Aufstieg und Fall des Handsome Jack.

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Review | Kritik | Bewertung
Borderlands: The Handsome Collection (2015)

Bewertung: 6 von 6
Hersteller: 2K Games
www.borderlandsthegame.com

Nachdem ich mit Tales From The Borderlands das erste Mal in die herrlich verrückte Welt von Pandora eintauchen durfte, kommt dieses "Rundum-Sorglos-Paket" genau zum richtigen Zeitpunkt. Borderlands: The Handsome Collection macht zweifelsohne riesigen Spaß und auch ein Stück weit süchtig! Ich behaupte bekanntlich oft, mich im Shooter-Genre nicht unbedingt wohl zu fühlen, aber was die optische Auffrischung des kultigen Borderlands 2 (2012), ein erst im vergangenen Jahr erschienenes Borderlands: The Pre-Sequel (dem Bindeglied zwischen den beiden Teilen des Franchise) und zahlreichen zusätzlichen Content betrifft, konnte ich mich von der ersten Sekunde an so richtig austoben. Etwas Übung braucht es zwar schon, um mit verschiedensten Gegnern fertig zu werden – eine clevere Taktik und ein effektives Waffenarsenal geben einem das nötige Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten. Im Fokus des Testberichts steht zunächst Borderlands 2 für die aktuelle Konsolengeneration. Die alten Spielstände aus PS3 und Xbox 360 Tagen könnten übrigens übertragen werden, sofern man nicht wie meine Wendigkeit ein mit Spannung erwartetes Neuland auf der Xbox One betritt.


Spielbar sind die vier regulären und zwei extra Charaktere, die es als DLC käuflich zu erwerben gab. Jeder von ihnen klingt im ersten Moment hochinteressant und die individuelle Klasse kann im Spielverlauf noch stark ausgebaut werden. Axton beispielsweise kann als Kommandoeinheit hilfreiche Waffentürme bauen, Salvador ballert als Gunzerker lieber selbst beidhändig und richtet damit enormen Schaden an. Sirene Maya kann mit übernatürlichen Fähigkeiten beeindruckende Elementarschäden verursachen, während meine persönliche Wahl zunächst auf den mysteriösen Assassin Zer0 fällt, der seine Gegner mit Hologrammen täuschen kann. Der Vollständigkeit halber gibt es noch eine Kampfroboter kontrollierende Gaige sowie einen Psycho namens Krieg - beide werden definitiv ihre Fans finden. Als Spieler erkundet man den generell umkämpften Planeten Pandora, der nicht nur unmittelbar davor steht ins Chaos zu stürzen, sondern es vermutlich schon längst ist. Das erwähnte Viererteam wird hierher entsendet, um einem nach uneingeschränkter Macht strebenden Handsome Jack und dessen Hyperion Corporation das Handwerk zu legen. In eine Falle gelockt, trennen sich eingangs der Story die Wege der Protagonisten, es sei denn, man spielt mit bis zu vier anderen Personen im Koop-Modus.

