Ein musikalischer Quickie.

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Review | Kritik | Bewertung
Smashing Pumpkins - Monuments To An Elegy (2014)

Bewertung: 3 von 6
Label: BMG (rough trade)
www.smashingpumpkinsnexus.com

Jene Bands, die schon viele Jahre existieren und auf großartige Erfolge zurückblicken können, haben es nicht immer leicht. Es fällt ihnen oftmals schwer, an ihre einstigen Hits anzuschließen und so oder so stellt sich immer auch die Frage, ob man sich musikalisch weiterentwickeln oder lieber beim bisherigen Stil bleiben möchte – alles in der Hoffnung, dem Publikum damit weiterhin zu gefallen. Bei den Smashing Pumpkins gab es eigentlich immer eine Spur von Entwicklung zu vermelden und jedem neuen Album lag eine spezielle Stimmung zugrunde. In den Neunzigern wurde die Alternative Rockband aus Chicago berühmt und eroberten mit Alben wie Siamese Dream oder Mellon Collie And The Invinite Sadness eine breite Fangemeinde. Die einprägsame Stimme eines Billy Corgan plus der unverwechselbare melancholisch, rockig und nachdenkliche Sound – das hatte etwas Besonderes und zog die Hörerschaft sofort in seinen Bann.


Musikalisch konnte sich die Band mit den Jahren weiterentwickeln, wurde etwas ruhiger, experimentierte hier und da und löste sich im Jahr 2000 schließlich auf. Fünf Jahre später teilte Corgan in einer einseitigen Zeitungsanzeige der Welt mit, dass er den Wunsch hegte, die Smashing Pumpkins wiederzubeleben. Leider dünnte die Stammbesetzung der Band immer weiter aus, so dass man vielleicht eher vom „Smashing Pumpkin“ Billy Corgan und seinen Musikerkollegen sprechen könnte. Wie dem auch sei, nach der letzten Veröffentlichung von Oceania (2012) wurde erst kürzlich das neueste Werk mit dem Namen Monuments To An Elegy veröffentlicht. Ursprünglich sollte dies Teil eines Doppelalbums werden, aber es scheint so, als hätte Corgan sich entschlossen, lieber zwei einzelne Alben daraus zu machen. Musikalisch bin ich bei diesem Werk ein wenig zwiegespalten. Was mir gleich zu Beginn ins Auge sticht, ist die relativ kurze Laufzeit der CD mit mageren 33 Minuten bei insgesamt neun Tracks. Das finde ich schon ein wenig frech.

act-smashingpumpkinsAber nun gut, erst mal reinhören... Die Auftaktnummer Tiberius ist ein eingängiger Song mit gewohnten Gitarrenriffs, schön rockig und melodisch. Klingt fast so, als würden die Smashing Pumpkins an frühere Zeiten anknüpfen wollen. Weiter geht es dann jedoch etwas ruhiger mit Being Beige. Die Nummer ist mir persönlich schlicht zu poppig geraten und schafft es leider nicht, das Niveau des vorangegangenen Titels zu halten. Anaise! als auch One And All sind beides mittelmäßig gute Songs. Was mir jedoch fehlt, ist das harte, kantige und somit Individuelle. Sie trällern ohne echten Höhepunkt vor sich hin und sind daher nicht sonderlich eingängig. Run 2 Me fällt dafür völlig aus dem Rahmen. Eine Pop-Nummer, die skurrilerweise durch Synthesizer dominiert wird und mit den bisherigen Songs auf Monuments To An Elegy überhaupt nicht zusammenpasst. Also fix einen Track weiter geschaltet... Drum + Fire besitzt eine simple Melodie, die sich mehrfach wiederholt ohne mich wirklich abholen zu können.

Auch Monuments kann bei mir leider nicht wirklich punkten, denn wie Anaise! plätschert dieser Song lediglich vor sich hin. Bei Dorian müsste Corgan dann vermutlich etwas zu viel mit dem Synthesizer herumgespielt haben, wie mir scheint. Die Nummer klingt in meinen Ohren verhältnismäßig viel zu poppig und wirkt eher unfreiwillig amüsierend. Mit Anti-Hero klingt der „musikalische Quickie“ dann glücklicherweise versöhnlich aus. Schade eigentlich, dass ein Album wie Monuments To An Elegy so wenig Tiefgang besitzt, zu einem im Vorfeld irgendwie erhofften musikalischen Höhepunkt fehlt es bei mir noch weit. Mit Tiberius und Anti-Hero beweisen die Smashing Pumpkins nichtsdestotrotz, dass sie ihr Geschäft nach wie vor beherrschen. Vielleicht wäre es die bessere Entscheidung gewesen, noch ein wenig abzuwarten und dieses Werk als Teil eines Doppelalbums mit etwas mehr Pfiff zu veröffentlichen.



redakteur-kirstin

Zusammenfassung Review | Kritik | Bewertung

Kirstin Birner ist der Meinung…
Monuments To An Elegy lautet die neueste Veröffentlichung der Smashing Pumpkins. Diese beinhaltet überschaubare neun Songtitel, die in einer guten halben Stunde auch schon wieder verklungen sind. Rein musikalisch betrachtet meiner Meinung nach wie eine Wundertüte... von guten Nummern (zu meinem persönlichen Bedauern eine Seltenheit) wie Tiberius über mittelmäßige Tracks (der deutliche Großteil) der Sorte One And All oder etwa Being Beige bis hin zu absoluten Totalausfällen wie Run 2 Me (glücklicherweise der einzige Fauxpas des Albums) ist hier wirklich Alles zu finden. In Summe also kein sonderliches Meisterwerk der langen Band-Diskographie, da hierfür einfach zu wenig geboten wird.

Preisvergleich: Smashing Pumpkins - Monuments To An Elegy