Electronic - House

Bunt. Schrill. Deichkind.

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Review | Kritik | Bewertung
Deichkind - Niveau Weshalb Warum (2015)

Bewertung: 4 von 6
Label: Sultan Günther Music
www.deichkind.de

Wenn So 'ne Musik aus den Lautsprecherboxen dröhnt, kann man sich einerseits (vermutlich unnötig) den Kopf darüber zerbrechen, ob die Herrschaften von Deichkind mehr oder minder „Zielgruppenorientiert“ agieren, womöglich nur dem kreativen Freigeist kaum Grenzen setzen. Vielleicht sogar stellenweise selbst keinen wirklichen Plan haben, worauf sie im Laufe eines Songs konkret hinaus wollen. Andererseits lässt sich ihre Einzigartigkeit als wandelnde Rebellen zwischen den Musikgenres – mit spürbarer Party-Ausrichtung wohlgemerkt – auch einfach feiern. Es lebe die Ungezwungenheit! Ganz so einfach machen es sich die drei Emcees Philipp Grütering alias „Kryptik Joe“, Sebastian „Porky“ Dürre und nicht zu vergessen Sascha Reimann (bekannt als Ferris Hilton) nicht unbedingt, denn ihre zumeist humorvollen Texte stecken voller ironischer, manchmal auch sozialkritischer Untertöne.

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Afrojack lässt uns die Welt vergessen.

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Review | Kritik | Bewertung
Afrojack - Forget The World (2014)

Bewertung: 5 von 6
Studio: Universal Music
www.afrojack.com

Der Release seines von vielen gefeierten Debütalbums Forget The World liegt zwar nun schon knapp zwei Monate zurück, was allerdings nicht bedeutet, man könne über diesen musikalischen Geniestreich keine sinnvollen Worte mehr verlieren. Ganz im Gegenteil: der niederländische House-DJ Nick van de Wall, den tanzlaunigen Partyjüngern besser bekannt unter seinem Künstlernamen Afrojack, rockte erst vergangenes Wochenende den Norden Deutschlands auf dem Airbeat One Festival und das obwohl er nur wenige Stunden zuvor noch auf dem belgischen Tomorrowland Open Air am Mischpult stand. Betrachtet man den vollen Terminkalender auf der offiziellen Website des Künstlers, bekommt man ein ungefähres Gespür dafür, wie hart er sich seinen weltweiten Bekanntheitsgrad erarbeitet.

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Ich kenne keine stumpfsinnigen Beats.

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Review | Kritik | Bewertung
Clean Bandit - New Eyes (2014)

Bewertung: 5 von 6
Label: Warner Music
www.cleanbandit.co.uk

„So you think electric music is boring, you think it’s stupid, you think it’s repetitive? Well, it is repetitive.“ Die britische Elektro-Pop-Gruppe Clean Bandit scheint entweder einen feinen Sinn für Selbstironie zu besitzen oder gleich zu Beginn ihres Debütalbums mit dem Titel New Eyes eine wilde These über die Einstellung des Hörers zu ihrer Musik aufzustellen, um diese dann im Laufe der kommenden 13 Tracks doch noch zu widerlegen. Um den Konsumenten ihres kreativen Musik-Mixes auf ihre Seite zu ziehen, hämmern sie diesem gleich beim ersten Track Mozart's House feat. Love Ssega den Refrain „I don’t know stupid beats“ ein. Bei dem Track handelt es sich in det Tat um einen unmöglichen Mix aus Mozart und Elektrobeat, der überraschenderweise dennoch extrem gut ins Ohr geht.

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Elektronische Seifenoper mal anders.

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Review | Kritik | Bewertung
Kid Simius - Wet Sounds (2014)

Bewertung: 4,5 von 6
Label: Jirafa Records
www.kidsimius.com

Den meisten wird der Name Kid Simius wahrscheinlich bisher nicht viel sagen. Wenn es nach dem 26-Jährigen geht, wird sich das nun aber schnellstens ändern. Über Jirafa Records erscheint nämlich dieser Tage nach zwei EPs das Albumdebüt Wet Sounds. Bis dato war der in Granada geborene Musiker nämlich vor allem in der Entourage von Marteria unterwegs und konnte sich damit einen Ruf als guter Live-Act erarbeiten. Auf dem Marsimoto Album Grüner Samt war er dann neben einer handvoll weiteren Producern für die musikalische Untermalung zuständig und auch am letzjährigen Überhit Lila Wolken war der mittlerweile in Berlin ansässige Spanier beteiligt. Nachdem seine erste EP Who The Fuck Is Kid Simius eher unbeachtet blieb, ging es mit dem zweiten Release schon ein ordentliches Stück voran.

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Bittersüßes Elektroland.

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Review | Kritik | Bewertung
Chvrches - The Bones of What You Believe (2013)

logo-saturnBewertung: 5 von 6
Label: Vertigo Berlin (Universal)
www.chvrch.es

Die Musikgeschichte hat gezeigt, dass es für neue Künstler oftmals gut ist, sich zunächst ein wenig rätselhaft und mysteriös in Szene zu setzen. Man denke an Lana del Rey, welche die musikalische Bühne mit dem angeblich selbst geschnittenen Video zu ihrer Debütsingle Video Games betrat und sich als „Gangster Nancy Sinatra“ bezeichnete, bevor klar wurde, dass es sich bei der blonden Sängerin keinesfalls um ein unbekanntes Talent aus dem gemeinen Volk handelte, welches quasi mehr durch Zufall von der Öffentlichkeit entdeckt wurde. Stattdessen steckt hinter dem Projekt die Millionärstochter Elizabeth Woolridge Grant, die nach dem ersten, gescheiterten Start einer Pop-Karriere jenes Alter-Ego erschuf, welches ihr neben den unbestrittenen gesanglichen Qualitäten schließlich zum Durchbruch verhalf. Bei der aus Schottland stammenden Newcomer-Band Chvrches, die vor kurzem ihr Debütalbum The Bones of What You Believe veröffentlichte, mag es ganz ähnlich gelagert sein.

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