R'n'B - Soul

Soul in Dauerschleife.

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Review | Kritik | Bewertung
Otis Redding - The King of Soul (2014)

Bewertung: 4 von 6
Label: Rhino (Warner Music)
www.otisredding.com

Wenn man Soul liebt und gerne in vergangenen musikalischen Zeiten schwelgt, ist man bei Otis Redding mehr als gut aufgehoben. Wenn man so ein bisschen in seinem Leben stöbert, überkommt einen beinahe der Eindruck, dass es vermeintlich klassisch verlaufen ist: er war Sohn eines Baptistenpredigers und hat schon allein deswegen bereits als Jugendlicher im Kirchenchor gesungen und sehr früh ein Gespür für Soul entwickelt. Er besuchte die High School im Geburtsort von Little Richard und schloss sich nach Abbruch seines Studiums der damaligen dessen Band, den Upsetters an. Bis dahin alles wie gehabt und mehr oder weniger so, wie man es sich hätte denken können. Weniger erwartungsgemäß war allerdings sein früher Tod mit nur 26 Jahren bei einem Flugzeugabsturz.

Weiterlesen: Otis Redding - The King of Soul

Jede Menge Happy.

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Review | Kritik | Bewertung
Pharrell Williams - G I R L (2014)

Bewertung: 5,5 von 6
Label: Sony Music
www.pharrellwilliams.com

Fragt man irgendwen, der sich halbwegs mit Musik auskennt, welcher Künstler derzeit absolut angesagt ist, dann bekommt man mit hoher Wahrscheinlichkeit den Namen Pharrell Williams genannt. Und dies ist ja auch mehr als verständlich, denn der aus Virginia stammende Tausendsassa trat im Laufe des letzten Jahres an allen Ecken und Enden der Musikbranche in Erscheinung. Zusammen mit Daft Punk produzierte er den Hit Get Lucky. Bei Robin Thicke's Knaller Blurred Lines war er ebenso mit am Start und seit einiger Zeit wird man auf nahezu allen Kanälen mit Pharrell's Monster-Ohrwurm Happy beschallt. Für all jene, die von dem Gute-Laune-Kracher nicht genug bekommen können, hat Pharrell Williams tatsächlich eine 24-Stunden-Version von Happy aufgenommen, die man sich bis zur völligen Erschöpfung reinziehen kann. Nachdem also der schlaksige Künstler, der auch schon mal gerne auf der Oscar-Verleihung mit knielangen Hosen auftaucht, im letzten Jahr eher durch seine Koops aufgefallen ist, veröffentlicht er nun mit G I R L sein zweites Soloalbum.

Weiterlesen: Pharrell Williams - GIRL

Auf dem nackten Hintern schlüpfriger Tatsachen gelandet.

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Review | Kritik | Bewertung
Beyoncé - Beyoncé (2013)

Bewertung: 3,5 von 6
Label: Columbia (Sony Music)
www.beyonce.com

Wenn ausgerechnet eine gefühlt nur mit wenigen äußeren Makeln behaftete Beyoncé Knowles in ihrem brandneuen Track Pretty Hurts die Schattenseiten der weiblichen Unterwerfung eines vordefinierten Schönheitsideals aufzeigen und aus kritischer Sicht thematisieren möchte, dürfte so manche Aktivistin womöglich laut aufschreien und ihr negativ auslegen, dass sie selbst alles andere als nicht darauf bedacht wäre, wie sie rein optisch von der Außenwelt wahrgenommen wird. "Miss 3rd Ward" zeigt sich im dazu gedrehten Video als den Sinn hinterfragende Teilnehmerin eines beliebig austauschbaren Beauty-Contests, womit wir auch schon mitten im Geschehen ihres aktuellen und fünften Studioalbums wären.

Weiterlesen: Beyoncé - Beyoncé

Der Soundtrack eines Lebens.

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Review | Kritik | Bewertung
Flo Mega - Mann über Bord (2014)

Bewertung: 5,5 von 6
Label: Four Music
www.flomega.de

Flo Mega klingt zunächst nach einem riesigen Angeber bezüglich seiner Selbsteinschätzung. Aber so ist die Namenswahl gar nicht gemeint. Flo ist einfach nur die Abkürzung für Florian und Mega ist die Abkürzung für das griechische Omega. Somit hätten wir schon einmal geklärt, dass wir es bei diesem Künstler nicht mit einem notorischen Aufschneider zu tun haben. Flo Mega ist den meisten Musikliebhabern wohl am ehesten von seinem Auftritt beim Bundesvision Song Contest des Jahres 2011 bekannt, als er den zweiten Platz belegte. Nach drei Jahren Wartezeit beglückt er uns nun mit seinem zweiten Albumrelease Mann über Bord. Der Bremer Soul-Sänger erklärt selbst, wie er diese Pause einfach dringend benötigte, da er beinahe schon zu sehr gelebt hatte – eben immer am Limit.

Weiterlesen: Flo Mega - Mann ueber Bord

Porter versucht es laufen zu lassen.

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Review | Kritik | Bewertung
Gregory Porter - Liquid Spirit (2013)

Bewertung: 3 von 6
Label: Blue Note (Universal Music)
www.gregoryporter.com

Hier ist sie: die Platte für entspannte Sonntagvormittage oder auch gerne mal nach 12 Uhr zu genießen. Ebenso geeignet, wenn man sich abends nicht mehr aus dem Haus bewegen und trotzdem musikalisch etwas geboten haben möchte. Gregory Porter macht auf seinem aktuellen Release Liquid Spirit eine knappe Stunde lang Jazz mit Einflüssen aus Soul und R'n'B. Insofern eher eine programmatische Titelwahl, weil die darauf enthaltenen Stücke im Hintergrund ziemlich unbeeindruckt dahinfließen und man sich nicht groß zu kümmern braucht, mit der nächsten Party etwas verpassen zu können. Deswegen auch besonders gut bei Erkältung, wie in meinem Fall, wenn man einfach etwas sucht, das nicht gleich sämtliche Sinne überstrapaziert. Die originellste Facette dieser Platte ist nämlich nicht in der Musik zu finden, sondern ziert den Kopf von Herrn Porter.

Weiterlesen: Gregory Porter - Liquid Spirit