Cutscene

Drogen und andere Probleme.

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Oliver Stoned (2015)

(3,5/6) Es ist zwar nicht der nächstbeste Freitag, aber Seth Cassell wirkt in seiner Rolle als planloser Kiffer-Typ Oliver einem schauspielernden Eiswürfel recht ähnlich. Wie der Titel der Komödie von Tom Morris bereits vermuten lässt, arbeitet Oliver Stoned und mit eingeschränkter Begeisterung in der Waschmeile seines Vaters Jeff (Pete Gardner). Der wäre eigentlich gar kein so großer Spießer, macht eher einen auf jung geblieben und vergnügt sich nach der Scheidung von seiner Frau mit einer deutlich jüngeren Freundin. Jennifer (Briana Lane) drückte mit Oliver die Schulbank, also kann man sich in etwa vorstellen, wie begeistert der ansonsten recht sympathische Verlierer von der Liaison sein dürfte. Doch Oliver hat ein ganz anderes Problem: er steht sozusagen unter Bewährung, nur dass der drohende „Knast“ ein Umzug nach Tucson, Arizona zu seiner Mom wäre. Ein 55er Mercury Oldtimer soll von einer noch älteren Lady abgeholt und gründlich gereinigt werden. Oliver bekommt während der Autofahrt Heißhunger und entdeckt einen Eiswagen am Straßenrand.

Weiterlesen: Cutscene: Oliver Stoned, Leaving Las Vegas, Wrong Cops

„Verrückte Menschen machen verrückte Dinge.“

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Annabelle (2015)

(3/6) Sie könnten kaum ein glücklicheres junges Ehepaar abgeben. John (Ward Horton) und Mia Gordon (Annabelle Wallis) wohnen in einem netten kleinen Haus im kalifornischen Santa Monica und erwarten Nachwuchs. Der künftige Ernährer der Familie steckt in den letzten Zügen seiner Facharztausbildung und seine hochschwangere Frau dekoriert gerade das künftige Kinderzimmer. Warum das ausgerechnet mit (pardon: grässlichen) Puppen geschehen muss, wird wohl nur sie selbst wissen: nun gut, wir befinden uns bei Annabelle in einem 70er Jahre Setting und über Geschmack lässt sich bekanntlich streiten, aber das neueste seltene Sammlerstück wirkt ähnlich grotesk wie Chucky die Mörderpuppe. Meinem Kind würde ich so etwas nicht in den Raum stellen. Das befürchtete Unheil nimmt auch schon die nächsten Tage seinen Lauf. Im Nachbarhaus passieren seltsame Dinge. Mia vernimmt nachts einen Schrei und anstatt sofort die Polizei zu rufen, sieht John nach dem Rechten. Ein Fehler, weil zwei durchgeknallte Sektenmitglieder, darunter die lange Zeit verschollene Tochter der Nachbarn, plötzlich im Haus der Gordon’s stehen und auf die beiden losgehen.

Weiterlesen: Cutscene: Annabelle, Die Reifepruefung, Secretary

Auf falschen Pfaden.

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The Timber (2015)

(2/6) Bei Western scheiden sich nicht einfach nur die Geister, sie duellieren sich regelrecht, wenn es um die Gunst des Publikums geht. Während sich die einen schon selbst mit Hut und Stiefel am Lagerfeuer wähnen, um genüsslich Bohnen zu verspeisen, können andere dem guten alten Cowboy- und Indianerspiel wenig Positives abgewinnen. Auch in unserer Redaktion ist man geteilter Meinung. Anthony O’Brien (Regie), der sich zudem am Drehbuch von The Timber beteiligte, präsentiert uns teilweise eine ordentliche Bildinszenierung mit edlen Pferden in der Nahaufnahme und einer unbarmherzigen Schneelandschaft, in der man sich nicht wirklich freiwillig aufhalten würde. Die Brüder Wyatt (James Ransone) und Samuel (Josh Peck) haben keine andere Wahl. Um den schwer verschuldeten Grund und Boden ihrer Familie vor den gierigen Händen der örtlichen Bank zu schützen, gehen sie einen seltsamen Deal ein. Auf einen gewissen Jebediah Seagrave (William Gaunt) ist ein hohes Kopfgeld angesetzt – tot oder lebendig.

Weiterlesen: Cutscene: The Timber, There Will Be Blood, In The Name of The Son

Der schwierige Weg der Selbstbestimmung.

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Northern Soul (2015)

(3/6) Als Filmkritiker lernt man anscheinend nie aus. Northern Soul beschreibt jene Musikbegeisterten, die in den 60er/70er Jahren ihre Sammler-Leidenschaft für tanzbare Soul Rhythmen entdeckten und daraus eine Art Subkultur aus dem Boden stampften. Seltene Platten waren das höchste der Gefühle und die Clubszene im britischen Raum wurde maßgeblich beeinflusst, es hatte schließlich nicht jeder Lust, sich mit den langweiligen Charts zu begnügen. Elaine Constantine (Drehbuch/Regie) nimmt uns in ihrem Drama von Freundschaft und Selbstfindung mit auf eine kleine Zeitreise. Wir begleiten mit der Figur des John Clark (Elliot James Langridge) einen typischen Sonderling durch eine aufregende Phase als junger Erwachsener. Von seinem Lehrer Mr. Banks als tagträumender Taugenichts abgestempelt und von den überforderten Eltern am liebsten in das nächstbeste Heim gesteckt, nimmt er irgendwann Reißaus. An einem Tanzabend im Jugendzentrum lernt er den von den eigenen Tanzkünsten maßlos überzeugten Hobby-DJ Matt (Josh Whitehouse) kennen.

Weiterlesen: Cutscene: Northern Soul, Gottes Werk und Teufels Beitrag, Revenge of The Green Dragons

Wer sich freiwillig dem Kampf stellt...

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Wolves (2015)

(3,5/6) Rein oberflächlich betrachtet, führt Cayden (Lucas Till) ein fantastisches Leben: er ist jung, gutaussehend, Quarterback der Schulmannschaft in einer Football verrückten Stadt und hat eine heiße Freundin. Doch in seinem Inneren schlummert ein Monster… Blutige Albträume verfolgen ihn fast jede Nacht, dazu gesellen sich körperliche Veränderungen sowie unerklärliche Kraftschübe. Auf dem Feld kann er seine Wut nicht länger kontrollieren und ohne zu wissen, was geschehen sein könnte, findet er seine Eltern in zerfleischtem Zustand vor. Er wird doch wohl nicht… Die Polizei glaubt jedenfalls, „Cannibal Kid“ wäre für ihre Ermordung verantwortlich. Cayden bleibt einzig die Flucht. Orientierungslos reist er von Ort zu Ort und rettet mit seiner animalischen Seite eine bedrohte Frau vor zwei Bikern. Gewaltige Hiebe mit seinen Werwolf-Pranken lassen den Angreifern keine Chance und Cayden fährt mit Lederjacke und Motorrad weiter. In einer zwielichtigen Kneipe begegnet er „Wild Joe“, einem Artgenossen, der den Jungen zur Beantwortung brennender Fragen seiner wahren Herkunft (er wäre schließlich nur adoptiert) hoch in die Berge nach Lupine Ridge schickt.

Weiterlesen: Cutscene: Wolves, Million Dollar Baby, Outpost 37