Ein amerikanischer Städte-Trip auf Albumlänge.

cd-foofighters2

Review | Kritik | Bewertung
Foo Fighters - Sonic Highways (2014)

Bewertung: 4 von 6
Label: RCA (Sony Music)
www.foofighters.com

Dave Grohl ist Musik-verrückt im positiven Sinn. Einst als Schlagzeuger bei der Grunge-Legende Nirvana berühmt geworden, beschloss er 1995 (ein Jahr nach dem Tod von Kurt Cobain) eine eigene Band zu gründen, die auf den Namen Foo Fighters hören sollte und sich nach und nach zu einer der einflussreichsten Alternative Bands der heutigen Zeit entwickeln würde. Aber auch Abseits seiner Hauptband durfte man Grohl immer wieder als Gastmusiker bei den verschiedensten Bands antreffen. Bei Tenacious D beispielsweise zeichnet er sich als Schlagzeuger sämtlicher Studio-Veröffentlichungen aus. Aber auch bei Bands wie Queens of The Stone Age, den Nine Inch Nails oder etwa Killing Joke war das US-amerikanische Multitalent kurzzeitig eingesprungen. Dass er sich aber auch im Heavy Metal Bereich ungemein wohl fühlt und dort eine hohe Anerkennung genießt, zeigte das 2004 ins Leben gerufene Projekt Probot.


Für dieses nahm Dave Grohl Songs mit Metal-Größen wie Lemmy Kilmister (Motörhead), Max Cavalera (Soulfly, Sepultura) und King Diamond (Mercyful Fate) auf. Das Alles vollbrachte er wohlgemerkt ganz nebenbei, denn auch seine Hauptband, die Foo Fighters, leistete sich seit der Gründung 1995 keine größere Pause und veröffentlichte im 2-3 Jahresrhythmus insgesamt sieben Studioalben, wobei Wasting Light, das 2011 veröffentlichte, bislang letzte Release, sowohl in Deutschland, Großbritannien und den USA den Thron der Charts erobern konnte. Eine hohe Hürde also für das neue Werk Sonic Highways, welches dieser Tage erschienen ist. Musikalisch insgesamt wenig innovativ überzeugt dieses viel mehr durch die Geschichte der einzelnen Songs. Jeder Track stellt nämlich eine Art Liebeserklärung an eine der wichtigsten Städte der musikalischen Geschichte der USA dar. Um den einzelnen Songs gerecht zu werden, war es für die Foo Fighters gewissermaßen eine Selbstverständlichkeit, diese auch in der jeweiligen Stadt mit verschiedenen Gastmusikern aufzunehmen.

act-foofighters2Der Opener Something From Nothing, vorab bereits als Single erhältlich, wurde in Chicago zusammen mit Rick Nielsen (Cheap Trick) eingespielt. Zunächst erinnert der Song etwas an The Pretender vom 2007 veröffentlichten Album Echoes, Silence, Patience & Grace, ehe der Song im Verlauf etwas an Intensität zulegt und phasenweise sogar an die Helden von Black Sabbath erinnert. Insgesamt zeigen sich die Songs auf Sonic Highways deutlich weniger zugänglich, als man das von den Foo Fighters bisher gewohnt war. Dies beweist beispielsweise auch der Song Outside, welcher zusammen mit dem Eagles Gitarrist Joe Walsh in Kalifornien aufgenommen wurde. Selbstverständlich haben die Jungs auch in Seattle Station gemacht, jener Stadt die Anfang der Neunziger Jahre Grunge-Bands wie Pearl Jam oder Nirvana hervorbrachte. Das dort aufgenommene halb-akustische Stück Subterranean, das durchaus einige Nirvana Anleihen erkennen lässt, kann allerdings nur wenig überzeugen. So ist den Foo Fighters mit Sonic Highways zwar ein ungemein interessantes Album gelungen, richtige Höhepunkte findet man aber unter den acht dafür eingespielten Songs nicht gerade.



redakteur-johann

Zusammenfassung Review | Kritik | Bewertung

Johann Höng ist der Meinung...
Ich muss ehrlich zugeben, dass es mir trotz aller Sympathien, die ich für Dave Grohl hege, bisher nicht gelungen ist, einen richtigen Zugang zur Musik der Foo Fighters zu finden. Zwar gab es in der Vergangenheit immer wieder vereinzelte Songs, wie etwa Big Me, Everlong oder Breakout, die mir ganz gut gefallen haben. Diese sind aber leider nur eine Ausnahme. Auch mit dem neuen Werk Sonic Highways habe ich so meine Probleme. Die Idee, den musikalischen Zentren der USA eine Hommage in Form einzelner Songs zu widmen, ist einzigartig, die Qualität überzeugt mich aber wenig. Lediglich The Feast And The Famine kann bei mir punkten. Ansonsten plätschern Songs wie What Did I Do? / God As My Witness oder In The Clear meines Erachtens zu sehr vor sich hin. Bisherige Fans der US-Amerikaner dürften da aber ganz anderer Meinung sein.

Preisvergleich: Foo Fighters - Sonic Highways