Saphirblau als Einstieg in eine komplexe Hintergrundgeschichte zu wählen, ist deshalb alles andere als einfach. Katharina Schöde (Drehbuch/Regie) bemüht sich zwar, in den ersten von insgesamt 116 Minuten einer deutschen Produktion (mit internationalem Anspruch) um einen kurzen Abriss der Geschehnisse. Meine aufploppenden Fragezeichen kann sie damit allerdings kaum verhindern. Als erwachsener Zuschauer fühlt man sich etwas alleine gelassen mit der selbstverständlichen Teenie-Romantik, die ihre magischen Momente aus seltenen Fähigkeiten bezieht. Wichtigste Figur einer emotionalen Verwirrung ist die junge Gwendolyn Shepherd (Maria Ehrich), die herausfinden muss, welchen Menschen in ihrem Leben sie trauen kann und wer ein falsches Spiel mit ihren Gefühlen treibt. Eine geringe Anzahl von außergewöhnlichen Personen besitzt durch eine Genmutation die Macht, Zeitreisen zu unternehmen.

Weiterlesen: Cutscene: Saphirblau, Aviator, Das Geisterhaus