Die Kampfbestie führt den Siegeszug fort...

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Review | Kritik | Bewertung
Battle Beast - Unholy Savior (2015)

Bewertung: 4,5 von 6
Label: Nuclear Blast
www.battlebeast.fi

Der „Metal Battle“, seit 2004 fester Bestandteil des Wacken Open Air Festivals, bietet Newcomer-Bands aus aller Welt eine Plattform und konnte seitdem schon allerhand interessante Bands als Sieger hervorbringen. 2006 kürte die internationale Jury die Thrash-Metaller Drone aus Niedersachsen zum Sieger, 2011 gingen dann Hammercult aus Israel als Gewinner des alljährlich stattfindenden Wettbewerbs hervor. Beide konnten mit ihren 2014 veröffentlichten Alben noch mehr auf sich aufmerksam machen. Nun schickt sich eine weitere Band an, es den beiden erstgenannten Gruppen gleichzutun. Battle Beast aus Finnland gelang bereits zwei Jahre nach Bandgründung im Jahre 2008 der Erfolg beim „Metal Battle“ und sie konnten in der Folge auch einen Deal mit dem großen Label Nuclear Blast aushandeln.


Dort erscheint nun auch das dritte Studioalbum Unholy Savior, mit welchem sich die Finnen in ihrer musikalischen Ausrichtung insgesamt treu bleiben. Stilistisch stark geprägt durch die Achtziger Jahre, haben sie es geschafft, musikalische Elemente aus der damaligen Zeit in den modernen Power Metal mit einfließen zu lassen. Bestes Beispiel hierfür ist Touch In The Night, bei dem sich die Geister aber selbst bei den eigenen Fans scheiden dürften. Synthie-Melodien und Effektdrums in bester Bonnie Tyler Manier eröffnen den Song und liefern so allen Kritikern eine Steilvorlage, die nur darauf gewartet haben, Battle Beast jegliche Heavy Metal Tauglichkeit abzusprechen. Mag sein, dass jene Aussage für diesen Song (der insgesamt eher poppig ausfällt) gilt, jedoch beweisen die Finnen, dass sie auch ganz anders können. Die beiden „Brecher“ Speed And Danger sowie Madness, zu dem vorab ein Video veröffentlicht wurde, weisen zwar auch stilistische Elemente der 80er Jahre auf, jedoch werden diese Songs getragen von einer kraftvollen Melodie, welche durch die herausragende Gesangsleistung von Noora Louhimo zusätzlich noch veredelt wird.

act-battlebeastAuch ansonsten sorgt die Frontfrau mit ihrer Stimme dafür, dass die insgesamt 11 Anspielpunkte auf Unholy Savior sehr abwechslungsreich geraten sind. Atmosphärisch ruhig (Angel Cry, Sea of Dreams), bedrohlich tief (Unholy Savior) oder aggressiv kreischend (I Want The World… And Everything In It), all dies erlaubt eine hörbare Vielfalt der stimmgewaltigen Sängerin. Wenn Noora Louhimo mal eine kleine Pause einlegen darf, wie beim Instrumental Hero’s Quest, ist nicht gleich Langeweile angesagt. Ganz im Gegenteil: das heroisch anmutende Stück würde sich meines Erachtens ausgezeichnet als Soundtrack für ein Computerspiel eignen. Wer jetzt glaubt, das alles sei kitschig und von Klischees überladen, der liegt vielleicht nicht gänzlich falsch, denn manchmal schießen Battle Beast dann doch etwas über das Ziel hinaus... nicht nur beim Song Touch In The Night. So ist es kaum verwunderlich, dass die „Kampfbestie“ bei ihrer aktuellen Tour die schwedischen Power Metaller Sabaton begleitet, die ja auch wegen ihrer vor Pathos triefenden Texte mitunter scharf kritisiert werden. Speziell Leute, die auf derlei Musik abfahren, werden mit Unholy Savior und den Songs Lionheart, Madness oder Far Far Away ihre wahre Freude haben, unabhängig von der Tatsache, dass das Album nicht ganz frei von Schwächen ist, was Songs wie zum Beispiel Sea of Dreams oder der letzte Track des Albums (Push It To The Limit) belegen.



redakteur-johann

Zusammenfassung Review | Kritik | Bewertung

Johann Höng ist der Meinung...
Battle Beast polarisieren. Entweder man mag sie oder eben nicht. Ein „Klingt ganz nett.“ gibt es bei den Finnen nicht. Zu sehr provozieren sie auf ihrem neuen Album Unholy Savior mit Elementen, die dem klassischen Pop der 80er Jahre zuzuordnen sind, welche vielen Heavy Metal Freunden sicherlich ein Dorn im Auge sein dürften. Wer aber wie ich dem Sound durchaus etwas Positives abgewinnen kann, wird mit der neuen Veröffentlichung der Finnen seine Freude haben. Zwar finde auch ich, dass ein Song der Sorte Touch In The Night äußerst gewagt klingt, jedoch zeigt dieser, wie offensiv die Nordeuropäer um die exzellente Sängerin Noora Louhimo ihre Stilrichtung vertreten und dass sie sich nicht dem typischen Schubladendenken unterwerfen lassen wollen. Von meiner Seite gibt es daher zwei Daumen hoch.

Preisvergleich: Battle Beast - Unholy Savior