Soundcheck

Harte Schale, weicher Kern.

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Bulletmonks -
No More Warnings (2014)

(4,5/6) Wenn ich mir die Band Bulletmonks so ansehe, habe ich den Eindruck, dass hier die fränkische Ausgabe von Kid Rock vor mir steht und mir eins auf die Mütze geben möchte. Sonderlich brav wirken die fünf Jungs wirklich nicht, aber wenn, dann bekommt man von ihnen bestenfalls ein paar auf die Ohren – musikalisch betrachtet. Nach dem wenig friedfertigen Debüt Weapons of Mass Destruction und dem Nachfolger Royal Flush on The Titanic präsentiert die Hard Rock-Truppe aus Franken nun ihren neuesten Geniestreich: No More Warnings. Insgesamt zwölf brandneue Tracks findet der geneigte Hörer darauf und er kann sich sicher sein, dass das, was ein anderes deutsches Musikmagazin schon mal als „Rotzrock“ bezeichnete, alles andere als Volksmusik ist. Die Bulletmonks klingen nach wie vor hart, schnell und wild.

Weiterlesen: Soundcheck: Bulletmonks, Courteneers, Segard

Rituale mit Wiedererkennungswert.

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Fenech-Soler - Rituals (2014)

Mit der Musik verhält es sich wie im wahren Leben, was logisch erscheint, schöpft sie daraus doch in der Regel die größte Inspiration. Höhen und Tiefen lassen sich kaum vermeiden. Was an unseren Energiereserven zehrt, spendet nicht selten neue Hoffnung und eine bewegende Aufbruchstimmung. Das britische Quartett Fenech-Soler kann wahrlich ein Lied davon singen – und das obwohl sie lange Zeit nicht wirklich wussten, ob und wie es mit ihrer Musik weitergehen würde. Ihr selbstbetiteltes Debütalbum aus dem Jahr 2010 stand mit der Single Demons hoch im Kurs auf den bekanntesten Radiostationen der Insel und die geplante Tour war damals ausverkauft. Doch dann der Schockzustand: Ben Duffy, der Sänger der Band, musste sich gleich mehrerer Chemotherapie-Behandlungen unterziehen und konnte den Krebs bezwingen.

Weiterlesen: Soundcheck: Fenech-Soler, Led Zeppelin, Blues Pills

Zwischen Nostalgie und Neuanfang.

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Rhonda - Raw Love (2014)

(5/6) Zwei Jahre ist es nun her, dass die Trashmonkeys ihre Auflösung bekannt gegeben haben. Der Grund hierfür lag aber nicht darin, dass die Mitglieder keine Lust mehr auf Musik hatten, sondern wohl eher daran, dass sich der Erfolg eher in Grenzen hielt. Wenngleich persönliche Gründe als Trennungsgrund angegeben wurden, spielte es bei der Entscheidung wohl auch ein Stück weit eine Rolle, dass die Band sich festgefahren hatte. Aus diesem Grund haben sich Ben Schadow, Offer Stock und Gunnar Riedel sowie die ehemalige Bassistin Milo Milone kurzerhand zur neuen Band Rhonda zusammengeschlossen. Milone legte das störrische Saiteninstrument beiseite und brilliert nun als Frontfrau und Sängerin. Dafür holte man sich Jan Fabricius als neuen Bassisten an Bord. Programm ist Retro-Soul altbekannter Manier und fertig ist die Laube.

Weiterlesen: Soundcheck: Rhonda, Deep Purple, Nothgard

Der Mond und andere Planeten.

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Various - Guardians of The Galaxy OST (2014)

(4/6) Da kommt etwas auf uns zu, wenn am 29. August mit Guardians of The Galaxy ein weiterer Marvel Superhelden-Blockbuster endlich auch  in deutschen Kinosälen zu sehen sein wird und mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit die Kassen ordentlich klingeln lässt. In den Staaten ist der Titel längst ein Riesenerfolg, von Fans und Kritikern gleichermaßen gefeiert als etwas, „das es seit langem mal wieder gebraucht hat“. Bereits der Trailer verspricht eine unverkrampfte Herangehensweise und humorvolle Dialoge neben satter Science-Fiction-Action. Ein Hauch von Nostalgie schwingt zwischen den Zeilen stets mit, vor allem, wenn ein gewisser Peter Quill als selbsternannte Legende unter den Outlaws im Weltall ein uraltes Mixtape mit Songs aus den Siebziger Jahren als schützenswertes Gut behandelt. Dieses Relikt längst vergangener Zeiten erinnert mitsamt Kassettenplayer an seine verlorene Kindheit auf der Erde, die ihm von kriminellen Individuen gestohlen wurde, als sie ihn in jungen Jahren entführten.

Weiterlesen: Soundcheck: Guardians of The Galaxy, The Best of 2 Tone, The Canvas Divine

Mal überladen, mal minimalistisch.

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Dirty Loops - Loopified (2014)

(3,5/6) Aus Schweden kommt die Musik, zumindest sehr oft und in vielfältigen Varianten. Unsere Freunde aus dem Norden präsentierten in den letzten Jahren eine Fülle neuer Bands und Künstler. Ein ganz frisches Beispiel für den niemals versiegenden Musikbrunnen Schwedens ist die Band Dirty Loops. Auf ihrem Debütalbum Loopified präsentieren sie eine sehr eigen klingende Mischung aus Pop, Funk, Soul und mannigfaltigem Elektrosound. Dabei tut man sich schwer, einen roten Faden zu erkennen, denn die meisten der Tracks klingen so übervoll gepackt mit Rhythmen und Sounds, dass man als Zuhörer teilweise ein wenig überfordert ist. Die 14 Songs sind teils Eigenkompositionen, man findet aber auch schrille und extravagant interpretierte Cover-Versionen bekannter Chart-Hits.

Weiterlesen: Soundcheck: Dirty Loops, Niko Schwind, Rebekka Bakken