Ein Grabstein zu Ehren...

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Review | Kritik | Bewertung
The Homesman (2015)

Bewertung: 3,5 von 6
Studio: Universum Film
www.homesman-derfilm.de

Ein Film, zwei große Namen. Der US-amerikanischen Schauspielerin Hilary Swank eilt ihr Ruf als "herausragende und obendrein vielseitige Charakterdarstellerin" weit voraus. Die Filmografie der talentierten, aber gewiss auch ehrgeizigen Vierzigjährigen gestaltet sich umfangreich. Für ihre Rollen als transsexueller Brandon Teena in dem biografischen Drama Boys Don't Cry (1999) sowie als Kämpfernatur Maggie Fitzgerald in der tragischen Boxer-Geschichte Million Dollar Baby (2004) wurde sie jeweils mit Oscar und Golden Globe ausgezeichnet. Die Liste an Filmen, in denen der inzwischen 68-jährige Texaner Tommy Lee Jones vor der Kamera mitwirkte, ist nach vier Jahrzehnten in der Branche natürlich umso länger. Für den Oscar wurde er gleich mehrfach nominiert, gewann ihn letztlich als Bester Nebendarsteller in der Rolle des hartnäckigen Deputy Marshal Samuel Gerard im spannenden Thriller Auf der Flucht (1993).


Sein Debüt auf dem Regiestuhl gab Jones im Jahr 2005 mit Three Burials – Die drei Begräbnisse des Melquiades Estrada und nun widmet er sich erneut dem Western-Genre, wobei er darauf angesprochen nicht einmal konkret sagen könnte, wie sich selbiges in der modernen Filmkunst überhaupt noch definieren lässt. Bei The Homesman geht es wohl eher um die typische Kulisse. Der Kameramann Rodrigo Prieto fängt eine ganz besondere Atmosphäre ein – so rau und größtenteils unbarmherzig die Lebensweise anno 1854 im Mittleren Westen der USA eben gewesen ist. Die alleinstehende Mary Bee Cuddy (Hilary Swank) steht als Farmerin jeden Tag ihren Mann und tut sich dementsprechend schwer, einen solchen für den heiligen Bund der Ehe zu finden. Große Ansprüche stellt sie nicht einmal, auch amouröse Gefühle wären kaum ausschlaggebend.

movie-thehomesmanAls sie den benachbarten Farmer Bob Griffin nach einer von Vernunft geleiteten Zusammenlegung der Habseligkeiten fragt, lehnt dieser mit den verletzenden Worten "sie wäre ihm zu herrisch und trocken" dankend ab. Das Leben in der abgelegenen Siedlung Loup im US-Bundesstaat Nebraska gestaltet sich ohnehin belastend. In einem solchen Ausmaß, dass andere Damen komplett den Verstand verlieren. So unterschiedlich die nachvollziehbaren Traumata von Arabella Sours (Grace Gummer), Rheoline Belknapp (Miranda Otto) und Gro Svendsen (Sonja Richter) ausfallen mögen, teilen alle drei dasselbe Schicksal: Ihre restlos von der Situation überforderten Männer stimmen der Idee von Reverend Alfred Dowd zu, es wäre vermutlich besser, sie "zurück in die geordnete Zivilisation" und damit ganze 640 Kilometer Wegstrecke in den Osten des Landes zu bringen. In Iowa soll sich die Pastorenfrau Altha Carter (Meryl Streep) ihrer verlorenen Seelen annehmen.

Die Reise wird einige gefährliche Strapazen bereithalten, weshalb keiner der Angehörigen bereit ist, sie anzutreten. Mary Bee Cuddy aber nimmt sich der Aufgabe an und bekommt dafür einen hölzernen Planwagen (mit dem Charme einer Gefängniszelle) zur Verfügung gestellt. Wie es das Schicksal offenbar vorsieht, begegnet die tapfere Lady unterwegs dem mürrischen Zeitgenossen George Briggs (Tommy Lee Jones). Dieser wurde von der ansässigen Bürgerwehr mittels Strick an einem Baum aufgeknüpft, weil er unrechtmäßig den Claim des nach Osten gereisten Griffin besetzte. Cuddy zögert nicht lange, befreit ihn und fordert als Gegenleistung seine Reisebegleitung, lockt zudem mit einer Belohnung in Höhe von 300 Dollar, die in Iowa auf den schwer durchschaubaren Desserteur der Kavallerie wartet. Vor ihnen liegt eine anstrengende, mehrwöchige Expedition, die den Zuschauer von The Homesman in einigen Momenten womöglich etwas schockieren könnte...



redakteur-alex

Zusammenfassung Review | Kritik | Bewertung

Alexander Riede ist der Meinung...
Phasenweise gestaltet sich die Handlung von The Homesman regelrecht langweilig. Insbesondere dann, wenn das Setting eigentlich für sich alleine sprechen soll. Intensive Momente erlebt das Drama jedoch ebenso und manchmal trifft einen eine unvorhergesehene Wendung wie ein aufweckender Schlag ins Gesicht. Tommy Lee Jones und Hilary Swank bestechen wie zu erwarten durch die Charakterzeichnung ihrer Figuren und davon lebt schlussendlich der 123-minütige Film, so schwer verdaulich die Thematik auch sein mag.

Preisvergleich: The Homesman