Soundcheck

Die Sache mit den selbstbetitelten Alben.

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Daily Thompson - Daily
Thompson (2014)

(3/6) Brennende Instrumente auf einem CD-Cover. Da denkt man doch gleich an eine vor Klischees triefende Black Metal Platte. Aber halt: das Bandlogo ist dafür vollkommen schnörkellos, gut lesbar und passt somit überhaupt nicht in das vermutete Genre. Verwirrt ob der widersprüchlichen Informationen auf dem Cover lege ich die CD ein, drücke auf Play und bin gleich noch mehr verwundert. Damit hatte ich überhaupt nicht gerechnet. Jene Musik, die einen hier erwartet, hat mit Heavy Metal ungefähr so viel zu tun, wie die Bild-Zeitung mit seriösem Journalismus. Verantwortlich dafür zeichnet sich eine Band aus Dortmund, welche den Namen Daily Thompson trägt (vermutlich eine namentliche Hommage an den früheren britischen Zehnkämpfer Daley Thompson). Seit 2012 machen die Drei aus dem Ruhrpott zusammen Musik und veröffentlichen nun ihr selbstbetiteltes Debüt.

Weiterlesen: Soundcheck: Daily Thompson, Bonaparte, The Majority Says

Von Weltkarrieren und aufgehenden Sternen.

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Ray LaMontagne - Supernova (2014)

(3,5/6) Im Jahr 2006 veröffentlichte das Magazin GQ eine Liste der „25 Sexiest Places on The Planet To Take A Girl“. Einer dieser Orte war ein Konzert des in New Hampshire geborenen Singer-Songwriters Raymond Charles „Ray“ LaMontagne. Aber was ist es denn nun, was eine schnöde Konzerthalle in einen „Sexy Place“ verwandelt, sobald der bärtige Barde dort auftritt? Dieser Frage wollte ich auf den Grund gehen und habe mir daher sein neuestes Album Supernova angehört, um einen Eindruck zu bekommen, was den magischen Charakter des Sängers und seiner Musik ausmacht. Zunächst einmal erkennt man schnell, dass das knorrige Äußere des Künstlers nichts mit dem Stil seiner Musik zu tun hat. Sein Gesang ist weich und geschmeidig. Der Intro-Track Lavender besitzt einen geradezu Hippie-mäßig verklärten 60ies-Charakter. Ganz milde und sachte fließt der Song dahin. Bei Airwaves wird es dann zumindest schon etwas konkreter, bevor LaMontagne bei dem kraftvollen Track She’s The One zeigt, dass er auch mehr kann als leise.

Weiterlesen: Soundcheck: Ray LaMontagne, ABBA, Camarel

Wo musikalische Pfade hinführen...

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Ekat Bork - Veramellious (2014)

(4/6) Ekat Bork ist eine Frau mit Ecken und Kanten. Sie wurde in einer kleinen Stadt in Sibirien geboren und entfloh der Wildnis mit 16 Jahren, um sich in St. Petersburg als Straßenmusikerin durchzuschlagen. 2007 ging sie in die Schweiz um dort Gesang und moderne Literatur zu studieren. Vier Jahre später fand sie dann ein Producer-Duo, welches das enorme musikalische Potenzial der jungen Russin erkannte und ihr viel Freiraum gab, sich und ihren Stil zu entwickeln. Das Ergebnis der darauf folgenden Schaffensphase ist das aktuelle Debütalbum Veramellious. Über insgesamt 11 Songs hinweg tobt Ekat Bork sich nach Herzenslust aus: mal trällert sie hoch und süßlich, dann aber klingt sie auch wieder schmutzig und obszön. Sie schmettert dem Hörer ihre Gedanken entgegen, die Abbilder ihrer inneren Welt, sie provoziert und verzaubert zugleich.

Weiterlesen: Soundcheck: Ekat Bork, ABBA, Killer Be Killed

Es kommt oft anders als erwartet...

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The Birds of Satan - The Birds of Satan (2014)

(2/6) Die seit Jahren stetig wachsende und ebenso treue Anhängerschaft der Foo Fighters könnte an dieser Stelle die Ohren spitzen... Das angekündigte neue Album der Jungs um den mit Kultstatus belegten Sänger Dave Grohl lässt zwar noch etwas auf sich warten, dafür startet der Drummer der Band Taylor Hawkins zusammen mit den Herren Mick Murphy (Gitarre) und Willy Hodgen (Bass) mit seiner Zweitband The Birds of Satan jetzt so richtig durch, möchte man dem medialen Interesse Glauben schenken. Das selbst betitelte Erstlingswerk erinnert aber zu meinem persönlichen Bedauern nur phasenweise an die großen Foo Fighters. Vielmehr sind gewisse Parallelen zu den nicht minder bekannten Queens of The Stone Age zu erkennen und so erwartet den Hörer in der mit 34 Minuten dann doch recht kurz geratenen Laufzeit jene Art von Rockmusik mit einer starken progressiven Note.

Weiterlesen: Soundcheck: The Birds of Satan, Kina Grannis, Protafield

So ein Jubiläum kann man schon feiern...

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Rage - The Soundchaser Archives (2014)

(5/6) Als der Bösewicht Santa Maria im Film Der Schuh des Manitu (2001) seinen ersten Auftritt hatte, ertönten harte Klänge unterlegt mit der Textzeile Straight To Hell. Nicht wenige haben sich vielleicht in diesem Moment gefragt, wer denn wirklich hinter diesem Song stecken könnte. Hier ist die Antwort: Die Band Rage, diese existiert seit 1984 und hat rein gar nichts mit den Amerikanern von Rage Against The Machine zu tun, deren Fans die Band ebenfalls als Rage bezeichnen. Pünktlich zum 30-jährigen Bandjubiläum gibt es nun mit The Soundchaser Archives einen wahren Leckerbissen für alle Fans der nordrhein-westfälischen Power Metal-Formation. Das Doppelalbum gibt zwar Einblicke in die Bandgeschichte, stellt aber kein Best of Album im klassischen Sinne dar.

Weiterlesen: Soundcheck: Rage, Billy Talent, Kiss