Zeit als kostbarstes Handelsgut im Universum.

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Review | Kritik | Bewertung
Jupiter Ascending (2015)

Bewertung: 5 von 6
Studio: Warner Home Video
www.jupiterascending.com

Wenn das Drehbuch aus dem Ideenfundus des weltweit berühmten Wachowski Geschwisterpaares stammt und die beiden ihre Vision vom Regiestuhl aus zu einem bildgewaltigen Spektakel umgesetzt haben, freuen sich Science-Fiction Fans in Gedanken an die Matrix Trilogie auf beste Unterhaltung. Warum ihr aktuelles Filmerzeugnis Jupiter Ascending ausgerechnet beim US-amerikanischen Publikum an der Kinokasse weniger gut ankam, als auf dem internationalen Markt, erscheint für mich als Kritiker nach 127 Minuten zufrieden stellendem Home Entertainment nicht unbedingt logisch. Vielleicht liegt es am Umstand, dass in der vergleichsweise kurzen Spielzeit reichlich Erzählstoff, wichtige Hintergründe, komplexe Zusammenhänge und nennenswerte Charaktere für mal eben locker drei abendfüllende Blockbuster gepresst wurden. Die volle Aufmerksamkeit des Zuschauers ist also gefordert, was man als einzig störenden Punkt anmerken könnte.


Ansonsten bringt Jupiter Ascending unsere grauen Zellen und Fantasie gleichermaßen in Schwung. Dass wir womöglich nicht alleine sind in diesem Universum und es nur eine Frage der Zeit ist, wann außerirdische Lebensformen Kontakt zur menschlichen Spezies aufnehmen, gilt als Überlegung in den Köpfen mindestens so lange existent, wie die unausgesprochene Befürchtung, gefährliche Aliens würden ohne unsere Kenntnis bereits seit Jahrtausenden regelmäßig die Erde heimsuchen. Neu hingegen mutet das vernichtende Schicksal der Erdbevölkerung zur Rohstoffgewinnung auf dem intergalaktischen Kapitalmarkt an. Es mag im ersten Moment verrückt klingen, aber was wäre, wenn jeder Mensch nicht angenommenes Individuum, sondern ein bewusst gezüchteter Träger eines manipulierbaren Genprints wäre? Ein Produkt sozusagen, das sich bei Bedarf einfach abernten lässt.

movie-jupiterascendingWem gehört die Erde dann überhaupt?! In Jupiter Ascending einem gewissen Lord Balem Abrasax (Eddie Redmayne). Seines Zeichens Erster in der Rangfolge „einer der mächtigsten Dynastien des Universums“. Nach dem mysteriösen Tod seiner Mutter wurde das unvorstellbare Vermögen der Familie, darunter eben auch einige Planeten, zwischen ihm und seinen Geschwistern Kalique (Tuppence Middleton) und Titus (Douglas Booth) aufgeteilt. Balem möchte die Erntezeit so schnell wie möglich einläuten und das nicht ohne Grund. Er fürchtet die wiederkehrende Königin, die seine Machtposition schwächen könnte. Aber wie ist das möglich? Auf der Erde befindet sich ein Mensch mit dem Genprint seiner Mutter, normalerweise als „Quelle der Unsterblichkeit“ zweckdienlich, wenn sich die Alienrasse selbige in flüssiger Form einverleibt – was ein wenig nach dem altbekannten Vampirmythos in abgewandelter Form klingt.

Dieser Mensch könnte nach Ableben des „Originals“ tatsächlich Anspruch auf dessen Erbe erheben, vorausgesetzt man behält im genehmigenden Behördendschungel selbst ohne den berühmt-berüchtigten „Passierschein A 38“ noch den Überblick. Für die junge Jupiter Jones (Mila Kunis) als Reinkarnation das geringste aller sich plötzlich abzeichnenden Probleme... Von ihrem persönlichen Schicksal, das in engem Zusammenhang mit der gesamten Menschheit steht, erfährt die verträumte Raumpflegerin erst, als fiese Schatten sie bei einer günstigen Gelegenheit umbringen wollen. Als Retter in der Not wird der todesmutige Lykantant und ehemalige Legionär Caine Wise (Channing Tatum) von Titus zur Erde entsandt. Er soll sie finden und unversehrt zu ihm bringen. Keine leichte Aufgabe trotz spektakulärem Equipment, weil zudem eine Gruppe Jäger im Auftrag von Lord Balem Jupiter's Fährte aufgenommen hat...



redakteur-alex

Zusammenfassung Review | Kritik | Bewertung

Alexander Riede ist der Meinung...
Jupiter Ascending bietet eine faszinierende, sehr umfangreiche Story. An den familiären Differenzen der Abrasax hätte vermutlich Sigmund Freud großen Spaß. Wenigstens erkennt die mehrmals geprüfte Jupiter Jones den wahren Wert des Lebens anstelle des Warenwerts. Die Industrialisierung und ihr fader Beigeschmack. Einmal mehr stellen die Wachowskis existenzielle Fragen und beantworten selbige wie einst in ihrer Matrix mit der Liebe. Channing Tatum und Mila Kunis geben vor der Kamera ein starkes Paar ab, der Rest ist Science-Fiction. Am Einsatz von sehenswerten Spezialeffekten wird alles andere als gespart und ich für meinen Teil kann Jupiter Ascending wärmstens empfehlen.

Preisvergleich: Jupiter Ascending