Soundcheck

Verrückt im positiven Sinne.

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Guy Sebastian - Madness (2015)

(4,5/6) Was seine musikalische Karriere betrifft, steckt der Australier Guy Sebastian beim besten Willen nicht mehr in den Anfangstagen. Sein erstes Album Just As I Am liegt nun schon 12 Jahre zurück und wurde unmittelbar nach seinem Gewinn der Castingshow Australian Idol veröffentlicht. Auch der Nachfolger brachte ihm Erfolge ein, bis es nicht mehr ganz so rund lief für den sympathischen Sänger mit dem verschmitzten Lächeln auf den Lippen. Dass er seine Heimat in der diesjährigen Ausgabe des Eurovision Song Contest in Wien vertreten durfte und dabei einen lobenswerten fünften Platz ergatterte, verdankt Guy Sebastian dem niemals verlorenen Glauben an sich selbst. Auch an regelmäßigem Output mangelte es dem 33-jährigen Talent eigentlich nie, denn mit dem aktuellen Release Madness ziert seine Diskographie bereits vier Titel in Albumlänge. Nichtsdestotrotz musste er sich wieder nach oben kämpfen, wird durch die Teilnahme am ESC 2015 womöglich erst jetzt einem breiteren Publikum bekannt sein.

Weiterlesen: Soundcheck: Guy Sebastian, Jay Jay Johanson, Seth Sentry

Tanzend in den heißen Sommer.

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The Disco Boys - The Disco Boys Vol. 15 (2015)

(4,5/6) Wie in jedem Jahr veröffentlichen The Disco Boys eine neue Compilation mit feinstem Club-Sound als Rundum-Sorglos-Paket für verschiedene Anlässe. Ich würde mich selbst nicht unbedingt als Spezialisten im Electro-Bereich bezeichnen, weshalb mir ein Griff zu den Releases des Hamburger DJ-Teams stets ein sicheres Gefühl gibt, auf dem laufenden zu bleiben, wenn es um gefeierte Hits und heiße Geheimtipps geht. The Disco Boys Vol. 15 enthält einmal mehr drei CDs mit insgesamt 60 Tracks. Nicht fehlen dürfen selbstverständlich Real Love (Clean Bandit & Jesse Glynne), Look Right Through (Storm Queen), Strong (Arno Cost & Norman Doray) und Headlights von Robin Schulz feat. Ilsey. Zu den erwähnenswerten, extrem tanzbaren „Floorfillern“ zähle ich aber auch die Tune Brothers mit Get The F..k out sowie meinen persönlichen Favoriten Step Back (Chocolate Puma feat. Kris Kiss).

Weiterlesen: Soundcheck: The Disco Boys, The Prodigy, Paul van Dyk

Angepasste Unabhängigkeit in Liedform.

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Schmutzki - Bäm (2015)

(3/6) Wenn die drei Herren von Schmutzki (bei denen es sich keineswegs um zunächst vermutete osteuropäische Reinigungsmittel-Vertreter handelt, Anm. der Red.) „ihre Gegner weghauen mit positive brutality“, wird sich der eine oder andere verwundert die Augen reiben, während man vom übereifrigen Ringrichter angezählt wird. Lassen sich politische Statements allen Ernstes mit Gute-Laune-Sound vermitteln? Ist das überhaupt noch Punkrock, wie wir ihn kennen? Und wenn dem so ist, warum sehen die Stuttgarter mehr aus wie harmlose Schwiegermutter-Lieblinge denn „Problemkinder“ unserer Gesellschaft? Jegliche Spekulation und vorschnelle Schubladenkramerei erübrigt sich, hört man ihr Debütalbum Bäm in einem Stück. Live zu sehen sind Schmutzki übrigens diesen Sommer auf einigen Festivals, darunter auch das Taubertal Festival oder das Open Flair, bevor es ab Oktober auf die erste eigene Tour geht.

Weiterlesen: Soundcheck: Schmutzki, Bette Midler, The Vaccines

Die Gesetze des Mainstream.

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Kelly Clarkson - Piece By Piece (2015)

(2,5/6) Kelly Clarkson erzählte in mehreren Interviews, dass sie während ihrer Schwangerschaft leider nicht singen konnte, da sie zu jener Zeit keine Stimme hatte. Glücklicherweise ist jetzt davon nichts mehr zu bemerken. Ihre Stimme ist wieder perfekt in Szene gesetzt, wie man es von der Siegerin der ersten Staffel von American Idol gewohnt ist. Die Texanerin, die sich im Laufe ihrer inzwischen mehr als 10-jährigen musikalischen Karriere einen Namen machen konnte, bringt mit Piece By Piece bereits ihr siebtes Album auf den Markt. Wenn man die junge Sängerin in den letzten Jahren ein wenig verfolgt hat, dann konnte man schon beinahe den Eindruck gewinnen, dass man eine „Miss Perfect“ vorgesetzt bekommt. Und dennoch kann ich mich des Eindrucks nicht erwehren, dass hier einfach nur realisiert wird, was man über die Jahre lernen durfte beziehungsweise was ein solches Talent auch einfach kann.

Weiterlesen: Soundcheck: Kelly Clarkson, Judas Priest, Betontod

Zur Musik tanzen und laut grölen.

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Fiddler’s Green - 25 Blarney Roses (2015)

(3/6) Fiddler’s Green werden 25 Jahre alt. Jene Band, die mich immer überzeugen konnte, wenn ich sie im Rahmen einer Tour live erleben durfte. Ehrlich gesagt habe ich die Musiker aber in den letzten zehn Jahren so ziemlich aus den Augen verloren, auch wenn die Erfolge mittlerweile für sich sprechen. Haben es die Erlanger Folk-Punker mit ihrem letzten Album Winners & Boozers aus dem Jahr 2013 doch sogar bis in die Top 10 der deutschen Albumcharts geschafft. Die zugewonnene Popularität und selbstverständlich das bereits erwähnte Jubiläum sind der Grund dafür, warum Fiddler’s Green nach nunmehr 13 Veröffentlichungen einen Überblick über ihre bisherige Schaffensphase geben wollen. Dieses Best of Werk trägt den Namen 25 Blarney Roses und erscheint dieser Tage. Ich lege die CD also in den Player und freue mich auf ein Karriere umfassendes Werk... Nach dem ersten Durchlauf macht sich aber große Enttäuschung breit. Die ersten 15 Jahre der Bandgeschichte werden kaum berücksichtigt.

Weiterlesen: Soundcheck: Fiddler’s Green, Jonathan Jeremiah, Ingested