game-borderlandshandsomeWie brandgefährlich jene auf Pandora beheimateten Kreaturen sind, zeigen die ersten Begegnungen mit Bullymong Monstern, die wie wild gewordene Riesengorillas auf unsere Spielfigur losstürmen. Es gibt sie in verschiedenen Ausprägungen, was auch für die Hunde ähnlichen Skags oder sonstige insektoide Gestalten zutrifft. Noch mehr Abwechslung in das ohnehin adrenalingeladene Action-Spektakel bringen menschliche Feinde, seien es nun verstreute Banditen-Banden oder bestens ausgebildete Hyperion Soldaten. Was die Banditen betrifft, muss man ständig auf der Hut sein, insbesondere wenn man ein Lager inspiziert. Oftmals stürmt plötzlich einer von ihnen aus seinem Versteck. Psychos unter ihnen agieren dabei wenig vernünftig, laufen ungestüm auf Zer0 (und dessen Kollegen) zu, gehen sofort in den Nahkampf oder sprengen sich als Selbstmordkommando eiskalt in die Luft, um uns schweren Schaden zuzufügen. Sie sind schnell, wendig und noch gemeiner in der sogenannten "Badass" Variante. Bei schwerfälligen Nomaden, die einiges einstecken können, darf man als Spieler unter keinen Umständen die in Borderlands 2 vorkommenden Zwerge unterschätzen. Eine bewährte Taktik ist nicht selten der Rückwärtsgang oder eine spontane Flucht. Die spöttischen Kommentare der Banditen lassen sich leicht verschmerzen, wenn man sie unmittelbar danach mit einer satten Portion Blei zum Schweigen bringen kann. Zer0 verfügt zwar über einen Schild, bei permanenter feindlicher Überzahl ist die Energie jedoch rasch aufgebraucht und weitere Treffer gehen an die Lebenskraft. Verliert man ein Leben, teleportiert sich die Spielfigur zum letzten Checkpoint – gegen eine Gebühr versteht sich.

Die vielen in der Gegend verstreuten Kisten, Truhen und Schränke lassen das eigene Schatzjäger-Herz höher schlagen, unendliche Geldreserven garantieren sie trotzdem nicht. Dafür stets genügend Munition und die eine oder andere seltene Waffe von fiktiven Herstellern: Jakobs, Bandit, Tediore, Maliwan, Vladof, Torgue, Dahl und Hyperion. Der Schwierigkeitsgrad steigert sich mit fortlaufendem Spielgeschehen, weshalb es ganz angenehm erscheint, nach und nach besser ausgerüstet zu sein in den vier wichtigsten Waffengattungen Pistole, SMG, Sturmgewehr und Shotgun. Spezielle Bedürfnisse lassen sich mit einem Scharfschützengewehr, effektiven Granaten und einem Raketenwerfer erfüllen. Ohne einen kontinuierlichen Levelaufstieg darf man bestimmte Waffen nicht sofort nutzen, mit Eridium lassen sich Munitionskapazitäten und Umfang der Tragetasche für gefundene Items erhöhen. Hinzu kommt ein umfangreicher Skill-Baum, mit dem sich individuelle Fähigkeiten anpassen lassen. Borderlands: The Handsome Collection wird in keiner Phase auch nur ansatzweise langweilig. Statt stur die Hauptmission zu absolvieren, empfiehlt es sich, zahlreiche Nebenaufträge zu erledigen. Zu der Erkenntnis kam ich spätestens an einem frustrierenden Punkt in Borderlands 2, an dem ich die "harte Nuss" Mad Mike in der gut bewachten Bloodshot Stronghold Festung auf Level 12 meines Assassin einfach nicht knacken konnte. Es wartet wohl noch eine Menge Arbeit auf mich, aber ich nehme die Herausforderung gerne an.



redakteur-alex

Zusammenfassung Review | Kritik | Bewertung

Alexander Riede ist der Meinung...
Langzeitspielspaß ist mit Borderlands: The Handsome Collection in jedem Fall garantiert und man gewöhnt sich so sehr an eine durchgeknallte, bewusst überzeichnete Welt von Pandora, dass einem alles andere beinahe langweilig vorkommt. Zu Borderlands: The Pre-Sequel habe ich noch nicht viele Worte verloren, klärt es doch die Hintergründe zur Machtergreifung eines Handsome Jack auf. Die Spielmechanik ist ähnlich, das Vergnügen aber kaum geringer, als bei Borderlands 2. im Mittelpunkt der Ereignisse stehen sechs weitere, als steuerbare Charaktere auswählbare (Anti-)Helden, die sich zunächst etwas Orientierung verschaffen müssen, als eine "Lost Legion" an Banditen die Hyperion Raumstation Helios infiltriert.

Preisvergleich: Borderlands: The Handsome Collection