Drama - Romance

Leben und Sterben in Bosnien.

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Review | Kritik | Bewertung
Twice Born - Was vom Leben übrig bleibt (2014)

Bewertung: 4 von 6
Studio: Maritim Pictures
www.maritim-pictures.de

Das scheußliche Gesicht des Krieges holt uns mit den aktuellen Geschehnissen in der Ukraine einmal mehr ein. Es geht um Zugehörigkeit, ethnische Herkünfte, politische Muskelspiele, nicht um Leben und leben lassen. Wo sich Steinewerfer ein Gehör verschaffen wollen, antwortet man mit Gewehrkugeln und (Meinungs-)Freiheit verkommt zu einem unwirklichen Konstrukt. So etwas gab es schon einmal und wird es auch weitere Male geben. Der Mensch ist eben selbstzerstörerisch. Das Schicksal verliert sich in Willkür. Warum also einen Film mit solch unschöner Thematik drehen? Weil wir nicht wegsehen sollen, nur weil der Krieg nicht vor unserer Haustüre passiert. Weil wir gewarnt sein sollen von menschlichen Abgründen. Sergio Castellitto bastelte zu diesem Zweck eine dramatische Liebes- und Lebensgeschichte in das Setting der Geschehnisse in Bosnien und Herzegowina in den Neunziger Jahren.

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Gefährliche Liebe.

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Review | Kritik | Bewertung
Mud - Kein Ausweg (2014)

Bewertung: 4 von 6
Studio: Ascot Elite Home Ent.
www.ascot-elite.de

Wurde er im Jahr 2005 noch zum „Sexiest Man Alive“ gekürt und in seiner vermeintlichen Paraderolle als Hollywoodschönling Zum Ausziehen verführt, so beweist der US-amerikanische Schauspieler Matthew McConaughey mittlerweile Mut zur „Häßlichkeit“. Nach The Paperboy sah man ihn schon mit anderen Augen und für Dallas Buyers Club bekam er verdientermaßen den Oscar als bester Hauptdarsteller. Es hat sich also gelohnt. Blut, Schweiß, Tränen, Gewichtsverlust und ein Imagewandel. Im gleichen Jahr wie Pete Dexter’s Thriller stand McConaughey für ein ähnlich schwer verdauliches, aber gleichermaßen faszinierendes Drama mit dem kurzen Titel Mud – Kein Ausweg vor der Kamera. Der Film befindet sich auf der Top 10 Liste an Independent Movies des Jahres 2013, ging jedoch am deutschen Kinozuschauer spurlos vorbei.

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Zielloser Anti-Kriegsfilm.

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Review | Kritik | Bewertung
Zaytoun - Geborene Feinde, echte Freunde (2014)

Bewertung: 3 von 6
Studio: Senator
www.senator.de/movie/zaytoun

Das Verhältnis des Individuums zu seiner sozialen Umgebung in Zeiten des Krieges sind immer wiederkehrende Themen des israelischen Regisseurs Eran Riklis. Schon in seinen Filmen Lemon Tree und Die syrische Braut thematisierte er das menschliche Schicksal im Angesicht des Nahost-Konflikts, wie die dadurch hervorgebrachten gesellschaftlichen Mechanismen den Einzelnen zusetzen. Mit seinem aktuellen Film Zaytoun – Geborene Feinde, echte Freunde setzt er diese Tradition fort. Ein israelischer Kampfpilot und ein palästinensischer Flüchtlingsjunge fliehen zusammen aus dem Libanon. Auf dem Weg werden sie natürlich Freunde und überwinden zusammen alle möglichen Hindernisse im Stil eines Roadmovies. Klingt leider spannender und anspruchsvoller als es ist. Der Flüchtlingsjunge Fahed (Abdallah El Akal) wächst im Beirut des Libanon-Konflikts auf.

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Der Versuch einen Kultfilm zu erschaffen.

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Review | Kritik | Bewertung
Lang lebe Charlie Countryman (2014)

Bewertung: 4 von 6
Studio: Koch Media  
www.kochmedia-film.de

Welche Zutaten braucht ein Film, um Kultstatus zu erreichen? Eine mystische Story, flotte Sprüche, Action...? Wodurch wird aus einem Indie-Projekt die Inspiration für eine ganze Generation? Was verleitet uns dazu, gewisse Filme immer wieder anzuschauen? Wie mache ich aus Blei wertvolles Gold? Ich weiß es nicht. Regisseure wie Fredrik Bond wissen es aber auch nicht. Dessen Werk Lang lebe Charlie Countryman versucht alle möglichen Versatzstücke aus Kultfilmen in eine einzige Verpackung zu pressen: Mystik um Liebe und Tod, drastische Gewalt, ein wenig Roadmovie-Romantik mit Drogenvisionen und natürlich geschliffene Dialoge. Das brachte dem Film einige Auftritte bei renommierten Festivals, waschechter Kult ist man aber deshalb noch lange nicht.

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Vom Tagträumer zum Draufgänger.

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Review | Kritik | Bewertung
Das erstaunliche Leben des Walter Mitty (2014)

Bewertung: 5 von 6
Studio: 20th Century Fox
www.waltermitty-derfilm.de

Der unscheinbare Walter Mitty (gespielt von Ben Stiller, der auch die Regie des Films übernahm) führt ein vermeintlich spannungsarmes Leben. Abgesehen von wilden Tagträumereien, in denen er von seiner tristen Alltagskonformität entfesselt wirkt, wagt der 42-Jährige herzlich wenig, was ihn auch nicht besonders attraktiv für das weibliche Geschlecht wirken lässt. Sein unvollständiges Profil sorgt für technische Probleme einer Online-Partnerbörse, mit deren Hilfe Walter die Frau fürs Leben finden möchte. Ausgerechnet eine neue Arbeitskollegin namens Cheryl Melhoff (Kristen Wiig) hat es ihm angetan, er traut sich nur nicht, sie auf normalem Weg anzusprechen.

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