Memoiren des Heavy Metal.

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Review | Kritik | Bewertung
Ozzy Osbourne - Memoirs of A Madman (2014)

Bewertung: 5 von 6
Studio: Sony Music Entertainment
www.ozzy.com

Ozzy Osbourne, dieser Name dürfte nicht nur eingefleischten Metal-Fans ein Begriff sein. Mit seiner Band Black Sabbath und dank seiner genialen Stimme brachte es der Sänger mit der herzlich durchgeknallten Familienbande (man erinnert sich gerne an das TV-Format The Osbournes) in den Siebziger Jahren mit Songs wie Paranoid, Iron Man und The Wizard zu bemerkenswerten Weltruhm. Mit seinem Soloprojekt zeigte er dem Publikum noch mehr von seinem umfangreichen Können und hat über diverse Songs verteilt auch Musiker wie Zakk Wylde (heute Gitarrist bei Black Label Society) oder Robert Trujillo (heute Bassist bei Metallica) bekannt gemacht. Genie und Wahnsinn liegen aber bekanntlich nah zusammen und so verwundert es einen auch nicht, dass der „Prince of Darkness“ immer wieder von Skandalen begleitet wurde.


Einmal biss er beispielsweise während eines Konzerts einer Fledermaus den Kopf ab, woraufhin er sich einer Tollwut-Behandlung unterziehen musste. Nach eigener Aussage hat er auch eine Vielzahl seiner eigenen Katzen erschossen und den Urin fremder Künstler getrunken. Ob das wirklich alles der Wahrheit entspricht, wissen eigentlich nur die Beteiligten selbst. Seiner wirkungsvollen Inszenierung im Heavy Metal Genre konnte es aber mit Sicherheit kaum schaden. All diese Begleiterscheinungen ändern auch nichts an der Tatsache, dass John Michael Osbourne (so sein richtiger Name) ein echter Ausnahmekünstler ist, der unter den Metal-Fans einfach Kultstatus genießt. Über seine Schaffensphase als Solokünstler erscheint nun ein umfassendes Best of Werk, dass den passenden Namen Memoirs of A Madman trägt. Neben der hier rezensierten Doppel-DVD ist das Home Entertainment Release aus dem Hause Sony Music ebenfalls als reine Audio-CD erschienen. Auf der ersten DVD finden sich dann alle Videos, die Ozzy Osbourne jemals veröffentlichte.

movie-ozzyosbourneSchön, dass bei der Reihenfolge auf die chronologische Veröffentlichung der Videos geachtet wurde, so dass man sich ein wunderbares Gesamtbild der langen Karriere des britischen Rockmusikers machen kann. Unter den stolzen 26 Videos finden sich eigentlich alle bekannten Klassiker: von Bark At The Moon über Crazy Train und No More Tears bis hin zu neueren Veröffentlichungen wie Dreamer oder Let It Die vom aktuellsten Ozzy Osbourne Album Scream aus dem Veröffentlichungsjahr 2010. Als Bonus erhalten die fleißigen Käufer noch ein alternatives Video zu Mama, I'm Coming Home sowie zwei Making of's. Die zweite DVD zeigt den kultigen Ozzy dann im Verlauf seiner Karriere bei Live-Auftritten, von einer persönlichen Seite während der zahlreichen Tourneen und bei TV-Auftritten. Einige Aufnahmen gehen weit die Achtziger Jahre zurück, weshalb die Qualität des Bildes nicht immer nach dem Geschmack des verwöhnten HD-Publikums sein dürfte, jedoch machen gerade diese authentischen Aufnahmen den besonderen Reiz von Memoirs of A Madman aus.



redakteur-johann

Zusammenfassung Review | Kritik | Bewertung

Johann Höng ist der Meinung...
Ozzy Osbourne veröffentlicht mit Memoirs of A Madman ein Karriere umfassendes Best of. Augenmerk liegt dabei ausschließlich auf seinem Soloprojekt und da sind wir auch schon beim einzigen Kritikpunkt, verbindet man den Namen Ozzy Osbourne doch immer auch sofort mit der großartigen Band Black Sabbath. Nichtsdestotrotz hat der „Prince of Darkness“ auch solo keinerlei Probleme, zwei DVDs randvoll mit interessantem Material aus seiner Schaffensphase zu füllen. Für mich von vorne bis hinten ein gelungenes Werk, das in vorderster Front natürlich die Ozzy-Fans ansprechen wird. Doch selbst die jüngeren Metalheads, die ihn eher aus dem MTV-Format kennen, dürfen gerne zugreifen, bietet das Werk schließlich die einmalige Gelegenheit, innerhalb von 270 Minuten alles über eine Legende des Genres zu erfahren.

Preisvergleich: Ozzy Osbourne - Memoirs of A Madman