Tanzend in den heißen Sommer.

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The Disco Boys - The Disco Boys Vol. 15 (2015)

(4,5/6) Wie in jedem Jahr veröffentlichen The Disco Boys eine neue Compilation mit feinstem Club-Sound als Rundum-Sorglos-Paket für verschiedene Anlässe. Ich würde mich selbst nicht unbedingt als Spezialisten im Electro-Bereich bezeichnen, weshalb mir ein Griff zu den Releases des Hamburger DJ-Teams stets ein sicheres Gefühl gibt, auf dem laufenden zu bleiben, wenn es um gefeierte Hits und heiße Geheimtipps geht. The Disco Boys Vol. 15 enthält einmal mehr drei CDs mit insgesamt 60 Tracks. Nicht fehlen dürfen selbstverständlich Real Love (Clean Bandit & Jesse Glynne), Look Right Through (Storm Queen), Strong (Arno Cost & Norman Doray) und Headlights von Robin Schulz feat. Ilsey. Zu den erwähnenswerten, extrem tanzbaren „Floorfillern“ zähle ich aber auch die Tune Brothers mit Get The F..k out sowie meinen persönlichen Favoriten Step Back (Chocolate Puma feat. Kris Kiss).


Als „Secret Weapons“ packen The Disco Boys auf Volume 15 Songs wie Dance With Me (Felix Jaehn feat. Thallie Ann Seenyen), 2 People (Sugar & Pi), The Rhythm of The Night (Sean Finn) und Day 'N' Nite von Kid Cudi vs. Crookers aus. Was bei einer solchen Compilation neben der perfekten Abmischung keinesfalls fehlen darf, sind eigene Beiträge der kreativen Herren Raphael Krickow und Gordon Hollenga. Neben der offiziellen Hymne zum SMAG Sundance Open Air Festival (Sundance), das erst vor wenigen Tagen stattfand und restlos ausverkauft war, kommt bei den Fans die Single Taxi nach Paris (eine Neuinterpretation des 80er Jahre Klassikers der Hamburger Popgruppe Felix de Luxe) besonders gut an. Discoliver (You Know That I Love You) plätschert für meinen Geschmack etwas vor sich hin, während zu Beat This meine Füße einfach nicht stillhalten wollen. Die dritte CD der Compilation ist eine kleine Überraschung, denn sie enthält ausgewählte Titel bisheriger The Disco Boys Releases. Man darf also in Erinnerungen an (vielleicht sogar eigene) wilde(re) Zeiten schwelgen und bekommt dazu einen Sound, den man garantiert nie vergisst.
- Alexander Riede | www.discoboys.de

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The Prodigy - The Day Is My Enemy (2015)

(5/6) Ihre Smash-Hits Firestarter, Breathe und Smack My Bitch Up begleiteten mich durch eine leicht rebellische Jugendphase und das dazugehörige Studioalbum The Fat of The Land lief damals auf Dauerschleife. Wie drei Jahre zuvor Music For The Jilted Generation landete seitdem jeder Longplayer von The Prodigy konsequent auf Platz eins der UK Charts. Invaders Must Die (2009) war auch hierzulande extrem beliebt und das einst so stilprägende Trio - aktuell bestehend aus Liam Howlett, Keith Flint und Maxim - nahm sich infolgedessen einmal mehr viel Zeit für ein neues Werk. Die Wartezeiten nimmt man gerne in Kauf, wenn das Ergebnis stimmt. The Prodigy veröffentlichen The Day Is My Enemy über das eigene Label Take Me To The Hospital und sorgen mit dem gleichnamigen Opener auf Live-Konzerten bestimmt für Verletzte, wenn die Masse durchdreht.

Es folgt die erste Singleauskopplung des Albums (Nasty) und ein wütendes Rebel Radio. Überhaupt kann sich der musikalische Kopf der britischen Band, Liam Howlett, nur schwer erklären, warum der Sound so energisch nach vorne marschiert. Mir persönlich kann dieses Merkmal absolut recht sein, weil ich genau dafür The Prodigy zu schätzen und lieben gelernt habe. Destroy brennt ein weiteres Feuerwerk urbaner Electrobeats ab und wie gewohnt sind Genregrenzen kaum gegeben. Wird der gefräßige Rok-Weiler von der Leine gelassen, spucken die Boxen massive Bässe. Die Rhythm Bomb erinnert ansatzweise an Outer Space. Roadblox fühlt sich an wie ein Leben auf der Überholspur. Der Klang der Platte ebnet sich mit Get Your Fight on weiterhin ungestüm seinen Weg in unsere Ohren, bleibt zu jeder Zeit düster-bedrohlich (Invisible Sun) und entlädt sich in der finalen Nummer Wall of Death. Wer zum Takt durch die Gegend springend das Programm von The Day Is My Enemy von Anfang bis Ende mitgeht, weiß danach, was er und The Prodigy geleistet haben.
- Alexander Riede | www.theprodigy.com

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Paul van Dyk - The Politics of Dancing 3 (2015)

(3,5/6) Wer erfolgreich sein und bleiben möchte, muss mit der Zeit gehen... Paul van Dyk hat das erkannt und nutzt fleißig sämtliche Möglichkeiten, um mit seinem weltweiten Publikum in Kontakt zu bleiben. YouTube, Twitter, Instagram, Soundcloud. Mehr als 3,6 Millionen Fans auf facebook und regelmäßige Gastauftritte in deutschen Kinofilmen. Gewusst wie... Sechs veröffentlichte Studioalben und eine lange Liste an Remixalben. The Politics of Dancing geht aktuell in die dritte Runde. Einmal mehr präsentiert Paul van Dyk darauf eine erlesene Auswahl an Trance Nummern, nur konnten sich diesmal (nach eigenen Angaben im Booklet) die mitwirkenden Interpreten aktiver in die Entstehung des Gesamtwerks einbringen. „Each and every name you see alongside mine on this album played their part.“ schreibt der DJ/Produzent aus dem Brandenburger Eisenhüttenstadt.

Statt zwei randvoll gepackten CDs wie bei den bisherigen Ausgaben, muss The Politics of Dancing 3 mit lediglich 14 Songs auskommen, was bei 67 Minuten Spielzeit immer noch ausreichen sollte. Viele davon sind in ihrer Machart harmlos bis gefällig und könnten der nächstbesten romantischen Komödie der Herren Schweiger oder Schweighöfer als musikalische Szenenuntermalung dienen. Ohne es als bewussten Vorwurf zu formulieren, lässt sich das Klangbild des Albums so wohl am leichtesten umschreiben. Ausnahmen bestätigen bekanntlich die Regel... CD in den heimischen Player geschoben und man darf sich entspannt zurücklehnen. Mit dem Kopf zum Takt nicken oder einfach nur teilweise sphärisch angehauchte, aber auf alle Fälle massentauglich getrimmte Vibes genießen. Meine Lieblingsstücke und damit auch Anspieltipps auf The Politics of Dancing 3 sind zweifelsohne My World (mit FKN & Mohamed Ragab feat. Jahala), In Your Arms (mit Giuseppe Ottaviani feat. Fisher), Only In A Dream (mit Jessus & Adham Ashraf feat. Tricia McTeague) sowie Louder (mit Roger Shah feat. Daphne Khoo).
- Alexander Riede | www.paulvandyk.com