Die guten Tage werden folgen.

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Review | Kritik | Bewertung
Sasha - The One (2014)

Bewertung: 4 von 6
Label: Columbia (Sony Music)
www.sasha.de

Als Einstieg in meine Plattenkritik einfach mal vorne weg genommen: die meisten unter uns kennen den guten Sasha höchstwahrscheinlich als Teenie-Pop-Idol mit kommerziell überaus erfolgreichen Titeln wie If You Believe oder I Feel Lonely. Ende der Neunziger Jahre konnte man seine Poster mit Sicherheit in sehr vielen Mädchenzimmern finden und dieses Image ist auch irgendwie immer an ihm hängen geblieben. Kein Wunder also, dass er sich 2003 mit Dick Brave ein kongeniales Alter Ego erschuf. Als Leadsänger von Dick Brave And The Backbeats konnte er nämlich eindrucksvoll unter Beweis stellen, dass er wesentlich mehr kann, als abgedroschenen Kuschel-Pop ins Mikro zu trällern. In dieser Rolle hatte er auch kein kontraproduktives Image mehr an sich kleben und es folgte nach Dick This! noch ein zweites Album unter dem Namen Rock'n'Roll Therapy (2011).


Im Sommer des vergangenen Jahres konnte er dann wieder als Sasha im Rahmen des TV-Formats Sing meinen Song zeigen, dass in ihm ein talentierter, vielseitiger Musiker steckt. Selbstverständlich brachte der sympatische Nordrhein-Westfale als logische Konsequenz wenig später mit The One ein neues Album auf den Markt. So stellt man sich jetzt die berechtigte Frage, was er uns darauf musikalisch anbietet? Ich würde mal sagen, insofern nichts Neues als dass es sich um (abgeschliffenen) Pop handelt, der spürbar elektronischer ausfällt, als man es von Herrn Schmitz gewohnt wäre und vielleicht erwartet hätte. Allein auf Effekthascherei verlässt sich Sasha natürlich nicht und arbeitet auch - wie mitunter schon in der Vergangenheit - mit einigen wohltuenden Reggae-Elementen. Der gute alte Kuschel-Pop ist auch weiterhin jenes Genre, das er mit Songs wie Sleeping With The Lights on auf geschickte Weise bedient. Natürlich ist das nicht alles, was sein neues Album zu bieten hat und dennoch ist es gerade das, was vom Sound am Ende irgendwie hängen bleibt. Schade eigentlich, dass er sich nicht endgültig davon lösen konnte oder sogar wollte...

act-sashaMan muss dem Sänger aber eines echt lassen: er versteht sein Geschäft. Selbst ein tanzbarer und groovender Song wie A Girl Like You zeichnet sich immer noch durch diesen Schmuse-Charakter (auch wenn man das von den Texten nicht unbedingt behaupten kann) aus. Zumindest der viel beschworene Wiedererkennungswert ist zu hundert Prozent gegeben. Sasha klingt eben gewohnt nach Sasha - und da scheint es schon beinahe egal, was der gute Junge macht. Gesondert herausheben möchte ich unbedingt noch den Track Skyline. Bereits bei den ersten Klängen beschleicht einen das Gefühl, jetzt käme ein Cowboy auf seinem Pferd um die Ecke geritten. Im weiteren Verlauf des Songs kommt auch immer wieder der Schmusebarde durch und dennoch ist dies eine außergewöhnliche Nummer, die eine explizite Erwähnung verdient. Silver Linings ist ein Duett mit der Newcomerin Lynne und da muss ich ehrlicher Weise gestehen, ich ziehe meinen Hut. Diese junge Dame glänzt einfach mit ihrer gesanglichen Performance. Die Stimme von Sasha hingegen verdient sicher nicht das Prädikat besonders wertvoll und dennoch verhält es sich bei ihm in etwa so wie bei Robbie Williams: nichts Besonderes, aber man mag sie einfach. Alles in allem ist The One kein Album aus einem Guss und das ist auch gut so. Die musikalische Ausprägung hat bestimmt ihre Schwächen und trotzdem macht das Album unheimlich Spaß. Wenn das letztlich der Anspruch des Künstlers gewesen ist, kann man von einer absoluten Punktlandung sprechen.



redakteur-nicola

Zusammenfassung Review | Kritik | Bewertung

Nicola Scheidler ist der Meinung…
Man konnte es vermutlich schon herauslesen: The One wird nicht mein Lieblingsalbum. Ich finde es schade, dass Sasha den „alten Stallgeruch“ von Schmuse-Kuschel-Pop weiterhin offenbar nicht ablegen kann. Nichtsdestotrotz beeindruckt mich dieses Release, da es schon anders ist, als zu erwarten war. Die ganz großen Experimente bleiben zwar weiterhin aus, dennoch merkt man eben auch, dass Sasha erwachsen geworden ist. Das Duett Silver Linings hat mich dann kurz vor Schluss tatsächlich noch richtig beeindruckt. Bei diesem Track wurde einfach alles richtig gemacht und ganz ehrlich: ich bin gespannt, was wir in Zukunft noch von Lynne hören werden.

Preisvergleich: Sasha - The One