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Review | Kritik | Bewertung
Fifty Shades of Grey - Geheimes Verlangen (2015)

Bewertung: 4 von 6
Studio: Universal Pictures
www.fiftyshades-film.de

Es ist das altbekannte Phänomen einer nach Skandalen lechzenden Gesellschaft. Der erste Band der erotischen Romanreihe Fifty Shades of Grey führte weltweit die Bestsellerlisten an und die britische Autorin E. L. James kann sich über insgesamt mehr als 100 Millionen verkaufte Exemplare der als Trilogie konzipierten Handlung freuen. Gelesen haben will es wieder einmal niemand, wenn man offen in die Runde fragt, doch es bestehen berechtigte Zweifel an einer ausschließlichen Zielgruppe in Form sexuell unzufriedener Hausfrauen, die sich mehr Spannung im eigenen Schlafzimmer wünschen und zur Ablenkung bevorzugt solche Bücher lesen. Bei Kritikern kommt die Geschichte einer merkwürdigen Beziehung nicht sonderlich gut an, was in letzter Konsequenz auch für die Verfilmung des Erzählstoffs zutrifft. Was wurde nicht diskutiert über die finale Besetzung der beiden Hauptrollen, die sich erstaunlich schwer gestaltete. Dakota Johnson als anfangs eingeschüchterte Anastasia "Ana" Steele stand dabei schneller fest, als ein bis dato relativ unbekannter James Dornan, der den stets um Kontrolle bemühten Christian Grey verkörpert.


Das Interesse größerer Namen in Hollywood hielt sich in Grenzen, was mitunter an reichlich nackten Tatsachen liegen könnte. Vor allem Dakota Johnson zeigt in 129 Filmminuten mehr, als es ihren Eltern Don Johnson und Melanie Griffith vielleicht lieb ist. Die seit kurzem auf Blu-ray, DVD und Video on Demand käuflich zu erwerbende "Unveröffentlichte Filmversion" von Fifty Shades of Grey – Geheimes Verlangen scheint bei genauerem Blick – und da muss ich viele Fans leider enttäuschen – eine aufgeblasene Mogelpackung zu sein... Ein direkter Vergleich mit der ebenfalls enthaltenen Original-Kinofassung zeigt keineswegs noch intensivere Sexszenen (wie sich einige erhoffen werden) sondern eine zu vernachlässigende (extra) Schlussszene, die eine Fortsetzung andeuten soll. Die Enttäuschung ist groß, muss es aber nicht sein. Ich bin ehrlich gesagt relativ unvoreingenommen und ohne besondere Erwartungshaltung an den Streifen herangegangen und finde Fifty Shades of Grey – Geheimes Verlangen dem Grunde nach nicht schlecht. Die 21-jährige Anastasia Steele (Johnson) studiert Englische Literatur an der Washington State University Vancouver und springt spontan für ihre an Grippe erkrankte Mitbewohnerin Kate (Eloise Mumford) ein.

movie-fiftyshadesofgreySie begibt sich in den imposanten Gebäudekomplex von Grey Enterprises Holdings Inc., um mit dem gerade einmal sechs Jahre älteren CEO und erfolgsverwöhnten Milliardär Christian Grey (Dornan) ein Interview für die Abschlussausgabe einer Studentenzeitung zu führen. Die Fragen sind vorgegeben, verkommen aber schnell zur Nebensache. Es liegt so etwas wie eine magische Anziehungskraft in der Luft und Ana bekommt den von sich selbst überzeugten Geschäftsmann einfach nicht mehr aus dem Kopf. Die zweite Begegnung geschieht nicht ganz zufällig, denn ihm scheint es ähnlich zu gehen. Miss Steele arbeitet neben dem Studium in einem Laden für Heimwerkerbedarf und bedient mit Grey „den perfekten Serienmörder“, der angesichts seiner geheimnisvollen Interessen abseits der Arbeit Kabelbinder, Klebeband und ein Seil benötigt. Weil seine Interviewpartnerin dem Zeitungsartikel mit Sicherheit noch ein Foto hinzufügen möchte, überreicht ihr der mitdenkende Christian seine Visitenkarte. Ein Fotoshooting später sitzen die beiden in einem Coffee Shop und unterhalten sich. Grey verabschiedet sich mit den Worten: „Ich bin nicht der Richtige für Dich, Du solltest Dich besser von mir fernhalten.“, macht damit aus seiner Person ein Mysterium. So ganz lassen sich weitere Berührungspunkte schwer vermeiden und es ereignet sich ein Clubbesuch mit Folgen.

Anastasia trinkt über den Durst, fällt in Ohnmacht. Der vermeintlich edle Retter in der Not ist rechtzeitig vor Ort. Die junge Frau erwacht am nächsten Morgen in seinem Hotelbett. Er hätte die Situation ausnutzen können, zeigt sich aber als Gentleman von Welt. Wenigstens das, denn Romantik würde ihm für gewöhnlich nicht liegen. „Sein Geschmack wäre sehr speziell“ und Grey vermutet, Ana würde das nicht verstehen. Was wiederum ihre Neugierde weckt... Der Milliardär höchstpersönlich fliegt das Objekt der eigenen Begierde mit seinem Helikopter nach Seattle zu seinem privaten Anwesen, um dort Anastasia ein unmoralisches Angebot zu unterbreiten. Keine bezahlten sexuellen Gefälligkeiten, sie soll mittels Vertragsabschluss einwilligen, seine Sklavin zu sein! Dies wäre ferner „die einzige Art von Beziehung, die ihn interessiert“. Seine „Hausregeln“ klingen einfach, das „Spielzimmer“ ist bestens ausgestattet und die zu erlebenden Abenteuer fesselnd – im wahrsten Sinne des Wortes. Es folgt eine Zeit der Verhandlungen, eine Art Spielerei in den Augen der jungen Dame, die erst recherchieren muss, was sie alles erwartet. Doch es wird ernst und irgendwann drohen nicht nur Gefühle verletzt zu werden.



redakteur-alex

Zusammenfassung Review | Kritik | Bewertung

Alexander Riede ist der Meinung...
Ein neckischer Klaps auf den Hintern hier, ein satter Peitschenhieb dort. Die gezeigten Bilder in Fifty Shades of Grey – Geheimes Verlangen fallen harmloser aus, als gedacht. Prinzipiell zeigten die Herren Jake Gyllenhaal in Love And Other Drugs oder Ashton Kutcher in Toy Boy sogar mehr Körpereinsatz, als der britische Schauspieler (gleichzeitig Musiker und Fotomodell) James Dornan. Was man ihm und seiner Filmpartnerin Dakota Johnson hingegen nicht vorwerfen kann, ist ein glaubwürdiges Positionsgerangel in Liebesangelegenheiten. Bezeichnenderweise sind die beiden anderen Teile der Fifty Shades of Grey Trilogie ebenfalls für die Valentinstage der kommenden Jahre geplant. Regisseurin Sam Taylor-Wood übt sich bereits in leiser Vorfreude.

Preisvergleich: Fifty Shades of Grey - Geheimes Verlangen