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Review | Kritik | Bewertung
Wacken - Der Film (2014)

Bewertung: 4,5 von 6
Studio: Warner Home Video
www.wacken3d-film.de

Idyllisch war es in der 1.800 Seelen zählenden Gemeinde Wacken in Schleswig Holstein, ehe Thomas Jensen und Holger Hübner 1989 bei einem Besuch in der ortsansässigen Wirtschaft die glorreiche Idee hatten, ein Musik-Festival in der ländlichen Gemeinde zu organisieren. Die Idee des Wacken Open Air war geboren und fortan fand es alljährlich im August statt. Nach anfänglichen Schwierigkeiten gelang 1996 mit dem Auftritt der umstrittenen Böhsen Onkelz der endgültige kommerzielle Durchbruch. Seitdem ist das Festival eine Art Selbstläufer geworden und Fans aus allen Teilen der Welt pilgern nach Norddeutschland, um auch einmal dabei zu sein beim bekanntesten, größten und wohl auch besten Metal-Festival der Welt. Entsprechend groß ist demnach auch das Interesse der Medien geworden und so ist es kaum verwunderlich, dass es bereits zahlreiche Versuche gab, jenen Wahnsinn, den das Open Air umgibt, in einer Dokumentation darzustellen.


Der bekannteste Film bis dato dürfte dabei Full Metal Village aus dem Jahr 2006 sein, welcher der koreanischen Regisseurin Cho Sung-Hyung gleich mehrere Auszeichnungen einbrachte. Pünktlich zum 25-jährigen Jubiläum aber lief  dann Wacken 3D in den deutschen Kinos an, welcher durch eine aufwendige Produktion und im speziellen seine 3D-Effekte beim Publikum punkten konnte. Diese Produktion erscheint nun unter dem Titel Wacken – Der Film als DVD und Blu-ray auf dem deutschen Markt. Zwar liefert das Werk von Regisseur Norbert Heitker anders als beispielsweise Full Metal Village wenig neue Hintergrund-Informationen, dennoch gelingt es ihm mit seinem Team, den Zuschauer Zuhause auf der Couch in eine Welt voller Schlamm, Bier und Heavy Metal zu versetzen. Gerade für Fans, die diesen Wahnsinn bereits selbst einmal live miterlebt haben, fühlen sich die kurzweiligen 90 Minuten wie eine kleine Zeitreise an. Man sieht Horden schwarz gekleideter Menschen, die sich auf den Weg durch die überschaubare Dorfgemeinde machen, jubelnde Fans vor den Bühnen und Festivalbesucher, die sich nach einem (fast schon traditionellen) Unwetter in den dabei entstanden Schlammgruben regelrecht suhlen.

movie-wackenMit am beeindruckendsten aber sind für mich eben solche Aufnahmen, die das Kamerateam direkt von der Bühne aus einfangen konnte. Dem Fan bietet sich dabei nicht selten der Blick auf ein endlos wirkendes Meer ekstatischer Fans, so wie er sich mit Sicherheit auch dem ein oder anderen abgebrühten Musiker für immer im Gedächtnis einprägen wird. Bei allen Bildern und Aufnahmen, die man rund um das Festival erhält, darf selbstverständlich auch die Musik nicht zu kurz kommen. Schließlich geht es trotz aller Kommerzialisierung rund um das Wacken Open Air in erster Linie immer noch um eins: um Heavy Metal in all seinen Variationen und Generationen. Die älteren Herrschaften kommen dabei vor allem in Person von beispielsweise Alice Cooper oder Jeff Waters (Annihilator) in Interviews zu Wort, während hoffnungsvolle Nachwuchsbands wie GOD – The Barbarian Horde aus Rumänien, die Südamerikaner von Rotten State oder Nine Treasures aus China bei ihren Live-Auftritten im Laufe des mittlerweile nicht mehr wegzudenkenden „Metal Battle“ gezeigt werden. Gegen Ende des Films kommt immer mehr der Wunsch auf, einmal (wieder) Teil dieser Veranstaltung zu sein. Gelegenheit dazu bietet sich aber leider erst frühestens im August 2016. Die diesjährige Veranstaltung - wie wäre es auch anders zu erwarten - war bereits wenige Tage nach dem Vorverkaufsstart restlos ausgebucht.



redakteur-johann

Zusammenfassung Review | Kritik | Bewertung

Johann Höng ist der Meinung...
Was Mekka für den Islam ist, wäre Wacken wohl für den Metal-Fan. Einmal dabei sein ist der Traum eines jeden Musikliebhabers, der auf härtere Gitarrenklänge steht. Ich selbst war zweimal live mit dabei und fühlte mich bei Wacken – Der Film sofort wieder mittendrin im Geschehen. Regisseur Norbert Heitker ist es dank imposanter Bilder vor und auf der Bühne gelungen, eine authentische Dokumentation zu produzieren, welche insbesondere den überzeugten Festivalgängern zusagen wird. Aber auch alle anderen, die gerne den Hype um das größte Metal-Fest der Welt verstehen wollen, sei diese Dokumentation ans Herz gelegt, auch wenn die Hintergrund-Infos lange nicht so interessant sind, wie bei Cho Sung-Hyung's Werk Full Metal Village.

Preisvergleich: Wacken - Der Film