Kino

Was für ein peinlicher Abschluss...

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Kino:
Abschussfahrt (2015)

Bewertung: 1 von 6
Studio: Constantin Film
www.abschussfahrt.de

Reden wir wir nicht lange um den heißen Brei: Abschussfahrt ist der typische, lieblose Abklatsch von weit besseren Jugendkomödien aus den USA oder Großbritannien. Einem Vergleich mit American Pie, Roadtrip oder gar The Inbetweeners hält der neue Film von Tim Trachte in keinster Weise stand. Vielmehr gibt dieses Werk allen Kritikern recht, die den deutschen Film am Boden sehen. Schlechte Schauspieler, eine vollkommen überzogene Ästhetik gepaart mit einem Drehbuch, das von einer sinnlosen Episode zur nächsten springt, im verzweifelten Versuch so etwas ähnliches wie Spannung aufkommen zu lassen. Trachte hätte lieber im Thriller-Genre bleiben sollen, wo er mit Davon willst Du nichts wissen einige Lorbeeren ernten konnte. Stattdessen lässt er eine Bande Schüler auf das Nachtleben in Prag los, wo es neben Alkohol und Sex auch allerlei kriminelle Gruppierungen gibt, die der Jugendbande das Leben schwer machen.

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Ein Spaß zum Schämen.

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Kino:
Pitch Perfect 2 (2015)

Bewertung: 4,5 von 6
Studio: Universal Pictures
www.facebook.com/pitchperfect.DE

Jeder kennt diese Filme, die man irgendwie gut findet und sich genau dafür aber schämt. Der eigene Verstand sagt, sie seien die Zeit nicht wert. Freunde lachen einen aus. Der Amerikaner hat für dieses Phänomen einen Begriff, der sich auch bei uns langsam einbürgert: "Guilty Pleasure". Man schämt sich, etwas gut zu finden. Das Jahr ist zwar noch jung, aber ich befürchte, ich habe meinen Guilty Pleasure 2015 schon gefunden. Elizabeth Banks' Werk Pitch Perfect 2 konnte mich herausragend gut unterhalten, obwohl es so viele Punkte gibt, über die ich mich normalerweise aufrege und die ich meinen Freunden vorhalte, wenn sie mir irgendeinen Käse empfehlen. Die Story um die Barden Bellas ist lahm; natürlich wird dann auch noch viel gesungen, handelt es sich doch um eine Gesangsgruppe. Die Komik ist primitiv bis vulgär. Andere Filme werden aus geringeren Anlässen runter gemacht. Doch das ist eben das Geheimnis der Guilty Pleasures: sie funktionieren trotz der berechtigen Kritik. In diesem Fall beweist Regisseurin Banks ein unerwartetes Gespür für Timing, welches den Film keine Minute langweilig werden lässt und ihn damit gegen viele Kritikpunkte immun macht.

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Wein, Vision, Whedon.

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Kino:
Avengers: Age of Ultron (2015)

Bewertung: 5,5 von 6
Studio: Walt Disney Studios
www.marvel.com/avengers

Betrunken von all der überwältigenden Action verlasse ich den Kinosaal. Avengers: Age of Ultron wird seinem Hype mehr als gerecht. Es ist einer dieser Filme, die einen zwei Stunden auf eine Non-Stop Film-Achterbahn schicken, auf die man danach gleich nochmal will. Joss Whedon's zweite filmische Vision der Avengers übertrifft den ersten Teil in so gut wie allen Belangen: Die Action ist noch furioser, die Inszenierung noch rasanter, das Setting noch spektakulärer. Mit aus dem ersten Teil weitestgehend bekannten Protagonisten und einem neuen, beklemmend düsteren Cyborg-Bösewicht namens Ultron setzt der Buffy Schöpfer die Geschichte des Kampfes um die Erde fort und deutet an, dass es bald um noch mehr gehen könnte. Allerdings ohne ihn, denn Whedon gab kürzlich bekannt, er wolle sich künftig anderen Projekten widmen. Nach Avengers: Age of Ultron kann man darauf nur gespannt sein. Marvel geht damit allerdings einer der derzeit talentiertesten Filmschöpfer Hollywoods durch die Lappen. Dieses Talent zeigt Whedon von der ersten Minute an: Die Avengers bekämpfen unter der Führung von Tony Stark (Robert Downey Jr.) die Reste der Hydra-Organisation. Die haben im fiktiven osteuropäischen Land „Sokovia“ ihr Lager aufgeschlagen.

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Kitsch, Kunst, ein Sittengemälde?

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Kino:
Big Eyes (2015)

Bewertung: 5,5 von 6
Studio: Studiocanal
www.bigeyesfilm.com

Seit Alice im Wunderland steht Kult-Regisseur Tim Burton im Fadenkreuz der Kritiker und muss sich fragen lassen, ob seine Filme noch den alten Biss haben oder ob sie nicht schon längst aus der Mode gekommen sind. Zu Zeiten der Generation X und Cobain-Jünger wurden seine dunklen Märchen gefeiert. Doch ist dieses Konzept nach 20 Jahren noch relevant? Weg von Johnny Depp und Helen Bonham Carter, weg mit dem Emo-Stil! Doch wo neu starten? Warum nicht mit einem kleinen Sittenbild aus den 60er Jahren über das heute fast vergessene Künstlerpärchen Walter und Margaret Keane. Ganz kann Burton seinen Wurzeln dabei natürlich nicht entkommen. Wie so oft geht es in seinem neuen Film Big Eyes um klassische Außenseiter. Der Film beginnt als kleines feministisches Drama über eine Frau, die dem Mief und gesellschaftlichen Druck ihrer Zeit entkommen will. Mitte der 50er Jahre verlässt Margaret (Amy Adams) ihren Mann. Wir erfahren nicht wieso. Sie versucht mit ihrer Leidenschaft für Kunst etwas Geld zu verdienen, sei es im Job oder auf dem Straßenbasar.

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Stilsicher überragend.

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Kino:
Kingsman: The Secret Service (2015)

Bewertung: 5 von 6
Studio: 20th Century Fox
www.kingsman-derfilm.de

Comicverfilmungen sind derzeit ja das Nonplusultra an der Kinokasse. Nicht nur Marvel profitiert von diesem Trend, immer wieder kommt auch ein bei uns etwas unbekannterer Stoff auf die große Leinwand, dessen Ursprung auf den ersten Blick nicht erkennbar ist. Ein gelungenes Beispiel ist Matthew Vaughn's Werk Kick-Ass, welches auf dem Comic von Mark Millar basiert. Nach einer nicht ganz so flotten Fortsetzung, bei der Vaughn nur als Produzent agierte, bringt der Regisseur mit Kingsman: The Secret Service erneut die Adaption eines Millar Comics heraus. Einmal mehr beweist Vaughn sein Gespür für modernes Actionkino, diesmal mit einem Hauch englischer Eleganz und einem außergewöhnlichen Gentleman Cast. Harry Hart (Colin Firth), Deckname „Galahad“, ist Mitglied eines ganz besonderen Geheimdienstes. Wo James Bond und selbst Jason Bourne gewissen Regierungsstellen noch Rechenschaft schuldig sind, ist diese Organisation vollkommen unabhängig.

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