Sanfte Töne versus metallischer Donnerschlag.

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Enthroned - Sovereigns (2014)

(4/6) Die Band Enthroned aus Belgien steht für typischen Black Metal mit skandinavischen Einschlag und konnte sich in den vergangenen 20 Jahren mit ihren bis dahin neun Studioalben allerhand Respekt und Anerkennung innerhalb des Genres erspielen. Auch Ihre aktuelle und somit zehnte Veröffentlichung mit dem Titel Sovereigns kann sich durchaus hören lassen. Eingeläutet durch düstere Klänge legen Enthroned bereits mit dem Intro Anteloquium den Grundstein für die folgenden 40 Minuten Gesamtspielzeit. Mit den darauf folgenden Songs Sine Qua Non, Of Feathers And Flames sowie Lamp of Invisible Lights zementieren die fünf Musiker von Sänger Nornagest noch gehörig Ihren Status.


Dabei können sie bei Hörer mit ihrem mal atmosphärisch ruhigen, mal im Galopp knüppelnden Sound punkten, auch wenn die aufgezogene Songstruktur manchmal etwas zu gewollt abwechslungsreich rüberkommt. Vielleicht hätte dem Album in dem einen oder anderen Fall sogar etwas mehr Monotonie gut getan... Zudem wirken die nach Mönchschor klingenden Einlagen auf mich etwas übertrieben. Was aber unter dem Strich bleibt, ist ein interessantes Black Metal Album, das gerade den Genre-Fans gefallen dürfte. Als meine persönlichen Anspieltipps möchte ich hier noch die beiden Songs Lamp of Invisible Lights und Divine Coagulation nennen.
- Johann Höng | www.enthroned.be

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Yiruma - Blind Film (2014)

(3/6) Der koreanische Pianist Yiruma ist ein Phänomen. Innerhalb des letzten Jahres habe ich zwei neue CDs des Künstlers zur Bewertung erhalten und nun liegt Nummer drei auf meinem Schreibtisch. Der Klaviervirtuose wurde mit seiner im Internet gehypten Romantikballade River Flows In You zum Star, besonders beim jungen Publikum. Er kreiert Werke, die eine Mischung aus Klassik und Pop darstellen - leichte und modern wirkende Melodien, die nicht die Ecken und Kanten der althergebrachten Klassik besitzen, aber dennoch nicht seicht wirken. Somit schafft er den geschickten Spagat zwischen Tradition und Moderne, er ist kommerziell erfolgreich, verramscht aber seine Musik nicht. Auf seiner neuen Platte Blind Film bleibt in dieser Hinsicht alles beim Alten.

Die insgesamt elf Klavierstücke klingen verträumt und sanft, sie fließen dahin, ohne dass man sich tiefer mit ihnen befassen müsste. Yiruma selbst charakterisiert seinen neuen Longplayer als Musik für die Momente der Erholung und der Entschleunigung, ideal geeignet um abzuschalten und zur Ruhe zu kommen. Diese Beschreibung ist passend, jedoch ist von Musik dieser Art wenig Tiefgang zu erwarten und so bin ich nach einer Weile etwas gelangweilt von dem sanften Plätschern der Töne. Blind Film ist so unaufdringlich, dass es für meinen Geschmack fast zu beliebig ist, weshalb mein Fazit eher durchwachsen ausfällt. Diese CD muss man sich nicht kaufen, man kann es aber tun, wenn man speziell Musik zum Abschalten und Entspannen sucht. Wenn man aber wirklich einen Überblick über das gesamte Können des koreanischen Klaviervirtuosen Yiruma erhalten möchte, empfehle ich das im letzten Jahr erschienene Best of-Album.
- Markus Birner | www.sonymusic.de

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Black Blitz - Louder Than Thunder (2014)

(6/6) Wenn ich ganz ehrlich sein soll, hatte ich zunächst eine weitere AC/DC Kopie erwartet, als ich von der Band Black Blitz gehört habe. Zwar zählen AC/DC sicherlich auch zu den musikalischen Einflüssen der Formation aus München, kopiert wird hier allerdings in keinster Weise. Ganz im Gegenteil: was die drei Jungs mit Ihrem zweiten Album Louder Than Thunder darbieten, ist schlicht und einfach groß. Frontmann, Sänger, Gitarrist und kreative Ader der Band ist Thomas Bauer, der speziell auf diesem Werk ein unglaubliches Gefühl für Melodien beweist, wenn man mich fragt.

Unterstützt wird er von Schlagzeuger Thomas Pribbenow und Bassist Christain Reiter. Zusammen haben sie mit den Hits Drinking Dynamite, Going Against The Grain, der ruhigen Nummer Turn Up The Heat und The Call of Rock'n'Roll ein kleines bisschen Rockgeschichte geschrieben. Da passt jede Basslinie und jedes Gitarrenriff genau zum jeweiligen Song. Aber  erst die Stimme von Thomas Bauer, die mich gelegentlich etwas an Glenn Danzig erinnert, macht den Sound von Black Blitz vollkommen. Alles in allem, beide Daumen steil nach oben für die bayerischen Rocker und ihr Album Louder Than Thunder. Man darf nun wirklich gespannt sein auf weiteren erfrischenden Rock'n'Roll im Stile von We’re Drinking Dynamite. Na dann: Prost.
- Johann Höng | www.blackblitz.de