Hunter versus Monster.

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Review | Kritik | Bewertung
Evolve (2015)

Bewertung: 4,5 von 6
Hersteller: 2K Games
www.evolvegame.com

„Schatz, ich bin dann mal jagen…“ Seit einigen Tagen hört meine Frau jeden Abend jenen Satz. Denn ich schlage mich seitdem auf einem fremden Planeten durch den Dschungel auf der Suche nach einem etwas zu groß geratenen Monster, um diesem sein Fell über die Ohren zu ziehen. Endlich mal eine andere Art von Shooter. Dank den Entwicklern von Turtle Rock Studios dürfen wir unseren Alltagsstress seit Mitte Februar in 4 vs. 1 Schlachten begraben. Das Spielprinzip ist schnell erklärt: vier Spieler (Hunter) jagen ein mutiertes Monster. Jener Spieler, der das Monster kontrolliert, muss zunächst davonlaufen und besser in Deckung gehen. Auf der Flucht begegnen einem die verschiedensten Arten von Wildtieren, die Ihr erlegen und auffressen solltet. Es gibt 3 Evolutionsstufen des Monsters, die mit Hilfe vom Fressen zu erreichen sind, daher auch der Name Evolve. Jede Stufe steigert die Fertigkeiten und Größe des Monsters. Allerdings ist darauf zu achten, dass Ihr nicht wahllos durch die Fauna hechtet. Schreckt Ihr beispielsweise Vögel auf, können die Hunter auf Eure aktuelle Position schließen.


Gerade zu Beginn ist es wichtig, einer Begegnung mit dem Vierergespann aus dem Weg zu gehen. Erst mit Stufe zwei erreicht man eine Stufe in der es möglich ist, sich mit dem Team anzulegen. Ratsam ist es bis zur finalen Stufe zu warten, denn dann ist die Panzerung stark genug, um Tonnen an abgefeuerter Munition auszuhalten. Außerdem seid Ihr in der Lage richtig Schaden auszuteilen. Ein Manko wäre hier zu erwähnen: Die Steuerung dieses Kolosses ist nicht ganz so intuitiv und flüssig wie bei den Jägern. Das liegt sicherlich einmal an der Größe des Tieres, zudem an den Skills, die wiederum recht mächtig ausfallen. Hier sollte Turtle Rock vielleicht noch ein wenig nachbessern, immerhin wird in vielen Online-Partien das Monster durch eine KI ersetzt. Insgesamt stehen aktuell drei Monster zur Auswahl, wobei letzteres erst freigespielt werden muss, was auch für weitere Skins gilt. Die Aufgabe der Hunter ist genau umgekehrt: findet das Monster so schnell wie möglich und erlegt es! Je länger die Runde dauert, desto schwieriger wird es als Sieger aus der Schlacht hervorzugehen. Jäger werden irgendwann zu Gejagten.

game-evolveUm das zu verhindern, ist eine geschickte Kombination der Fähigkeiten aus vier Klassen erforderlich. Ein Team besteht immer aus vier Mitgliedern: Sanitäter (Medic), Fallenleger (Trapper), Angreifer (DD) und Unterstützer (Supporter). Zu Beginn einer Partie ist der Trapper die Schlüsselfigur um das Monster möglichst schnell ausfindig zu machen. Bewaffnet mit einer Maschinenpistole und seinem „Spürhund“ Daisy nehmt Ihr die Fährte der Kreatur auf. Einmal gefunden, besteht die erste Aufgabe darin, mit Hilfe von Harpunen und einer mobilen Arena (aus dem das Monster zeitweise nicht fliehen kann) das Monster für den Rest des Teams zu fixieren. Nun ist es an der Zeit, als Angreifer der Kreatur mit einer Assault Rifle oder der Lightning Gun ordentlich einzuheizen. Minen und ein Schild, der Euch für kurze Zeit unverwundbar macht, erleichtern diese Aufgabe ein wenig. Da ihr aber dennoch einiges an Schaden seitens des Monsters einstecken müsst, hilft der Sanitäter dabei, die gesamte Gruppe am Leben zu halten. Dies kann entweder gezielt auf ein Mitglied des Trupps mit Hilfe der Heilpistole geschehen oder auch per Gesundheitsschub für alle.

Ein Betäubungsgewehr und das Antimaterie-Gewehr gehören ebenfalls zur Ausrüstung des Medic. Dann gibt es noch den Supporter, der dem feindlich gesinnten Ungetüm mit einer Laserwaffe auf die Pelle rückt. Zusätzlich verfügt dieser über eine Schildpistole, die einem einzelnen Ziel Schutz verleiht. Außerdem als Spezialfähigkeit: das Team unsichtbar machen und falls ein Monster mal etwas größer ausfallen sollte, darf man einen Raketenschlag anfordern. Die richtige Kombination aller Fähigkeiten des Teams ist wie gesagt der Schlüssel zum Erfolg. Bis an die Zähne bewaffnet geht es also mit Jetpack durch den Dschungel. Die dreidimensionale Bewegung mit dem Jetpack ist übrigens kinderleicht gestaltet und geht sehr geschmeidig von der Hand. Um ein wenig Anreiz zu bieten, lassen sich pro Klasse zwei weitere Charaktere freischalten. Zudem wurde bereits angekündigt, dass weitere Monstertypen und Charaktere für Evolve per DLCs nachgeschoben werden.

game-evolve2Die Umgebung, in der man kämpft bietet leider nicht allzu viel Abwechslung, wobei es auch ein wenig damit begründet werden kann, dass man dem Monster zugegeben ein paar Möglichkeiten geben muss, um sich zu verstecken. Auf einer offenen Fläche wäre das wohl kaum möglich. Dafür nutzt Turtle Rock Studios aber die CryEngine der vierten Generation bestens aus, um die Welt in der man sich bewegt grandios darzustellen. Ein wenig zu kurz geraten ist leider die Story. In ein paar Missionen zusammengefasst geht es um die Evakuierung der Kolonie auf dem Planeten Shear. Abwechslung entsteht lediglich, wenn man die Missionen mit verschiedenen Charakteren oder dem Monster bestreitet. Die Entwickler haben sich ein kleines Gimmick ausgedacht: gewinnen beispielsweise die Hunter die erste Mission, so erhalten sie in der nächsten Unterstützung durch automatische Gefechtstürme, gewinnt hingegen das Monster, so befinden sich die Jäger zwischen gefährlichen Giftgaswolken.



redakteur-jona

Zusammenfassung Review | Kritik | Bewertung

Jona Ruhland ist der Meinung...
Zusammengefasst würde ich behaupten, dass die Damen und Herren von Turtle Rock Studios gute Arbeit geleistet haben, um der entzückten Spielergemeinschaft einen neuartigen, asymmetrischen Multiplayer in die Wiege zu legen. Zwar zwickt es hier und da noch, aber ich denke das wird sich mit zukünftigen Balance-Patches und anderen Updates beheben lassen können. Was sich erst noch zeigen muss, ist die große Frage, ob Evolve ein echter Dauerbrenner wird? Ich bin da aber sehr zuversichtlich, dass dem so ist.

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