Elektronische Seifenoper mal anders.

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Review | Kritik | Bewertung
Kid Simius - Wet Sounds (2014)

Bewertung: 4,5 von 6
Label: Jirafa Records
www.kidsimius.com

Den meisten wird der Name Kid Simius wahrscheinlich bisher nicht viel sagen. Wenn es nach dem 26-Jährigen geht, wird sich das nun aber schnellstens ändern. Über Jirafa Records erscheint nämlich dieser Tage nach zwei EPs das Albumdebüt Wet Sounds. Bis dato war der in Granada geborene Musiker nämlich vor allem in der Entourage von Marteria unterwegs und konnte sich damit einen Ruf als guter Live-Act erarbeiten. Auf dem Marsimoto Album Grüner Samt war er dann neben einer handvoll weiteren Producern für die musikalische Untermalung zuständig und auch am letzjährigen Überhit Lila Wolken war der mittlerweile in Berlin ansässige Spanier beteiligt. Nachdem seine erste EP Who The Fuck Is Kid Simius eher unbeachtet blieb, ging es mit dem zweiten Release schon ein ordentliches Stück voran.


Zwar war El Clásico auf gerade einmal 800 Exemplare limitiert, einem wesentlich breiteren Publikum konnte er sich dennoch präsentieren. Jetzt folgt mit Wet Sounds also der nächste logische Schritt. Und der ist, was die Länge angeht auf jeden Fall überschaubar. Mit einer Spielzeit von knapp über 30 Minuten und zehn vorhandenen Songs, hat sich Jose (so Kid Simius richtiger Name) auf das Wesentliche konzentriert. Seinen Sound nennt der Berliner Surf’n’Bass. Eine Mischung aus Elektro und Dubstep gepaart natürlich mit einer ordentliche Portion Drum’n‘Bass. Das ganze kommt fast gänzlich ohne Worte aus, was dem Werk einen besonderen Reiz verleiht. Musikalisch hebt Kid Simius erfreulich deutlich vom Einheitsbrei an durchschnittlicher Tanz-Musik ab. Wet Sounds ist gute Sommer-Musik, die mal zum Abgehen (Now You Should Ride It) mal zum Entspannen (Recorded In Hawaii) einlädt, stets niveauvoller als so ziemlich alles andere, was man unter Tanzmusik aus den Charts so gewohnt ist.

act-kidsimiusVielleicht auch aufgrund seiner südländischen Herkunft, schafft Jose es seinen ganz eigenen Musikstil zu kreieren, der hierzulande bis dato einzigartig ist. Die Einflüsse seines Heimatlandes sind allgegenwärtig. Bisweilen erinnert mancher Song sogar an den Soundtrack eines beliebigen Quentin Tarantino-Streifens. Auf der anderen Seite erwartet den Hörer dann wieder Surfmusik á la Beach Boys. Wie eingangs erwähnt steht die reine Musik im Vordergrund, lediglich auf dem abschließenden Remix von Costa del Sol ist das ein wenig anders. Da überzeugt eine portugiessprachige Musikerin, dank ihres erstaunlich schnell gerappten Parts und bringt hierdurch eine weitere interessante Facette  ins Spiel. Wer sich fragt, wie der Name zum Album entstanden ist, sollte nur mal an die anstehende Club-Tour denken. Denn dann dürfte sich die Frage geklärt haben: In den Clubs wird man nach den jeweiligen Live-Gigs ordentlich ins Schwitzen gekommen sein. Das ist ein Versprechen!



redakteur-julian

Zusammenfassung Review | Kritik | Bewertung

Julian Dannenhauer ist der Meinung…
Kid Simius liefert mit Wet Sounds ein interessantes Album ab, welches dank seiner Eigenständigkeit gut punkten kann. Mittlerweile in Berlin wohnend, merkt man ihm musikalisch seines spanischen Wurzeln natürlich immer noch an. Vielleicht macht auch gerade dieses Mischung seinen eigens kreierten Style, Surf’n’Bass aus. Eigentlich sollte es schon seit seinen EPs bekannt sein, spätestens jetzt ist es Gewissheit: Kid Simius ist eben nicht „nur“ der Live-DJ von Marteria, vielmehr ist er ein eigenständiger Künstler, der uns erfreulicherweise an seiner Musik teilhaben lässt. Man darf gespannt sein, was uns in den nächsten Jahren noch erwartet.

Preisvergleich: Kid Simius - Wet Sounds