Thriller

Für bekennende Fans von Schwedenkrimis.

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Review | Kritik | Bewertung
Håkan Nessers Inspektor Barbarotti (2015)

Bewertung: 4,5 von 6
Studio: Cherrybomb Films
www.hakan-nesser.de

Mit dem Roman Am Abend des Mordes (2012) spendierte der schwedische Schriftsteller Håkan Nesser seinem Krimi-Helden Inspektor Barbarotti ein fünftes und damit vorerst letztes Werk. Den Startschuss setzte Mensch ohne Hund (2006) und für den 2007 erschienenen Nachfolger Eine ganz andere Geschichte wurde Nesser mit dem Schwedischen Krimipreis ausgezeichnet. Die beiden letztgenannten Geschichten wurden bereits verfilmt und sind nun als umfangreiches Paket auf einer Blu-ray im Handel erhältlich. Für Krimi-Liebhaber kein schlechter Zeitpunkt, dem schwedischen Polizeibeamten mit italienischen Wurzeln etwas bei der Arbeit in seiner fiktiven Hafenstadt Kymlinge zuzusehen. Beide Fälle könnten unterschiedlicher nicht sein, was mitunter daran liegen mag, dass einmal Jörg Grünler (Mensch ohne Hund), das andere Mal Hannu Salonen (Verachtung, nach der Romanvorlage Eine ganz andere Geschichte) Regie führten und die Schauspieler teilweise ausgetauscht wurden.

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Ein Spaziergang zwischen Grabsteinen.

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Review | Kritik | Bewertung
Ruhet in Frieden (2015)

Bewertung: 4,5 von 6
Studio: Universum Film
www.ruhetinfrieden-film.de

Die Liste an literarischen Auszeichnungen ist beinahe so lang wie die seiner zahlreichen Kriminalromane und Lawrence Block ist der Schöpfer gleich mehrerer Serienhelden. Im Fokus steht gerade ein gewisser Matthew „Matt“ Scudder, den 1986 für die filmische Umsetzung von Eight Million Ways To Die noch Jeff Bridges verkörperte. Damals schrieb Oliver Stone das Drehbuch, jetzt nahm sich Scott Frank (Out of Sight, Minority Report) dem interessanten Charakter an und führte zudem Regie bei A Walk Among the Tombstones. Ein aufwühlender Thriller mit dem deutschen Titel Ruhet in Frieden. Wer würde aktuell besser in die Rolle eines hartnäckig ermittelnden Einzelgängers passen als Liam Neeson, der in den vergangenen Jahren seinen „zweiten Frühling“ im Action-Genre erlebt? Vermutlich niemand, weshalb seine Performance auch bei diesem Blockbuster tadellos bleibt.

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Das Geschäft mit der Sensation.

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Review | Kritik | Bewertung
Nightcrawler - Jede Nacht hat ihren Preis (2015)

Bewertung: 5,5 von 6
Studio: Concorde Filmverleih
www.nightcrawler-film.de

Macht sich eigentlich irgendjemand von uns tiefgreifende Gedanken darüber, auf welche Art und Weise jene sensationshungrigen Bild- und Tonaufnahmen entstehen, die dem TV-Zuschauer tagtäglich in den Nachrichten gezeigt werden? Wer nicht selbst in der Branche drinsteckt und einen Blick hinter die Kulissen riskiert, dürfte die Frage im Allgemeinen mit nein beantworten. Umso nachdenklicher dürfte einen deshalb das Regiedebüt des US-amerikanischen Drehbuchautors Dan Gilroy stimmen, der mit Nightcrawler – Jede Nacht hat ihren Preis einen spannenden Thriller mit unglaublich dichter Atmosphäre schuf. In der Hauptrolle des durchaus soziopathisch veranlagten „Workaholic‘“ Louis Bloom ein beeindruckend aufspielender Jake Gyllenhaal, der neben einigen Nominierungen meiner Meinung nach einen Preis verdient hätte. Louis ist ein mageres Kerlchen mit weit aufgerissenen Augen und einem Selbstbewusstsein ausgestattet, das einer neuen Definition bedarf.

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Der November ist tödlich.

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Review | Kritik | Bewertung
The November Man (2015)

Bewertung: 4,5 von 6
Studio: Universum Film
www.thenovemberman.com

Ein Blick auf die umfangreiche Filmografie und sie schien fast vorbei, jene „goldene Ära“, in der Pierce Brosnan voller Überzeugungskraft den knallharten Spionage-Agenten mimte. In vier Filmen verkörperte er sogar den weltberühmten James Bond, zuletzt vor über 12 Jahren mit Halle Berry als reizvoller Begleiterin (Stirb an einem anderen Tag). Mittlerweile ist der smarte Schauspieler irischer Abstammung 61 Jahre alt, aber kein bisschen müde geworden und begeistert seine Fans mit einem „halben Comeback“ (was das Genre betrifft) im US-Spionage-Thriller The November Man, der auf dem Roman There Are No Spies von Bill Granger basiert. Als erfahrener Mann im Geschäft arbeitet Peter Deveraux (Brosnan) nicht etwa im Auftrag ihrer Majestät, sondern für die amerikanische Behörde CIA. Vor Jahren versuchte er mit seinem Team in Montenegro einen Mordanschlag auf den US-Botschafter zu verhindern, was ihm auch gelingen sollte, nur lief bei dem Einsatz nicht alles so glatt wie geplant.

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Wer ist hier verrückt?!

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Review | Kritik | Bewertung
Stonehearst Asylum (2015)

Bewertung: 5 von 6
Studio: Universum Film
www.universumfilm.de

Der US-amerikanische Psychothriller Stonehearst Asylum, im deutschen Titel mit dem überflüssigen Zusatz „Diese Mauern wirst Du nie verlassen“, basiert auf der Kurzgeschichte The System of Doctor Tarr And Professor Fether des berühmten Schriftstellers Edgar Allan Poe. Mit diesem Hintergrund ist auch die düstere Ausrichtung des Streifens nicht verwunderlich. Würde der legendäre Poet, der besonders für seine dunklen Horrorgeschichten bekannt ist, den Cast der Verfilmung sehen, der sonst so grimmig drein blickende Meisterliterat würde sicherlich grinsend Beifall klatschen. Die prominente Besetzungsliste mit Michael Caine, Ben Kingsley, Kate Beckinsale, Jim Sturgess, Brendan Gleeson und David Thewlis lässt jeden Filmliebhaber mit der Zunge schnalzen. Regisseur Brad Anderson (u.a. verantwortlich für Christian Bale's Diätwahnsinn zu The Machinist) kann also personell aus dem Vollen schöpfen.

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