So ist Batman gestorben...

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Review | Kritik | Bewertung
Batman: Arkham Knight (2015)

Bewertung: 5 von 6
Hersteller: Warner Bros.
www.batmanarkhamknight.com

Die medienwirksamen Vorankündigungen des neuesten Batman Abenteuers weckten nicht nur eine enorme Neugierde auf das, was sich die Entwickler der Rocksteady Studios haben einfallen lassen. Sie bietet auch Raum für die wildesten Spekulationen unter den Fans der Spieleserie, die nach dem Abspann des 2013 erschienenen Batman: Arkham Origins den Chaos über Gotham City bringenden Joker als endgültig besiegt wähnten. Auch ohne ihn tummeln sich noch genügend Superschurken in der Stadt, einer gefährlicher als der andere und womöglich durch einen geschickten Schachzug in der Lage, den ewigen Zerstörer ihrer finsteren Pläne aus dem Weg zu räumen. Batman soll sterben, dieses kriminell motivierte Credo ist bestimmt nicht neu. Vielleicht gelingt es diesmal sogar und Gotham City braucht neue Helden. Das Szenenbild von Batman: Arkham Knight startet mit der stimmungsvollen Einäscherung von Joker's Leichnam. Im Geiste wird er wohl noch eine ganze Weile weiterleben. Leider mehr als man sich zu diesem frühen Zeitpunkt der komplexen Story vorgestellt hätte. Ich möchte nicht zu viel verraten, obwohl sich im Netz mittlerweile ohnehin zahlreiche Informationen und Spoiler zu wichtigen Charakteren finden lassen.


Es sind neun Monate vergangen. Ein brutales Massaker in einem Diner offenbart den Anbruch eines neuen Zeitalters, in dem unbescholtene Bürger von Wahnvorstellungen geplagt plötzlich unkontrolliert aufeinander losgehen oder sich selbst verletzen. Es ist das hinterhältige Werk eines gewissen Jonathan Crane, auch bekannt als Scarecrow, der sein brandgefährliches Toxin über die gesamte Stadt ziehen möchte. Die Ankündigung gleicht einer offensiven Kriegserklärung. Menschenmassen flüchten panisch aus der Stadt. Zurück bleiben lediglich diejenigen, die den Verlust von Recht und Ordnung geradezu lieben und einige mit der Situation vollkommen überforderte Polizeibeamte, die sich im GCPD Gebäude verbarrikadiert haben. Innerhalb von 24 Stunden haben der leitende Commissioner James Worthington "Jim" Gordon und seine Männer die Kontrolle über Gotham komplett verloren und hoffen einmal mehr auf Batman. Als Spieler schlüpft man in erster Linie in die Rolle der menschlichen Fledermaus, steuert nur ab und an weitere Figuren im Kampf gegen das Verbrechen. Und ich muss vorneweg sagen: es ist von der ersten Minute an ein verdammt starkes Gefühl, sich im Batsuit von Häuserdächern furchtlos in die Tiefe zu stürzen, die man kurz zuvor mit seinem Greifhaken (Batclaw) erklommen hatte.

game-batmanarkhamknightDank eines Rüstungsupgrades und mit etwas Übung kann Batman minutenlang durch die Lüfte gleiten und größere Strecken zurücklegen, ohne in permanente Kämpfe verwickelt zu werden. Straßengangs und verstreute Guerilla-Einheiten kreuzen am Boden der Tatsachen des Öfteren unseren Weg. Gegen ein mitunter fernsteuerbares Batmobil bleiben sie jedoch chancenlos. Batman: Arkham Knight erlaubt einem als open world Titel in der Regel die Wahl des Fortbewegungsmittels. Nicht selten variiert man auf taktisch clevere Weise, um dem Feind das fürchten zu lehren. Erstes Ziel ist es, den unbekannten Aufenthaltsort von Scarecrow herauszufinden, wofür Batman auf die organisatorischen Hilfestellungen von Lucius Fox (CEO von Wayne Enterprises, der uns mit allerhand Technik versorgt) sowie Barbara "Oracle" Gordon (Tochter des besorgten Police Commissioners und heimliche Assistentin von Batman) vertraut. Die Superschurken scheinen sich verschworen zu haben. Diversen Hinweisen folgend begibt sich unser Held in Richtung ACE Chemicals, einem weitläufigen Fabrikgelände, das allem Anschein nach von einer ganzen Armee beheimatet wird.

