Eine Ritterschaft auf dem Prüfstand.

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Review | Kritik | Bewertung
The Order: 1886 (2015)

Bewertung: 6 von 6
Hersteller: Sony Computer Entertainment
www.theordergame.com

Es ist mir eine Ehre und ein Vergnügen zugleich, Euch an dieser Stelle einen Testbericht zum Playstation 4 exklusiven Blockbustertitel The Order: 1886 präsentieren zu dürfen. Wir befinden uns in London während des Viktorianischen Zeitalters, das vom amerikanischen Entwicklerstudio Ready At Dawn detailverliebt und mit einer unglaublichen Atmosphäre umgesetzt wurde. In den finsteren Katakomben des Palastes von Westminster muss ein Mann erbarmungslose Foltermethoden zweier Gefängniswärter über sich ergehen lassen. Es handelt sich dabei um Grayson, der ganz offensichtlich in Ungnade gefallen sein muss. Als Spieler schlüpft man in dessen Rolle und kann seine Peiniger töten, um sich anschließend mit letzter Kraft in Richtung Freiheit zu schleppen. Im Außenbereich der oberen Stockwerke treffen wir auf den empörten „Lord Chancellor“ Baron Augustus D’Argyll, unter dessen Führung wir lange Jahre dem Wohl und der Sicherheit des Landes dienten.


„Jener Schuld, die wir auf uns geladen hätten, könnten wir nicht so einfach entfliehen…“  lauten seine Worte, bevor sich Grayson aus Mangel an Alternativen kurzerhand in die Themse stürzt. Was könnte passiert sein? Der weitere Spielverlauf von The Order: 1886 wird uns Aufschluss darüber geben und setzt einige Tage vorher an. Es ist der 12. Oktober 1886 und Grayson begibt sich als achtbarer „Sir Galahad“ auf eine seiner täglichen Patrouillen durch den Londoner Stadtkern. An der Seite des französischen Aristokraten Marquis de Lafayette bekämpfen wir einige wild gewordene Rebellen mit der Feuerkraft unserer (doppelläufigen) Gewehre und Pistolen/Revolver. In ständigem Austausch mit weiteren Verbündeten unseres edlen Ordens via Kommunikator auf der rechten Schulterpartie unserer Uniform, suchen wir im Stadtteil Whitechapel nach den Anführern der Rebellen und Indizien für eine ernsthafte Bedrohung des gesellschaftlichen Gleichgewichts. Zu meinem großen Erstaunen entpuppen sich einige der uns feindselig gestimmten Individuen als Lykaner, sprich: halbblütige Wolfsmenschen, womit wohl auch die vermeintliche Hauptaufgabe des Ordens erklärt sein dürfte.

game-theorder18862Gemäß der historischen Tafelrunde versammelt sich unmittelbar nach den Ereignissen der Rat und beschließt, keine weiteren Schritte gegen rebellische Aktivitäten in London einzuleiten. Der Lord Chancellor verbietet es sogar strengstens, was unseren langjährigen Freund „Sir Percival“ Sebastian Malory wenig beeindruckt. Mit ihm, der ebenfalls an der Weisheit des Rates zweifelnden „Lady Igraine“ Isabeau D’Argyll und Lafayette, macht sich Sir Galahad nach Whitechapel auf, um Indizien zu sammeln. Sie finden auch etwas und zwar Waffenladungen, ausgerechnet aus dem Inventar des Ordens – auf mysteriöse Weise in die Hände der Rebellen übergegangen. Unterwegs treffen wir auf zahlreiche Feinde und gelangen über die schaurige U-Bahn, gepflastert mit zerfleischten Menschenleichen, zum Royal London Hospital, auf dessen Dächern es vor Werwölfen nur so wimmelt. Zum Glück verfügt der Orden über Luftunterstützung, die uns ein gewisses Zeitfenster verschafft, durch das wir in das Innere des Gebäudes gelangen. Die psychiatrische Abteilung des Krankenhauses wurde allem Anschein nach als Versteck und Ausbildungsstätte der Rebellen genutzt und es verdichten sich allmählich dunkle Machenschaften einer gewissen United India Company. Es geht um weit mehr als ein Handelsmonopol, doch mehr möchte ich bewusst nicht verraten.

Die Story von The Order: 1886 ist absolut fesselnd und filmreif konzipiert. Darüber hinaus wird man als Spieler einige Überraschungen und eine tief reichende Verschwörung erleben. Was die Spielmechanik betrifft, verläuft alles linear. Hindernisse versperren uns derart den Weg, dass es lediglich eine bestimmte Richtung, einen nächsten Schritt zu gehen gibt. Das ist nicht weiter schlimm, manchmal vielleicht ärgerlich, doch immerhin sind die Checkpoints fair verteilt. Teilweise ausgefallene Waffen wie ein brandgefährliches Thermitgewehr bringen Abwechslung in das übliche Muster: schnell Deckung suchen und aus dieser anstürmende Feinde bearbeiten. Es gibt zudem vereinzelte Schleichabschnitte, in denen Grayson besser nicht entdeckt werden darf. Ein Schuss und wir sind tot, zumindest in diesen Abschnitten, in denen wir uns mit Messer und Armbrust wehren können. Sonst halten wir einiges aus und besitzen für Notfälle ein heilendes Elixier an einer Halskette. Eine Integration von Fabelwesen in die geniale Story erweist sich als echter Glücksgriff der Entwickler. Zu jener Zeit trieb übrigens auch der traurigerweise weltberühmte Serienmörder Jack The Ripper in London sein Unwesen, aber das nur eine nicht gerade unwichtige Randnotiz…



redakteur-alex

Zusammenfassung Review | Kritik | Bewertung

Alexander Riede ist der Meinung...
Es gibt darüber hinaus einige weitere nicht gerade uninteressante Akteure wie etwa einen Nikola Tesla, die innerhalb des Action Adventures (im Gewand eines 3rd Person Shooters mit allerhand Quicktime Elementen) The Order: 1886 eine wichtige Rolle spielen und in meinem Artikel (noch) nicht erwähnt werden. Das aus gutem Grund: legt Euch das Spiel für die Playstation 4 unbedingt selbst zu und lernt sie alle kennen, lieben und hassen. Freunde und Feinde, Verbündete und Verräter, sie werden sich nicht sofort zeigen. Sir Galahad wird aber alles daran setzen, das wahrhaftige Übel zu bekämpfen. Eine kleine Zeitreise, die sich auf jeden Fall lohnt!

Preisvergleich: The Order: 1886