Verhängnisvolle Affären.

brd-theloft

Review | Kritik | Bewertung
The Loft (2015)

Bewertung: 4,5 von 6
Studio: Universum Film
www.the-loft-film.de

Was die Story des Erotikthrillers The Loft betrifft, bin ich gewissermaßen vorbelastet. Im Herbst 2012 lobte ich das Script des Belgiers Bart De Pauw als einen „echten Geheimtipp, der noch mehr Aufmerksamkeit verdient hätte“, das als niederländisches Remake mit dem Titel Loft – Liebe, Lust, Lügen auf meinem Schreibtisch landete. Das Original stammt aus dem Jahr 2008 und erhält in letzter Konsequenz ein weiteres Remake amerikanischer Stilprägung. Die Abstände der drei Filme, die allesamt das gleiche erzählen, wären normalerweise deutlich geringer, hätte es nicht einige Verzögerungen ob des passenden Filmverleihs gegeben. Erfreulicher ist die Tatsache, dass mit Erik van Looy der Regisseur von 2008 verpflichtet werden konnte. Bis auf eine Rolle wurde aber der gesamte Cast ausgetauscht und mit bekannten Gesichtern aus Hollywood besetzt. Doch sind sie alleine es wert, sich The Loft erneut anzusehen.


Obwohl ich den Handlungsverlauf noch grob im Kopf hatte, empfand ich es als spannende Angelegenheit, die Intensität einzelner Filmszenen miteinander vergleichen zu können. So betritt mit Luke Seacord (Wentworth Miller) ein dem Anschein nach ahnungsloser Mann ein luxuriöses Loft und lässt vor lauter Schreck seine Einkaufstüte fallen. Im Bett liegt eine mit Handschellen gefesselte Frauenleiche, das Bettlaken voller Blut und man kann ihr Gesicht zunächst nicht erkennen. Wer ist die blonde Schönheit? Wie ist sie hier reingekommen? Und was um alles in der Welt ist Schreckliches mit ihr passiert?! In berechtigter Panik ruft er seine vier besten Freunde an, damit sie so schnell wie möglich in das Loft kommen. Keine Polizei. Keine unnötige Aufmerksamkeit erregen. Als erstes trifft mit Vincent Stephens (Karl Urban) der Initiator eines geheimen Paktes ein und stellt fest, dass sich der oder die Täter keinesfalls mit Gewalt Zutritt zum Loft verschafft haben.

movie-theloftEs fehlen verdächtige Einbruchsspuren, die Alarmanlage mit Zahlencode ist abgeschaltet. Es gibt ferner fünf Wohnungsschlüssel, jeder der Freunde besitzt einen. Um ein weitläufiges Klischee männlichen Jagdtriebs zu bestätigen, nutzen sie alle das Loft, um mit wechselnden Partnerinnen möglichst diskret ihre Ehefrauen zu betrügen. Keine auffälligen Hotelrechnungen, ein vergleichsweise geringes Risiko, entdeckt zu werden. Die Idee von Vincent wurde anfangs skeptisch zur Kenntnis genommen, mit etwas Nachdruck konnte er seine Jungs jedoch überzeugen, das Geschenk des geheimen Domizils für den sexuellen Zeitvertreib anzunehmen. Jetzt stehen sie hier gemeinsam und alles droht aufzufliegen. Sofern niemand von ihnen den Schlüssel verloren hat, kommen auch nur sie als Täter in Frage. Das sieht der Psychiater unter ihnen, Dr. Chris Vanowen (James Marsden) genauso und verdächtigt gleich mal seinen Halbbruder Phillip Williams (als einziger auch im Original zu sehen: Matthias Schoenaerts). Dieser schlägt mit Alkohol und Kokain oft über die Stränge und es gab bereits einen ähnlichen Zwischenfall, bei dem seine Freunde rechtzeitig intervenieren konnten.

Die Hintergründe erfährt der Zuschauer jeweils in Rückblenden und es entsteht mehr Licht im Dunkel. Wobei ich anmerken muss, dass The Loft bis zur letzten Minute in die Irre führt… Vielleicht trägt der geschwätzige Marty Landry (Eric Stonestreet) die Schuld an der misslichen Lage, dessen Zunge nach exzessivem Alkoholgenuss gefährlich locker sitzt. Misstrauische Ehefrauen sowie wütende Liebhaberinnen können nicht ausgeschlossen werden. Ein belastendes Szenario als Racheakt sozusagen? Womit wir wieder bei der Leiche wären, denn es kommen zwei attraktive Damen in Frage: die Prostituierte Ann Morris (Rachael Taylor), in die sich Chris verliebt oder Vincent’s Bekanntschaft aus einem San Diego Trip, die betörende Sarah Deakins (Isabel Lucas). Die Auflösung von The Loft wird so manchen überraschen, deshalb wünsche ich viel Spaß beim Miträtseln.



redakteur-alex

Zusammenfassung Review | Kritik | Bewertung

Alexander Riede ist der Meinung...
Ob es wirklich ein weiteres Remake benötigt hätte, dürfen andere entscheiden. In Kritikerkreisen wurde die amerikanische Fassung von The Loft jedenfalls überwiegend negativ bewertet. In meinem persönlichen Fazit setzt der Film leider nur kleine Fußnoten unter das Original, beziehungsweise die niederländische Neuauflage. Karl Urban und James Marsden alleine reichen einfach nicht aus für einen wirklichen Mehrwert. Nichtsdestotrotz kann ich den Erotikthriller neugierigen Lesern empfehlen, die damit gewissermaßen noch keine Berührungspunkte hatten.

Preisvergleich: The Loft