Horror im Episodenformat.

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Review | Kritik | Bewertung
Resident Evil: Revelations 2 (2015)

Bewertung: 4 von 6
Hersteller: Capcom
www.residentevil.com

Der Spielspaß in Episodenform wurde mittlerweile auch vom japanischen Publisher Capcom für eigene Zwecke entdeckt. Einmal mehr gibt es ein „Spin-off“ des weltweit beliebten Survival-Horror-Videospiels Resident Evil, wenn man es als solches bezeichnen möchte. Die Story von Resident Evil: Revelations 2 setzt zwischen den Teilen Resident Evil 5 und Resident Evil 6 an, ist also so etwas wie eine eigenständig gewordene Wartezeitüberbrückung bis zur nächsten gefeierten Zombie-Apokalypse. Für echte Fans verliert das Franchise wohl nie seinen Reiz und die Entwickler finden inzwischen neue Wege und Methoden, um die Zielgruppe kontinuierlich zu erweitern. Vier nervenaufreibende Episoden gilt es zu überleben, dazu gibt es noch zwei Bonuskapital („Little Miss“ und „The Struggle“) neben einem Raid Mode als besondere Herausforderung, spielbar mit diversen Charakteren, beispielsweise Hunk oder Albert Wesker. Die Hauptrollen der Kampagne von Resident Evil: Revelations 2 übernehmen andere bekannte Figuren. Claire Redfield arbeitet inzwischen für die Organisation „Terra Save“, die sich dem Kampf gegen biologische Gefährdungen verschrieben hat.


Auf einem festlichen Empfang lernt sie ihre Arbeitskollegin Moira Burton, Tochter des S.T.A.R.S.-Mitglied Barry Burton, kennen und die beiden unterhalten sich über etwaige Gemeinsamkeiten. Plötzlich stürmt ein unbekanntes Einsatzkommando das Gebäude und entführt einen Teil der Gäste. Claire und Moira wachen im Gefängnistrakt einer mysteriösen, von der Außenwelt abgeschnittenen Insel auf und müssen mit Schrecken feststellen, dass sie unfreiwillig zu Versuchsobjekten eines sadistischen Experiments gemacht werden. In einem ersten Schritt gilt es, den Weg aus dunklen Katakomben - die mit diversen Fallen und üblen Gerätschaften einen gewissen Saw-Charme versprühen – auf offenes Gelände zu finden, was nicht einfach wird. Selbstverständlich stoßen sie auf gefräßige Zombiegesellen und Claire Redfield hält sich diese mit Schusswaffen vom Leib. Ihre Partnerin bearbeitet den untoten Feind lieber mit einem Brecheisen und kann diesen sogar mit ihrer Taschenlampe blenden. Nachdem sie es endlich nach draußen geschafft haben, marschieren die Damen zu einem Funkturm und senden einen Hilferuf, der zunächst keine Antwort erhält. Eine Kommunikationspartnerin der unangenehmen Sorte haben sie mit der „Aufseherin“, die im Hintergrund sämtliche Fäden in den Händen hält und es offenbar als belustigenden Zeitvertreib empfindet, anderen beim Sterben zuzusehen.

game-rerevelations22Die Hälfte der ersten Episode ist geschafft und jetzt kommt mit Barry Barton der zweite Hauptdarsteller ins Spiel. Er hat den Funkspruch seiner Tochter gehört und reist als Einzelkämpfer mit einem Boot zur Insel. Kaum angekommen, trifft er auf ein kleines Mädchen namens Natalia Korda, die ihm auf seiner Rettungsmission nicht mehr von der Seite weichen wird, außer wenn sie durch schmale Stellen klettert, um Barry verschlossene Türen zu öffnen. Natalia wirkt im ersten Moment recht hilflos, kann im Notfall aber mit herumliegenden Backsteinen auf Zombies werfen und besitzt ein übernatürliches Gespür für Bedrohungen in unmittelbarer Nähe. Als Barry verfügt man über eine eigene Taschenlampe und vermeintlich durchschlagkräftige Waffen, nur geht einem irgendwann die Munition aus und in einem finsteren Wald vor Monstern davonlaufen, funktioniert keineswegs – die Biester heften sich hartnäckig an unsere Fersen! Blair Witch Project lässt grüßen und ein enormer Gruselfaktor ist nicht von der Hand zu weisen. Capcom macht Resident Evil: Revelations 2 phasenweise zu einem Schleichspiel, woran man sich auch erst einmal gewöhnen muss. Im Wald gibt es einige Büsche, um sich dahinter zu verstecken, allerdings versperren diese einem eher die Sicht – das funktioniert bei anderen Stealth-Titeln deutlich besser, ist aber ein Anfang für ein abwechlungsreicheres Resident Evil.

Waffen können wie gewohnt nach und nach modifiziert und verbessert werden und dank kombinierbarer Items lassen sich Köder, Sprengkörper und Heilmittel herstellen. Was den Schwierigkeitsgrad von Resident Evil: Revelations 2 betrifft, würde ich den Titel durchaus als anspruchsvoll bezeichnen, alleine, wenn ich an unsichtbare Angreifer aus der Luft oder einen wütenden Pedro mit Bohrmaschine denke. Im Koop-Modus lassen sich wenigstens clevere Taktiken abspeichern, alleine hingegen verkommt so manche Passage zu einem Geduldsspiel, wenn einem Moira partout gefährliche Ecken nicht ausleuchtet, in denen der nächste Zombie lauert. Die Geräuschkulisse lässt seine Anwesenheit bereits erahnen. In der zweiten Episode gibt es sogar ein Hindernis, das ich nur durch kurzzeitige Aktivierung des zweiten Controllers und gleichzeitiger Steuerung überwinden konnte. Ein solcher Programmierfehler dürfte eigentlich nicht sein… Ansonsten gibt es jedoch wenig an Resident Evil: Revelations 2 zu kritisieren. Die optische Präsentation ist in sich stimmig und sorgt für reichlich Atmosphäre. Erlernbare Fertigkeiten anhand eines Skill-Baums und freischaltbare Extras sorgen für die nötige Motivation, sich längere Zeit mit dem Spiel zu beschäftigen als zwei bis drei Stunden pro Episode.



redakteur-alex

Zusammenfassung Review | Kritik | Bewertung

Alexander Riede ist der Meinung...
Was sich die kreativen Köpfe hinter Resident Evil: Revelations 2 ein wenig gefallen lassen müssen, sind schwer zu verleugnende Parallelen zur Film- und Fernsehwelt. Die cineastischen Übergänge zwischen den einzelnen Episoden („Was bisher geschah…“, „Das nächste Mal bei…“) haben sich spätestens seit dem Erfolg von The Walking Dead im Serienformat durchgesetzt und funktionieren bestens im Games-Sektor. Darüber hinaus verwendet Resident Evil: Revelations 2 zahlreiche Elemente aus Lost oder der Saw-Horrorfilmreihe (es fühlt sich zumindest stark danach an), mischt alles zu einem intensiven Survival-Abenteuer auf der heimischen Spielekonsole zusammen und sorgt so für gruselige Unterhaltung.

Preisvergleich: Resident Evil: Revelations 2