Afrojack lässt uns die Welt vergessen.

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Review | Kritik | Bewertung
Afrojack - Forget The World (2014)

Bewertung: 5 von 6
Studio: Universal Music
www.afrojack.com

Der Release seines von vielen gefeierten Debütalbums Forget The World liegt zwar nun schon knapp zwei Monate zurück, was allerdings nicht bedeutet, man könne über diesen musikalischen Geniestreich keine sinnvollen Worte mehr verlieren. Ganz im Gegenteil: der niederländische House-DJ Nick van de Wall, den tanzlaunigen Partyjüngern besser bekannt unter seinem Künstlernamen Afrojack, rockte erst vergangenes Wochenende den Norden Deutschlands auf dem Airbeat One Festival und das obwohl er nur wenige Stunden zuvor noch auf dem belgischen Tomorrowland Open Air am Mischpult stand. Betrachtet man den vollen Terminkalender auf der offiziellen Website des Künstlers, bekommt man ein ungefähres Gespür dafür, wie hart er sich seinen weltweiten Bekanntheitsgrad erarbeitet.


Der Sommer wird großartig und ab Herbst wird Afrojack im Rahmen seiner "The Spark Tour" in fast 30 nordamerikanischen Städten performen, bevor er wieder in seine Heimat Amsterdam zurückkehrt. Verschnaufpausen Fehlanzeige, was irgendwie auch sinnbildlich für seine musikalischen Arrangements zutrifft. Bekannte HipHop/R'n'B-Größen wie Beyoncé, Pitbull oder Chris Brown vertrauen auf seine Fähigkeiten, seine Remixe von Tracks einer Leona Lewis oder Madonna bekamen ebenfalls die nötige Anerkennung. Afrojack ist inzwischen stolzer Besitzer zweier Grammy Awards und laut Forbes auf Platz sieben der "World Highest Paid DJs 2013" gelistet. Die insgesamt 14 Tracks seines Erstlings Forget The World konnten bereits im Vorfeld der offiziellen Veröffentlichung bei vielzähligen Shows auf ihre Publikumstauglichkeit getestet werden und das merkt man dem beeindruckenden Ergebnis letzten Endes auch an.

act-afrojackMit Illuminate gehen gefühlt sofort sämtliche Sonnenstrahlen auf und den Hörer erfasst unweigerlich eine euphorische Grundstimmung, in der sich noch nicht ausrechnen lässt, was der spannende Tag so bringen soll. Für den Song Born To Run holte sich Afrojack mit Tyler Glenn den Sänger der amerikanischen Rockformation Neon Trees ans Mikrophon und das Klangspektrum fällt in etwa so bunt aus, wie deren aktuelle Single Sleeping With A Friend. Nach einem beinahe schon sphärisch vor sich hin klimpernden Freedom entfalten die Beats von The Spark eine ansteckende Wirkung mit gesanglichen Feel-Good-Momenten eines Spree Wilson. Der lässige Vibe von Snoop Dogg als Featuregast (Dynamite) sprengt einmal mehr den Rahmen und dazu dürften dann im Wesentlichen nicht nur die Lowrider an der Westcoast im Takt mitspringen. „Everyday is a motherf*** party!“ heißt es auf dem folgenden Too Wild mit Wiz Kalifa, der seinen Swag offensichtlich auch in elektronischen Soundgefilden präsentieren kann.

Noch besser gefällt mir persönlich allerdings das dynamische Three Strikes (feat. Jack McManus), zu dem es sich im Club so richtig abgehen lässt. Für Catch Tomorrow gibt sich niemand geringerer als Sting die Ehre und Mexico ist mit Shirazi als stimmliche Begleitung allemal eine kleine Klangreise wert. Mit Matthew Koma arbeitete Afrojack mit einem echten Spezialisten im Bereich der elektronischen Tanzmusik zusammen und Keep Our Love Alive beweist erwartungsgemäß reichlich Hitpotenzial, bevor sich Faded als massiver Instrumentalmix vor dem geistigen Auge aufbaut. Wer noch dringend Bewegungstipps für den Dancefloor benötigen sollte, kann sich zum Abschluss einer bemerkenswerten Platte noch vom Video zu As Your Friend (feat. Chris Brown) inspirieren lassen.



redakteur-alex

Zusammenfassung Review | Kritik | Bewertung

Alexander Riede ist der Meinung...
Als Bonus gibt es noch einen hervorragenden Remix des Songs Do or Die von 30 Seconds To Mars sowie ein elektonisch umdekoriertes Sovereign Love Café, in dem sich zuvor schon Keane niedergelassen hatten. Die lange Wartezeit auf das von Fans heiß ersehnte Debütalbum des niederländischen DJs und Produzenten Afrojack scheint sich wahrlich gelohnt zu haben. Besondere Aufmerksamkeit verdient darauf eben nicht nur die aus dem Radio bekannte Hitsingle Ten Feet Tall, es gibt noch wesentlich mehr zu entdecken auf Forget The World und mit seinem todsicheren Gespür für tanzbare Nummern dominiert Afrojack ohnehin das Geschehen auf unvergesslichen Partyabenden. Boxen laut aufgedreht und mitfeiern!

Preisvergleich: Afrojack - Forget The World