Safety first in Sachen Psychose.

brd-magicmagic

Review | Kritik | Bewertung
Magic, Magic (2014)

Bewertung: 3 von 6
Studio: Koch Media
www.kochmedia-film.de

Dass man mit jungen, hübschen Schauspielerinnen und einem einigermaßen reißerischen Skript fast schon auf spielerische Weise halbwegs passable Horrorfilme drehen kann, die kommerziell zumindest nicht völlig abstürzen dürften, ist wahrlich keine Neuigkeit mehr im Alltagsgeschäft der Filmbranche. Die Anzahl der meist schnell und entsprechend kostengünstig produzierten, im Ergebnis leider nur selten überdurchschnittlichen Schockerstreifen ist bereits Legende. Besonders praktisch ist das ganze Unternehmen dann noch, wenn man den Film beispielsweise in einer Region wie Südamerika drehen kann: Hier sind nicht nur die Lebensstandards und die Löhne, sondern eben auch die Produktionskosten tief im Keller zu finden. Magic, Magic von Regisseur Sebastian Silva ist in dieser Hinsicht also absolut typisch für das Genre, wenn man so möchte.


Auch er hat sich ein wenig risikobehaftetes, simpel gestricktes Drehbuch zurechtgelegt, das er mit vergleichsweise geringen Mitteln und zwei jungen Darstellerinnen in den Hauptrollen (die nicht einmal ganz namenlos sind) in Chile abdrehte. Emily Browning (Sucker Punch, Seelen) und Juno Temple (The Dark Knight Rises) mimen sich durch einen insgesamt recht sehenswerten Film, der die – beim Kritiker zugegebenermaßen nicht sonderlich hoch angelegten – Erwartungen durchaus zu erfüllen weiß. Mehr Einzelheiten zur Story: Alicia (Temple), schüchtern und zurückhaltend, macht mit ihrer Cousine Sarah (Browning) Urlaub in Chile, um ihrem Naturell dort vielleicht etwas auf die Sprünge zu helfen. Doch ganz kurzfristig muss Sarah zurück und so bleibt Alicia nichts anderes übrig, als alleine mit Sarah's Freunden im abgelegenen Hinterland Chile's zu verweilen. Langsam, aber sicher entwickelt sie eine handfeste Psychose – der Horror kann also beginnen…

movie-magicmagicChile, Hinterland, Einsamkeit: Schöner kann das Setting für einen waschechten Horror-Knüller ja eigentlich nicht sein. Und tatsächlich schafft es Regisseur Silva, eine hervorragend unheimliche Atmosphäre aus den Schauplätzen seines Films zu kreieren. Die zwar solide aufspielende, aber nicht gerade überragende Juno Temple tut ihr übriges, um den Psycho-Grusel zu einer auch für Gelegenheitszuschauer unterhaltsamen Angelegenheit zu machen. Als ihr männlicher Gegenpart fungiert übrigens Michael Cera, den Filmgeeks unter uns noch recht lebhaft als Scott Pilgrim in Erinnerung haben dürften. Dass es trotzdem nicht für das besondere Etwas reicht, ist ob der durchaus respektablen Leistung von Cast und Crew umso bedauerlicher. Doch letzten Endes ist das Erfolgsrezept von Magic, Magic gleichzeitig die Achillesverse des Films. Für Silva's Regiearbeit scheint die Devise „Safety First“ zu gelten. Experimente, Innovationen, Überraschungen, das alles kennt der Film nicht. Für eine seichte Freitagabend-Unterhaltung um 22:45 Uhr mag das alles ausreichen. Einen richtigen Grund allerdings, sich Magic, Magic auf Blu-ray oder DVD im Laden gezielt zu kaufen, findet man selbst als glühender Filmfan schwer.



redakteur-david

Zusammenfassung Review | Kritik | Bewertung

David Liese ist der Meinung...
Sebastian Silva's amerikanisch-chilenische Filmproduktion mit dem Titel Magic, Magic (wozu es für den deutschen Markt unbedingt ein Komma braucht, scheint im Übrigen fraglich, Anm. der Red.) ist grundsolider Psycho-Horror mit einem sehenswerten Cast und einer nicht gerade unattraktiven Geschichte. Handwerklich anständig gemacht, fehlt dem Film aber in letzter Konsequenz leider exakt das, was sein Titel dem Publikum doch eigentlich verspricht: das gewisse Quäntchen faszinierende Magie.

Preisvergleich: Magic, Magic