Soundcheck

Von Superhelden und Gentlemen.

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Grailknights - Calling the Choir (2014)

(4/6) Bunte Farben sind eigentlich tabu im doch so bösen und ernsten Heavy Metal. Nicht so bei den Grailknights, bei deren Namen man das Schlimmste erwartet, lässt dieser doch übelste Klischees vermuten. Abgesehen von den heroischen Texten kann davon aber überhaupt keine Rede sein. Ganz im Gegenteil. Durch ihre erfrischende selbstironische Art verkörpern die Hannoveraner genau das, was einigen anderen Bands dieses Genres fehlt: Spaß. Dieser steht bei den Norddeutschen seit nunmehr zwölf Jahren im Vordergrund und so haben sich die Mannen um Sänger Sir Optimus Prime gerade bei den verschiedenen Festival-Auftritten eine treue Anhängerschaft erspielt. Mit ihren Superheldenkostümen und ewig währenden Kampf gegen Dr. Skull um den heiligen Gral sorgen auch die übrigen Bandmitglieder Earl Quake (Leadgitarre), Sovereign Storm (Gitarre und Gesang), Count Cranium (Bass und Gesang) und Lord Drumcules (Schlagzeug) live für eine unterhaltsame Show, die das Publikum gerne dankend annimmt. Unterstützt werden die Ritter dabei von ihrem „Schlachtross“ Zapf Beauty.

Weiterlesen: Soundcheck: Grailknights, Drone, Berlin Comedian Harmonists

Neuauflage, Nebenprojekt und NuDisco.

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Morrissey - Your Arsenal (2014)

(5/6) Er bezeichnete die englischen Royals als Schnorrer, kritisierte in seinen Songs Margret Thatcher, Tony Blair und George W. Bush, ist überzeugter Vegetarier und geizt nicht mit Kritik an der Fleischindustrie. Er lebt nach eigenen Aussagen zölibatär und wird im allgemeinen als enormer Einzelgänger beschrieben, der nur mit wenigen Leuten gut auskommt. Der ehemalige Frontmann der legendären Smiths, Morrissey, ist wahrlich kein einfacher Zeitgenosse, der Wert darauf legt, sich einzuschmeicheln. Im Gegenteil: Er ist ein kontroverser, aber nicht minder talentierter Künstler, der mehr als 25 Jahre nach der Trennung der Smiths auf eine fulminante Solo-Karriere zurückblickt. Offenbar war dies für ihn Grund genug, sein im Jahre 1992 erschienenes Album Your Arsenal neu aufzunehmen.

Weiterlesen: Soundcheck: Morrissey, Chrome Division, Todd Terje

Sanfte Töne versus metallischer Donnerschlag.

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Enthroned - Sovereigns (2014)

(4/6) Die Band Enthroned aus Belgien steht für typischen Black Metal mit skandinavischen Einschlag und konnte sich in den vergangenen 20 Jahren mit ihren bis dahin neun Studioalben allerhand Respekt und Anerkennung innerhalb des Genres erspielen. Auch Ihre aktuelle und somit zehnte Veröffentlichung mit dem Titel Sovereigns kann sich durchaus hören lassen. Eingeläutet durch düstere Klänge legen Enthroned bereits mit dem Intro Anteloquium den Grundstein für die folgenden 40 Minuten Gesamtspielzeit. Mit den darauf folgenden Songs Sine Qua Non, Of Feathers And Flames sowie Lamp of Invisible Lights zementieren die fünf Musiker von Sänger Nornagest noch gehörig Ihren Status.

Weiterlesen: Soundcheck: Enthroned, Yiruma, Black Blitz

Träume, Lebensweisheiten und andere Märchen.

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Ektomorf - Retribution (2014)

(4,5/6) Brasilien liegt mitten in Europa. Glaubt Ihr mir nicht?! Dann hört Euch doch mal das neue Studioalbum der ungarischen Thrash-Metal-Band Ektomorf an. Retribution steht den Auskopplungen der brasilianischen Genre-Vorreiter von Sepultura und Soulfly nämlich in Nichts nach. Mit einer unverändert hasserfüllten Leidenschaft gehen die Jungs um das einzig verbliebene Gründungsmitglied Zoltan Farkas auch nach mehr als zwanzig Jahren gewohnt brachial zu Werke. Bereits die beiden Anfangsnumern You Can’t Control Me und Ten Plagues legen in bewährter Weise los, bestätigen aber in gleichem Maße auch wieder ihre Kritiker, die ihnen eine zu große Ähnlichkeit mit oben genannten Brasilianern vorwerfen.

Weiterlesen: Soundcheck: Ektomorf, Es war einmal, Donny Hathaway

Musikalische Nord-Ost-Diskrepanzen.

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This Void - Crystals (2014)

(5/6) Das Städtchen Jever liegt im hohen Norden in der Nähe von Wilhelmshaven und bisher kannte man es wohl in erster Linie von dem herben Pils, das dort gebraut wird. Über dieses geht es im Folgenden aber nicht, sondern um die Elektro-Pop-Band This Void, die ebenfalls aus Jever kommt. Ende Februar 2014 erschien das bereits zweite Album der Kombo mit dem Titel Crystals. Insgesamt zwölf Tracks findet man auf der musikalischen Kristallsammlung und schon beim ersten Durchhören erkennt man, dass der Name mit gutem Recht gewährt wurde. This Void klingen wie eine Mischung aus Placebo und Oasis, allerdings elektronischer gemischt und poppiger. Die Songs auf Crystals bestechen allesamt durch ihren energievollen Beat und durch die treibenden E-Gitarrenakkorde.

Weiterlesen: Soundcheck: This Void, Baal, Tante Polly