Metal aus Spanien erobert die Bühnen Europas.

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Review | Kritik | Bewertung
Angelus Apatrida - Hidden Evolution (2015)

Bewertung: 5 von 6
Label: Century Media Records
www.angelusapatrida.com

Bei der Stilrichtung Thrash Metal denkt der eingefleischte Fan in erster Linie an große Bands wie Exodus, Testament oder Death Angel. All diese genannten Bands stammen aus der San Francisco Bay Area, einer Metropolregion im nördlichen Teil des US-Bundesstaates Kalifornien. Dass sich die Spanier Angelus Apatrida (spanisch für „Abtrünnige Engel“) in der Thrash Metal Hauptstadt wohl auch sehr wohl fühlen würden, zeigen die bisherigen vier Studioalben, welche das Quartett aus Albacete, einer Stadt ca. 200 km südöstlich von Madrid, in der mittlerweile 15 Jahre andauernden Schaffensphase aufgenommen haben. Zuletzt konnte man sogar mit den Veröffentlichungen Clockwork (2010) und The Call (2012) Platzierungen unter den Top 50 in den heimischen Charts erreichen. Außerhalb des iberischen Staates sind Angelus Apatrida zwar noch eher unbekannt, was sich nun aber mit Release von Album Nummer fünf - welches den Namen Hidden Evolution trägt und soeben bei Century Media erschienen ist - ändern soll.


Bei diesem beschreiten die Spanier, wie der Titel bereits verrät, keine komplett neuen Pfade. Die Scheibe hört sich wie die bereits genannten Vorgänger sehr amerikanisch an, echte Neuerungen findet man nur vereinzelt, was aber auch gar nicht so schlecht ist, wenn man so wie ich mal wieder richtig Lust auf traditionellen Thrash Metal bekommt. Der Opener Immortal beispielsweise walzt gleich alles nieder und hinterlässt allerorts nur noch Kleinholz. Enorm druckvoll geht die Band um Sänger und Gitarrist Guillermo Izquierdo dabei zu Werke, was auch die Folgenummer First World of Terror eindrucksvoll unter Beweis stellt, selbst wenn dieser Song dem Hörer beim Intro wenigstens eine kleine Verschnaufpause gönnt. Insbesondere im Mittelteil ist es damit aber definitiv vorbei. Animiert dieser doch dazu, die eigene, im Idealfall lange Haarmähne zum Rhythmus kreisen zu lassen. Ganz großes Ohrenkino, das eigentlich nur von Architects, dem dritten Song auf Hidden Evolution, noch getoppt wird... wäre da nicht der mittelmäßige Refrain. Tug of War kommt im Anschluss sehr melodisch daher, bietet einen hymnenartigen, zum Mitsingen einladenden Refrain und schafft so an der richtigen Stelle die notwendige Abwechslung, ehe mit dem Brecher Serpents on Parade einmal mehr der Vorschlaghammer herausgeholt wird.

act-angelusapadridaMit dem wieder deutlich ruhigeren Wanderers Forever wird die zweite, leider deutlich schwächere Albumhälfte eingeläutet, bei welcher eigentlich nur noch End Man und der 9-minütige Titeltrack Hidden Evolution (der speziell im Refrain ungemein an Megadeth erinnert) positiv herausragen können. Das im Chorus sogar leicht punkig angehauchte Speed of Light sowie ein langweiliges I Owe You Nothing zerstören leider etwas den Gesamteindruck, lassen den Spaniern aber für die Folgealben noch etwas Luft nach oben. Wer sich gerne vom Können der südeuropäischen Thrash Metaller überzeugen möchte, dem sei das Video zu End Man nahegelegt, welches bereits vorab veröffentlicht wurde und eigentlich bei allen großen Videoportalen verfügbar ist (leider in Deutschland mit der gewohnten GEMA Rechte-Problematik, Anm. der Red.). Dieser Song repräsentiert das neue Album von Angelus Apatrida eigentlich perfekt, auch wenn er auf meiner persönlichen Liste sicherlich nicht ganz oben steht. Dazu sind die ersten drei Songs der Scheibe und im Besonderen First World of Terror einfach zu stark.



redakteur-johann

Zusammenfassung Review | Kritik | Bewertung

Johann Höng ist der Meinung...
Ehrlich gesagt hatte ich Angelus Apatrida bisher nicht auf dem Schirm. Was die vier Spanier aus der Kleinstadt Albacete aber auf ihrem nunmehr fünften Studioalbum Hidden Evolution darbieten, verdient allerhöchsten Respekt. Das Quartett um Frontmann Guillermo Izquierdo hat den Thrash Metal natürlich nicht neu erfunden, weswegen dem Hörer immer wieder Bands wie Exodus oder Megadeth in den Sinn kommen. Die Leidenschaft und die Kompromisslosigkeit, mit der die Iberer jedoch zu Werke gehen, ist für den Hörer jederzeit spürbar und macht Hidden Evolution zu einem wirklich starken Album, das sicherlich auch den ein oder anderen Leser, der auf den 80er Jahre Thrash Metal Sound abfährt, überzeugen wird.

Preisvergleich: Angelus Apatrida - Hidden Evolution