Soundcheck

Fast wie früher, nur noch einmal mit Gefühl…

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Sing um Dein Leben -
Es geht weiter… (2013)

(4,5/6) Man kann Xavier Naidoo ja vieles vorwerfen, aber nicht mangelnden Fleiß. Während sich andere Musiker in Castingshows bequem auf das mehr oder minder qualifizierte Kritisieren von unentdeckten Sangestalenten verlegen, ist dem Sohn Mannheims daran gelegen, seine Schützlinge zu hegen, zu pflegen und zu fördern, wo er kann. So nahm er nach der ersten Staffel von The Voice of Germany im Sommer 2012 ein Album mit dem Großteil der Sängerinnen und Sänger aus seiner Gruppe der Castingstaffel auf. Nur drei Mitglieder fehlten in der Kombo, die den Projektnamen Sing um Dein Leben erhielt. Dieser erste Longplayer Sing um Dein Leben – Das Album stieg bis auf Platz sieben der deutschen Charts auf und so ist es eigentlich kein großes Wunder, dass Xavier Naidoo nicht lange darüber nachdenken musste, mit den insgesamt 14 Nachwuchskünstlern noch eine Platte aufzunehmen.

Weiterlesen: Soundcheck: Sing um Dein Leben, Fayzen, Herman Rarebell

Wenn Bildersprache alleine nicht ausreicht.

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Various Artists - The Place
Beyond The Pines OST (2013)

(5/6) Wer Derek Cianfrance's opulentes Drama The Place Beyond The Pines gesehen hat, wird vor allem die kraftvollen Bilder in Erinnerung behalten, die meist viel aussagekräftiger sind, als jedes gesprochene Wort. Ein großer Anteil dieser mächtigen Bildsprache ist mit Sicherheit auch der musikalischen Untermalung geschuldet. Vollblutmusiker Mike Patton, der sich hier für den Soundtrack verantwortlich zeigt, komponiert einen Score, der mit fiebrigen stellenweise schon mystischen Klängen das tonnenschwere Schuldepos brillant untermalt. Wie für Soundtracks üblich, besteht nahezu die komplette Scheibe aus rein instrumentalen Stücken, die mit einigen Songs ergänzt werden, welche nicht aus Patton's Feder stammen. Unter anderem einem Titel der italienischen Komponisten-Legende Ennio Morricone. Der 84-jährige ist seit Jahrzenten ein feste Größe in der Filmmusik-Branche und hat schon an weit über 100 Soundtracks mitgearbeitet.

Weiterlesen: Soundcheck: The Place Beyond The Pines, Racoon, Maier

Die Nebenrolle im Popzirkus.

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Richard Lenz - Glücksschwein (2013)

(2,5/6) Augen auf und durch lautete vor nicht allzu langer Zeit das Motto seiner Band und nicht nur Rosi Feuchtgruber frohlockte als der Lenz kam, sondern auch deutsche Tageszeitungen lobten vor allem die „klaren Strukturen“ ihres Longplayers. Namensgebender Singer-Songwriter Richard Lenz wandelt nun auf Solopfaden und gibt sein Solodebüt mit dem Albumtitel Glücksschwein, könnte die neueste Schlagzeile darstellen, wäre es tatsächlich von größerem Belangen. Das insgesamt recht durchschnittliche Pop-Erzeugnis dürfte es jedoch eher schwer haben, sich in der mittlerweile hart umkämpften Branche durchsetzen zu können. Für seine überzogene Phrasendrescherei möchte man als Kritiker den guten Herrn Lenz hin und wieder gerne auffordern, sein Glücksschwein zur Strafe mit Münzen zu füllen, wenngleich es unschwer ist, seine Profession zu erraten.

Weiterlesen: Soundcheck: Richard Lenz, Ashley Hicklin, Split

Von Highlights und homogenem Sound.

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Kellerkommando - Dunnerkeil (2013)

(3,5/6) Die Jungs von Kellerkommando haben es sicherlich schon mehrfach gehört, aber irgendwie fühlt man sich bei ihrem Sound immer ein wenig an die Kollegen von La Brass Banda erinnert – und dennoch sind Kellerkommando ganz anders. Was bekommt man also von dem Bamberger Bandprojekt geboten? Die einfache Antwort lautet Volksmusik im reinsten Sinne des Wortes: Musik für das Volk. Konkret bedeutet dies eine gelungene Verbindung aus traditionellen Klängen und deutschem HipHop als Spiegel der gesellschaftlichen Entwicklung – eben eine Verbindung aus Globalisierung und Tradition.

Weiterlesen: Soundcheck: Kellerkommando, Roseaux, Ilse Delange

Wenn Musik mehr als reine Tanzlaune verbreitet.

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Various Artists -
The Great Gatsby OST (2013)

(3,5/6) Eigentlich war es doch nur eine Frage der Zeit, wann sich der nächste Regisseur aus der großen Hollywoodriege an einen der bedeutendsten Romane der amerikanischen Literaturgeschichte wagen würde. Hier haben wir bereits den fünften Versuch, den tragischen Aspekt einer Liebesgeschichte den Kinobesuchern näherzubringen, was lange Zeit als nahezu unmöglich erschien. Bevor allerdings nun Diskussionen laut werden, darf man anmerken, dass es Baz Luhrmann schon mit William Shakespeares Romeo + Julia verstand, einen eigenen Weg der Adaption einzugehen. So ist es neben alternativen filmischen Schwerpunktsetzungen auch keinesfalls abwegig, wenn der offizielle Soundtrack zu The Great Gatsby ein moderneres Outfit vorzieht.

Weiterlesen: Soundcheck: The Great Gatsby, GFF, Army of The Universe