Auf der Suche nach blutigen Scheinen.

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Review | Kritik | Bewertung
The Drop - Bargeld (2015)

Bewertung: 4 von 6
Studio: 20th Century Fox
www.fox.de/the-drop

Es gibt vereinzelt Filme, die sollte man sich schon alleine aufgrund eines bestimmten Schauspielers in der Besetzung ansehen - selbst wenn man sich von dem Werk an sich überhaupt nichts Großes erwartet. Manchmal geht so ein kleiner cineastischer Blindflug dann leider kolossal schief und manchmal wird man als Filmfreund für seine Experimentierfreudigkeit auch belohnt. So der Fall bei The Drop - Bargeld, einem lohnenswerten Streifen, bei dem insbesondere ein Name auf dem Cover hellhörig macht: James Gandolfini. Genau jener James Gandolfini, der unvergessene Star der Serie Die Sopranos und markiger Charakterdarsteller vieler weiterer Filme, der zum allgemeinen Bedauern im Juni 2013 viel zu früh verstarb, somit eine traurige Schar an Fans zurück ließ.


Doch Moment... Wie kann Gandolfini in einem Film aus dem Jahr 2014 mitspielen, wenn er doch schon ein Jahr früher das Zeitliche segnete? Haarscharf geht das bei The Drop – Bargeld aus. Der Film wurde 2013 kurz vor seinem Tod gedreht und ist insofern der letzte Streifen, in dem man den grandiosen Mimen sehen kann, der durch Rollen in Filmen wie True Romance, Schnappt Shorty oder The Mexican bekannt wurde. Und auch wenn Gandolfini der heimliche Höhepunkt in dem Kriminalfilm ist, so hat der Streifen auch unabhängig von einem genialen Darsteller mit tragischem Schicksal einiges zu bieten. Die Geschichte dreht sich um den Barmann Bob Saginowski (gespielt von Tom Hardy), der sich in der Kneipe seines Cousins Marv (Gandolfini) verdingt. Das Lokal ist mehr als nur ein Ort, um Alkohol zu trinken: „Cousin Marv’s Bar“ wird von der Mafia kontrolliert und als Umschlagplatz beziehungsweise Versteck für illegale Gelder genutzt. Die sogenannten „Drops“, Zwischenlagerungen von kriminellen Einnahmen für eine Nacht, finden immer wieder statt und schützen die Gangster vor der Polizei.

movie-thedropFür Bob und Marv wird die Lage ziemlich brenzlig, als die Bar ausgeraubt wird - die beiden werden von der Mafia verdächtigt, für den Raub verantwortlich zu sein. Mit einem kleinen Hund, den er in einer Mülltonne findet und gemeinsam mit seiner Nachbarin Nadia (Noomi Rapace) großzieht, holt Bob sich noch ein zusätzliches Problem ins Haus: Denn das süße Tierchen gehört dem kaltherzigen Eric Deeds (Matthias Schoenarts), der eine Stange Geld für den Hund sehen will oder brutale Konsequenzen androht… Was auf dem Papier zwar etwas wirr, aber doch herrlich „spelunkig-mafiös“ klingt, erweist sich in der Realität als genau das. The Drop - Bargeld von Regisseur Michael R. Roskam schafft es über gut 100 Minuten hinweg stets den Zuschauer bei der Stange zu halten und hervorragend zu unterhalten. Das ist insbesondere auf die kammerspielartige Atmosphäre in „Cousin Marv’s Bar“ zurückzuführen. Dass die einzelnen Handlungsstränge dabei nicht immer ganz glatt aufeinander zu laufen und hier und da etwas fragmentarisch wirken, verzeiht man dem Film gern. Denn er verlässt sich nicht auf Action, sondern vor allem auf seinen namhaften Cast, dem neben dem bereits erwähnten James Gandolfini auch Noomi Rapace (bekannt aus den skandinavischen Stieg Larsson Verfilmungen) und Tom Hardy (The Dark Knight Rises) angehört. Das erweist sich letzten Endes als goldrichtige Entscheidung.



redakteur-david

Zusammenfassung Review | Kritik | Bewertung

David Liese ist der Meinung...
The Drop - Bargeld ist in meinem abschließenden Fazit ein spannendes Mafia-Drama, das erstaunlicherweise ohne monströse Action-Sequenzen auskommt und vor allem aufgrund eines famos aufspielenden Casts überzeugt. James Gandolfini in seiner letzten Rolle zu sehen, ist allein schon ein Grund, diesem Film eine faire Chance zu geben. Wem der Name nichts sagen sollte, kann sich in erster Linie an einem cleveren Drehbuch des US-amerikanischen Krimi-Autors Dennis Lehane erfreuen.

Preisvergleich: The Drop - Bargeld