Angeführt von einem mysteriösen Elitesoldaten, dessen wahre Identität niemand kennt (er wird lediglich als "Arkham Knight" bezeichnet), verfügt diese über erstaunlich kostspielige Ressourcen. Der Arkham Knight wäre bei den ersten Begegnungen mit Batman auch locker in der Position, seinen Erzrivalen (es muss wohl eine persönliche Verbindung aus der Vergangenheit existieren) zu töten. Scarecrow mahnt seinen besten Spieler auf dem Feld aber jedes Mal zur Zurückhaltung. Der Plan bestünde schließlich darin, ihn erst zu "brechen" bzw. emotionalen Schaden zuzufügen. Der rein körperliche hält sich in Grenzen, sofern man als Spieler fleißig alle Trainingsprogramme mit Erfolg abschließt und gesammelte Waynetech Verbesserungspunkte primär in die Widerstandsfähigkeit von Batsuit und Batmobil investiert. Das garantiert ein überlegenes Gefühl in Kombination mit der empfohlenen Prämisse vom Tarnen und Täuschen.. So massiv die Gestalt des Batman daherkommt, so Katzen-gleich agil hüpft er zwischendurch in Lüftungsschächte, um seine Gegner unbemerkt auszuschalten. Greift man ganze Gruppen an, fliegen hingegen ordentlich die Fäuste!

game-batmanarkhamknight2An Action-Elementen mangelt es dem Spiel beim besten Willen nicht. Die Map mit den drei größeren Schauplätzen Miagani Island, Bleake Island sowie Founders' Island bietet viel Platz, um sich richtig auszutoben. Neben der Hauptmission kann sich Batman vielen Nebenmissionen widmen. Entführte Feuerwehrleute befreien beispielsweise, die Spur eines Serienmörders verfolgen oder das tragische Schicksal des Wissenschaftlers Robert Kirkland Langstrom aufklären. Der Riddler Edward Nigma wird einen in Batman: Arkham Knight einmal mehr vor knackige Rätsel stellen und diversen Geschicklichkeitstests unterziehen, für die man manchmal mehrere Anläufe braucht. Am meisten Spaß aber bereitet mir persönlich definitiv die Steuerung des Batmobils – ein Gefährt, das glaube ich jeder von uns nur allzu gerne in der eigenen Garage stehen hätte. Die Armee des Arkham Knight schickt massenhaft Panzerdronen, die zu Kanonenfutter degradiert werden, wenn man die Manöver seines Batmobils sicher beherrscht. Das Potenzial des Spiels zu einem der heißesten Titel des Jahres ist enorm (vorausgesetzt einige von Kritikern bemängelten Bugs werden mit Updates bereinigt, Anm. der Red.) und dann wäre da noch die Sache mit der Reinkarnation eines verrückt gewordenen Clowns...



redakteur-alex

Zusammenfassung Review | Kritik | Bewertung

Alexander Riede ist der Meinung...
Gronkh sei Dank konnte ich nach ersten Rückschlägen in einem zweiten Anlauf noch von der enormen Spieltiefe eines Batman: Arkham Knight überzeugt werden. Die Steuerung des mächtigen Batmobils bereitete mir Sorgen, dabei geht sie doch kinderleicht von der Hand, wenn man sich mit seitlichen Ausweichmanövern nicht mehr zu einem leichten Opfer für feindliche Panzerdronen macht. Fortgeschrittene katapultieren den dunklen Ritter aus voller Fahrt in den Himmel von Gotham City, um sich an anderer Stelle im Sturzflug wieder ins Cockpit zu begeben. Der Vorgang sieht nicht nur spektakulär aus, er ist auch unheimlich effektiv. Der Batman Fan bekommt einiges geboten, denn abseits der Action gibt es freischaltbare Biografien sämtlicher Charaktere, denen man innerhalb der Story von Batman: Arkham Knight begegnet. Und das sind viele bekannte, aber auch neue Gesichter. Die Asservatenkammer im GCPD weckt zusätzliche Erinnerungen an frühere Widersacher.

Preisvergleich: Batman: Arkham Knight