Coolness im Rap-Geschäft.

cd-ollibanjo7

Review | Kritik | Bewertung
Olli Banjo - Hits & Raritäten (2014)

Bewertung: 5 von 6
Label: Bassukah
www.twitter.com/ollibanjo

Sechs Alben, zahlreiche Mixtapes nebst EPs und über zehn Jahre aktive Teilnahme am mehr oder weniger durchwachsenen Musikgeschehen hierzulande. Es gibt in der Tat zahlreiche Musiker, die weit weniger vorweisen können und sich dennoch bereits im (wohl verdienten?) Ruhestand befinden. Olli Banjo ist hiervon glücklicherweise noch weit entfernt, dennoch steht seit Ende November sein Best of Album unter dem Titel Hits & Raritäten in den Regalen Deines Lieblings-Musikdealers. Wir nutzen also die günstige Gelegenheit, um einmal auf die Karriere eines der renommiertesten deutschsprachigen Rapper der letzten Jahre zurückzublicken. Bisher unveröffentlichte Songs sucht man auf Hits & Raritäten mit Ausnahme der ersten vier Songs vergebens.


Während die als berechtigte Frage formulierte Nummer Warum ist Kanye West so scheiße? durchaus unterhaltsam umgesetzt wurde, wirken die restlichen drei Songs (Dein Leben ist jetzt, Gangster und Zum Lachen in den Keller gehen) jedoch ziemlich überladen und die neuen Stücke spielen eine eher untergeordnete Rolle. Der Fokus liegt ohnehin auf den restlichen 56 auf 3 Discs verteilten Tracks, die größtenteils mehr, manchmal auch weniger bekannt sein dürften. Denn Olli Banjo war stets ein gern gesehener Feature-Gast auf den Releases unterschiedlicher Kollegen und auch diverses Exklusiv-Material entstand obligatorisch. Deswegen bekommt man zwischen den ganzen Banjo-Classics auch ein paar wirkliche Raritäten (beispielsweise Der gemeinsame Nenner oder We Got Juice) zu hören. Auch oder gerade wenn man (den alten) Olli Banjo vielleicht bisher noch gar nicht kannte, bietet dieses Sammlerstück einen seltenen Glücksfall, sich einen spannenden Überblick über den musikalischen Output seit seinem Karrierebeginn zu verschaffen.

act-ollibanjo7Angefangen bei Du und mein Penis, was Banjo 2001 auf nationaler Ebene ins Gespräch brachte, bis hin zu neueren Stücken wie Mädchen aus den Slums ist viel geschehen. Die Sparring Mixtape-Reihe spielte dabei stets eine wichtige Rolle, deswegen ist auch klar, dass man sich auch auf Hits & Raritäten nochmals seine besten Kollaborationen zu Gemüt führen darf. Auf eine chronologische Aneinanderreihung wurde komplett verzichtet, was auf Dauer ein wenig anstrengend ist. Gerade dreht er noch mit K.I.Z. so richtig durch (Hoch uff die Box), nur um im nächsten Song das deutlich ruhigere Mädchen aus den Slums zu besingen. Wenn man es positiv sehen will, zeigt das Durcheinander aber auch eindrucksvoll, dass Olli Banjo sich eben nie auf einen bestimmten Stil spezialisiert hat. Egal ob extrem ehrliche und gefühlvolle Musik (Deine Sprache, Special), die üblichen Representer und natürlich nicht zu vergessen: Battlerap (Denkmal, Vögel). Oder einfach nur „Mucke zum Durchdrehen“ (Pistole, Scheiße & Pervers), Banjo beherrscht das alles spielend. Sein Ruf, einer der besten Live-Acts des Landes zu sein, eilt ihm voraus und ist sowieso über jeden Zweifel erhaben.



redakteur-julian

Zusammenfassung Review | Kritik | Bewertung

Julian Dannenhauer ist der Meinung…
Pünktlich zum Weihnachtsgeschäft ein Best of zu veröffentlichen, ist nicht die neueste, aber auch nicht die dümmste Idee. Selbst wenn sich bei mir die Frage auftut, ob solche Werke generell sein müssen, hat Olli Banjo ein paar Argumente vorzuweisen, warum man zugreifen sollte. Die 60 vorhandenen Songs bieten einen tollen Überblick über sein bisheriges Schaffen. Neben zahlreichen Klassikern findet man wirklich die eine oder andere Rarität. Am Stück hören wird man Hits & Raritäten aufgrund der hohen Songanzahl wahrscheinlich ohnehin nicht, deswegen ist die Tatsache, dass man ein ziemliches Chaos vorfindet auch kein wirklicher Kritikpunkt. Wer sich bisher noch nicht näher mit Olli Banjo beschäftigte, sei das Album nahegelegt und für Fans dürfte aufgrund der teils ziemlich unbekannten Songs der Kauf ebenso attraktiv sein.

Preisvergleich: Olli Banjo - Hits & Raritäten