Ein Urlaubär in London.

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Review | Kritik | Bewertung
Paddington (2015)

Bewertung: 5 von 6
Studio: Studiocanal
www.paddington.com

Wenn flauschige Bären plötzlich sprechen können, bekommen Kinderaugen ein unverkennbares Leuchten. Bei manchen zieht sich dieses Phänomen jedoch bis weit in das Erwachsenenalter, was wohl auch den Schöpfern eines gewissen Paddington bewusst gewesen sein dürfte. Für eine besonders fantasievolle Inszenierung holte man sich kurzerhand den britischen Filmproduzenten David Heyman mit ins Boot und diese typische Harry Potter Handschrift mit zahlreichen liebevollen Details steht auch diesem Film hervorragend zu Gesicht. Das Drehbuch stammt von Paul King, der zudem Regie führte. So trug es sich einst zu, dass ein nicht näher benannter Forscher aus London auf einer seiner weltweiten Exkursionen einer bisher unentdeckten Bärenart in Peru begegnete. Deren Fähigkeit, von einem Menschen zu lernen, ist faszinierend – doch der Gentleman muss irgendwann schweren Herzens die Heimreise in das Vereinigte Königreich antreten.


Was von ihm bleibt, ist sein roter Hut als Andenken sowie eine bärenstarke Leidenschaft für selbstgemachte Orangenmarmelade. Viele Jahre später plant das gemütliche Bärenpaar Lucy und Pastuso,  mit ihrem aufgeweckten Neffen nach London zu reisen, dort würde nämlich jeder gastfreundlich aufgenommen. Ein schreckliches Erdbeben verändert jedoch alles und der kleine Kerl muss sich alleine an Bord eines Kreuzfahrtschiffes in Richtung Europa mogeln. Ein spontaner Wechsel zum Transportmittel Postsack führt ihn zu einer Londoner U-Bahn-Station, wo er von zahlreichen Passanten erst einmal geschickt ignoriert wird. Als wäre es eine Selbstverständlichkeit, sich von einem Bären in Kindergröße ansprechen zu lassen… Nun gut, immerhin regnet es bei den Briten auch Katzen und Hunde, aber das ist eine andere Geschichte.

movie-paddingtonEine nette Dame zeigt Erbarmen, tauft das obdachlose Wesen auf den Namen „Paddington“ und nimmt es zum Leidwesen ihrer Familie mit nach Hause. Es soll nur eine kurzfristige Lösung werden, bis Paddington den Namen des Forschers und dessen Adresse herausgefunden hat. Anfangs mehr als skeptisch (geradezu abweisend) reagiert das männliche Familienoberhaupt Henry Brown (Hugh Bonneville), ein übervorsichtiger Risikoanalytiker, auf den tierischen Besuch. Seine Gattin Mary (Sally Hawkins) illustriert beruflich spannende Abenteuergeschichten, zeigt sich neugierig, weltoffen und hilfsbereit – wie Mütter eben manchmal so sind. Der eigene Nachwuchs ist noch unentschlossen. Jonathan (Samuel Joslin) will später unbedingt Astronaut werden, die ältere Schwester Judy (Madeleine Harris) würde ihr peinliches Umfeld am liebsten jetzt schon zum Mond schießen. Sie steckt mitten in der Pubertät und ist das erste Mal verliebt.

Dann hätten wir da noch den „Störfaktor“ Paddington, der längst nicht sämtliche menschliche Gepflogenheiten kennt und statt sich im Bad „frisch zu machen“, selbiges komplett unter Wasser setzt. Die Browns können ihm das Missgeschick verzeihen. Am nächsten Tag beginnt die Suche nach dem Forscher, dessen Hut (den Paddington trägt) zu einer exklusiven „Geografengilde“ gehört. Ein Markenzeichen sozusagen, meint ein Antiquitätenhändler der Stadt. Paddington avanciert mehr zufällig denn beabsichtigt zu einem Helden, der einen Taschendieb zur Strecke bringt und bekommt immer mehr Vertrauen seitens seiner Gastgeber. Der kleine Bär fühlt sich wohl, nichtsahnend, in welche Gefahr er sich mit seiner Anwesenheit begibt. Im Londoner Naturkundemuseum sitzt eine skrupellose Tierpräparatorin (gespielt von Nicole Kidman), die geradezu besessen danach giert, ihr langjähriges „Zielobjekt“ für die persönliche Sammlung einzufangen und auszustopfen. Hoffentlich geht ihr teuflischer Plan nicht auf…



redakteur-alex

Zusammenfassung Review | Kritik | Bewertung

Alexander Riede ist der Meinung...
Basierend auf der gleichnamigen Kinderbuchreihe von Michael Bond, kenne ich aktuell keine Verfilmung, die mein großes Herz mehr erwärmen könnte als die eines gewissen Paddington. In der deutschen Synchronisation vom Publikumsliebling Elyas M’Barek gesprochen, wünscht man sich einen solchen übergroßen (Teddy)Bären für Zuhause. Er würde den Alltag ganz schön durcheinander bringen, gleichzeitig kommt keine Langeweile auf. Vielleicht schafft es der Film von Paul King aber auch, dass wir uns wieder bewusster mit den gängigen Haustieren beschäftigen – solange das nicht bedeutet, sie mit blauem Dufflecoat und rotem Hund zu bekleiden. Ein Filmtipp für die ganze Familie!

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