Kino

Goodbye, Kaminski

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Kino:
Ich und Kaminski (2015)

Bewertung: 5 von 6
Studio: X-Verleih
facebook.com/IchUndKaminskiDerFilm

Der eine oder andere dürfte es bemerkt haben: ich besitze kein allzu großes Faible für den deutschen Film. Viel zu oft kommt er in einer langweiligen, grauen Tatort Ästhetik daher. Er will mir erzählen, wie schlecht die Welt sei, indem er mir Klischees von bösen Menschen präsentiert und zeigt mit dem erhobenen Finger eines Oberlehrers auf die Schrecken der deutschen Geschichte, um an mein Gewissen zu appellieren. Noch schlimmer wird es, wenn er versucht, Blockbusterkonzepte aus dem Ausland zu kopieren und sich damit der Lächerlichkeit vollkommen Preis gibt. Ja, es existieren derzeit nur wenige deutsche Filme, die ich mir wirklich gerne ansehe. Seit ein paar Tagen wurde dieser erlesene Kreis um den Titel Ich und Kaminski erweitert. Wolfgang Becker zeigt 12 Jahre nach seinem Erfolg mit Goodbye, Lenin, dass er immer noch ein Händchen für dramatische Inhalte im komödiantischen Gewand besitzt. Damit ist er tatsächlich einer der wenigen in Deutschland. Mit an Bord ist Daniel Brühl, der seine internationale Karriere für diesen Film ruhen lässt, um für seinen alten Förderer vor der Kamera zu agieren.

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Vier für einen weiteren Fehlschlag?

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Kino:
Fantastic Four (2015)

Bewertung: 3 von 6
Studio: Constantin Film
www.fantasticfour-film.de

Der mittlerweile vierte Fantastic Four Film wird jetzt auf das Publikum losgelassen, angefangen beim ersten Versuch 1994, über die beiden Fassungen in den 2000ern und jetzt eben der erneute Reboot. Zum vierten Mal müssen die Produzenten den Hohn, Spott und die regelrechte Abscheu der Comicgemeinde ertragen, weil eines der beliebtesten Comic-Franchises quasi mit Füssen getreten wird. Und seien wir ehrlich: es ist verdient. Keine der Verfilmungen ist gut, weder als Filmwerk im Großen und Ganzen noch im Sinne einer Comicverfilmung im Speziellen. Der neueste Fantastic Four ist zurecht ein Debakel an den Kinokassen. Er langweilt, weil er viel zu lange seine Charaktere einführt, seine Action kommt zu kurz und innovative Ideen sucht man vergebens. Doch als die riesige Katastrophe, als welche ihn so manch einer beschreibt, mag mir der Film dann doch nicht erscheinen. Im Kern ist er solide gemacht. Nur will er die Einführung einer ganzen Reihe sein und vernachlässigt daher eine eigenständige Geschichte. Die Story beginnt in Richard Reed's Schuljahren. Der hochbegabte Junge träumt von der Herstellung eines Teleportationsgeräts. Seine Mitschüler plus Lehrer halten ihn für verrückt, seine Eltern kümmern sich nicht weiter um ihn.

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Zu klein gedacht.

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Kino:
Ant-Man (2015)

Bewertung: 4,5 von 6
Studio: Walt Disney Studios
www.marvel.com/antman

Ähnlich wie die Guardians of The Galaxy ist auch Ant-Man als Comic nicht so bekannt wie andere Helden. So mancher musste sich daher ein Grinsen verkneifen, als er von der Superkraft das erste Mal hörte: mit Hilfe eines Anzugs verkleinert sich der Träger, seine Kraft bleibt allerdings die eines ausgewachsenen Mannes. Nur konzentriert sie sich eben auf kleinere Punkte und bekommt damit mehr Durchschlagskraft. So die Theorie. Wie das visuell in der Praxis aussehen kann, beweist Regisseur Peyton Reed äußerst überzeugend. Statt über ganze Städte zu fliegen, Wolkenkratzer und Raumschiffe zu zerlegen, wandelt der Held seines Films durch Rohrleitungen, schlüpft durch Schlüssellöcher und liefert sich Kämpfe auf Leben und Tod in Aktentaschen. Eine interessante Abwechslung zum üblichen Marvel Gigantismus. Leider bleibt der Rest viel zu nahe an der üblichen Blaupause der Superheldenfilme, weshalb die Handlung vorhersehbar und langweilig ist. Auch hier hätte dem Film etwas mehr Mut gut gestanden. Dann wäre Marvel vielleicht die zweite echte Überraschung gelungen.

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Wenn Zeitreisen zum Problem werden.

kino-terminatorgenisys

Kino:
Terminator: Genisys (2015)

Bewertung: 4 von 6
Studio: Paramount Pictures
www.terminatorgenisys.de

Es klingt wie ein Mantra, wenn der in die Jahre gekommene Arnold Schwarzenegger in der neuesten Version seiner Paraderolle immer wieder betont, dass er zwar alt, aber noch nicht obsolet sei. In dieser selbstironisch gemeinten Phrase spiegelt sich aber mehr Wahrheit, als alle Beteiligten an Terminator: Genisys wohl wahrhaben wollen. Denn eigentlich muss man sich mittlerweile wirklich fragen, ob das altehrwürdige Terminator Franchise nicht langsam seine Bedeutung verspielt. Spätestens bei Terminator: Die Erlösung kamen einem erste dunkle Gedanken die Zukunft der Reihe betreffend. Doch auch wenn der aktuelle Teil des Regisseurs Alan Taylor keineswegs ein so niedriges Niveau erreicht, ein bitterer Beigeschmack bleibt. Zu viele Referenzen an die glorreichen Zeiten, als James Cameron noch der kreative Kopf hinter dem Titanschädel war. Zu viel Zeitreisen-Gehabe. Zu viel Anbiederung an gängige Action-Klischees. Zu wenig eigene Impulse. Und last but not least ein fragwürdiger Cast. Bereits in den ersten 10 Minuten wird dem Zuschauer klar, dass sich die Fehlbesetzungen für John Connor weiterführen.

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Gelbe Pillen zur Gemütssteigerung.

kino-minions

Kino:
Minions 3D (2015)

Bewertung: 5 von 6
Studio: Universal Pictures
www.facebook.com/minionsDE

Die Minions bekommen ihren eigenen Film! Die kleinen gelben Pillen aus dem Kino-Erfolgshit Ich - Einfach unverbesserlich sollen jetzt quasi den Alleinunterhalter spielen. Das Ausgliedern solcher Sidekicks in Spin-Offs mag marketingtechnisch eine feine Sache sein, nur die Filme sind es oftmals nicht. Ein Sidekick soll den Helden noch heldenhafter wirken lassen. Er soll in Vertretung für uns Einblicke in des Helden Gedankenwelt geben. Er soll uns zum Lachen bringen, während der Held ernsthafte Probleme löst. Doch bieten sie oft nicht genug Substanz, um einen ganzen Film alleine zu tragen. Die Pinguine aus Madagascar wurden in jüngster Zeit zu Publikumslieblingen. Die psychopathischen Flattermänner wurden dank ihrer obskuren Militärtaktiken zu beliebten Charakteren. Einen Film und eine Serie später kann sie kaum noch einer sehen. Droht jetzt den Minions ein ähnliches Schicksal?

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